Zollitsch: Kirche muss in Hochschule und Wissenschaft eingreifen


Zollitsch: Kirche muss sich in heutigem Hochschuldiskurs einbringen
Erzbischof Robert Zollitsch: „In bedrohlicher Weise neigen die ökonomischen und wissenschaftlich-technischen Systeme dazu, sich so zu verselbständigen, dass sie kaum noch gesteuert werden können.“ – Die Person ist in Gefahr, Manipulationsobjekt zu werden

Kath.net

Die Kirche muss und will sich an dem auf Hochschulen geführten Diskurs über die zentralen Fragen von heute beteiligen. Das betonte Erzbischof Robert Zollitsch. „Die Kirche darf sich nicht auf sich selbst zurückziehen! Wir müssen und wollen uns an der allgemeinen Diskussion unseres menschlichen Selbstverständnisses und der uns aufgegebenen ethischen Herausforderungen beteiligen“, erklärte der Erzbischof von Freiburg am Dienstagabend bei einem akademischen Festakt des Hochschulforums Heidelberg in der Alten Aula der Universität.

Zollitsch sagte wörtlich: „Denn Kirche ist – um Gottes Willen – für die Menschen da!“ Dazu dienten unter anderem die theologischen Fakultäten, „die ganz sicher nicht nur eine innerkirchliche Funktion haben, sondern auch das Gespräch der Kirche mit der wissenschaftlichen Welt fördern sollen und die christliche Perspektive in die interdisziplinären Gespräche einzubringen haben“.

An diesen Diskursen beteilige sich die Kirche keineswegs nur in lehramtlicher Funktion: „Vielmehr will die Kirche vorurteilsfrei die Argumentationen der Wissenschaftler hören und verstehen sowie auch ihrerseits an der akademischen Diskussion im Modus der vernünftigen Argumentation partizipieren.“

Dass dies in der späten Moderne, die den ideologischen Säkularismus weitgehend abgelegt habe, wieder verstärkt möglich sei, gehöre zu den erfreulichen Zeichen unserer Zeit.

„Durchökonomisierung unseres Lebens in kaum noch steuerbaren Systemen“

Zu den „selbstproduzierten Gefahren der Moderne“, die der Kirche besondere Sorgen machen, gehört nach den Worten von Erzbischof Robert Zollitsch die „Gefährdung der Person“. Die in den vergangenen Jahrzehnten freigesetzte Eigenlogik der einzelnen Rationalitätssphären habe zu einer fast alles erfassenden „Durchökonomisierung unseres Lebens“ geführt, sagte der Erzbischof von Freiburg beim Festakt des Hochschulforums. Vieles stehe „unter dem Systemimperativ: Es muss sich rechnen und lohnen!“

weiterlesen

4 Comments

  1. Am liebsten würden diese anmaßenden, heuchlerischen Gottesanbeter in ihren bunten Gewändern auch noch in den Ehebetten herumschnüffeln. Das Ziel: Die totale Kontrolle über alle Bereiche des Lebens. Vom Ehebett, den Schulen, dem Arbeitsplatz bis hinein in die Hörsäle der Unis. Die Reaktivierung der aufsichtsführenden Blockwarte, wie es sie im 3. Reich gab, steht offenbar in deren Strategieplänen.

    Liken

  2. Was kann man in einem Land erwarten, in dem man es einer vatikanzahmen, katholischen Theologin und tapferen Kirchenlobbyistin erlaubt, den Kurs unserer Spitzenbildung und Spitzenwissenschaft festzulegen….und wie man schon biblich die falschen Propheten an den „Früchten“ erkannte, ist die Frucht Schavan’scher Wissenschaftspolitik „der größte Ingenieurmangel in der deutsche Geschichte“ der jetzt durch Zuwanderung ausgeglichen werden muss – verursacht auch durch eine testosteronen Ingenieurausbildung (Profs: Maschinenbau ist nichts für Frauen..) …für Mädchen und Frauen ein immer noch ein wahres Spießrutenlaufen….Von dieser Ministerin kann man keinen Schutz der Wissenschaft vor dem berichteten Übergriff der Kirchen erwarten.

    Liken

  3. Zollitsch hat man viel zu lange für einen leicht bedepperten älteren Herrn gehalten. Aber diese Forderungen zur Hochschule sind recht eigentlich Forderungen zum Primat der Kirche in wissenschaftlichen Dingen, wie sie bereits der Papst gefordert hat.
    Dies und die vor kurzem ausgestossene kaum verhüllte Drohung an die Parlamentarier sich ja nicht zurückzuziehen, wenn der Papst im Bundestag redet, zeigen, was die Kirche tatsächlich will: die Herrschaft über die Politik, die Wissenschaft und Forschung, die Kunst und Kultur – und letztlich über alle Menschen. Wie Nationalsozialisten durch Wühlarbeit die Weimarer Republik vernichteten, so ist die katholische Kirche z.zt. dabei die westlichen Staaten zu unterwandern und eine Zwangskatholisierung aller durchzuführen. Das wird mit der Todesstrafe für alle Kirchengegner und alle, gegen die die Kirche sowieso hetzt, enden!

    Liken

  4. Quote Zollitsch: An diesen Diskursen beteilige sich die Kirche keineswegs nur in lehramtlicher Funktion: „Vielmehr will die Kirche vorurteilsfrei die Argumentationen der Wissenschaftler hören und verstehen sowie auch ihrerseits an der akademischen Diskussion im Modus der vernünftigen Argumentation partizipieren.“

    Um zuzuhören, braucht man nicht eingreifen sondern nur den Mund halten. Diese unverschämten Forderungen zeigen wieder deutlich was man dem Volk alles ungestraft zumuten darf. Die Herrn der schwarzen Front dürfen alles unwidersprochen jeglichen fehlgeleiteten Furz auskotzen. Es stinkt im Lande „Wir sind Papst“.

    Gerade die Organisation, die die Wissenschaft jahrhundertelang verteufelte und unterdrückte stellt solche Forderungen. Solche Dreistigkeit widert mich an.

    Liken

Kommentare sind geschlossen.