Das psychologische Alltags-Voodoo


Was bringt mehr Glück: Der Marienkäfer als Symbol oder die glücklich machende Schokolade innendrin? Foto: philomena12/photocase

Glücksbringer, Amulette, Aberglaube? Die sind ausgemachter Unsinn und haben in unserer modernen Welt nichts verloren, sagen aufgeklärte Zeitgenossen. Auch nicht an einem Freitag, dem 13., wenn eine schwarze Katze mit einem vierblättrigen Kleeblatt im Mund von links nach rechts unter der Leiter eines Schornsteinfegers durchläuft. Eine Kölner Studie hat sich der Wirksamkeit von Aberglauben angenommen – und kommt zu interessanten Ergebnissen.

Von Ulrich Pontesevangelisch.de

Aberglaube gibt es überall, in der Öffentlichkeit sogar manchmal ganz prominent: Den blauen Glückspulli angezogen (Jogi Löw), vor dem Spiel das Pissoir ganz links benutzt (Mario Gomez), das Spielfeld zuerst mit dem rechten Fuß betreten (Miroslav Klose) – wenn dann auch noch der Fan das immergleiche, ungewaschene T-Shirt trug und auf dem richtigen Platz vor dem Fernseher saß, konnte bei der Fußball-WM 2010 eigentlich nichts mehr schiefgehen. Es sei denn, die Orakeleien eines altersweisen Kraken kommen dem Sieg in die Quere. Aber wie ist es wirklich mit den schicksalsbeeinflussenden Ritualen und Symbolen?

Der letzten einschlägigen Repräsentativumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (2005) zufolge glauben 42 Prozent der Bundesbürger, dass vierblättrige Kleeblätter Glück bringen – dicht gefolgt von Sternschnuppen und Schornsteinfegern. Als durchweg resistent gegenüber den 20 abgefragten guten und bösen Vorzeichen erwies sich gerade einmal jeder dritte Befragte. Zum Vergleich: 1973 wurde ebenfalls der Klee am häufigsten genannt – allerdings von gerade einmal 26 Prozent der Befragten.

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