Gottesknechte, Bundeswehr und Friedensaktivisten


Plakat der Militärseelsorge der Bundeswehr, Bild: brightsblog

Deutschland ist umzingelt……von Freunden. Die Schlußfolgerung, weg mit einem stehenden Heer, weg mit Marine und Luftwaffe erscheint nahezu logisch. Eine militärische Bedrohung könnte höchstens von der Schweiz ausgehen. Also, warum Militär, um deutsche Interessen in fernen Ländern zu vertreten, kommt der Sache näher. Die Bundeswehr sichert nötigenfalls die Handelswege der deutschen Industrie. Im-und Exporte sollen ungehindert, von uns feindlich gesonnenen Subjekten, fließen. So steht es im Weißbuch der Bundeswehr und in den Annalen der NATO. Nach zwei großen Kriegen steht die Forderung „Nie wieder Krieg“ aktueller denn je auf der Tagesordnung. Friedensaktivisten und Antimilitaristen vertreten legitim ihre oftmals pazifistischen Ansichten. Das ist gut so. Bertrand Russell ist für seinen Pazifismus sogar ins Gefängnis gegangen, zum Erfüllungsgehilfen Säbel schwingender Militärs und ihrer Freunde hat er sich nicht machen lassen.

Kirche und Militär sind in Deutschland unheilvolle Allianzen eingegangen. Die Traditionen des Nazistaates finden in der Militärseelsorge eine würdige Fortsetzung. Die Zusammenhänge zwischen Militär und Religion waren immer heikel. Gegenseitiger Machtmissbrauch in der Ausübung und Unterstützung bei der Kriegsführung waren historische Normalität. Um so deutlicher macht die folgende Schilderung den Ruf nach strikter Trennung von Kirche und Militär, von Kirche und Staat. Die Liebe predigenden Pfaffen schwören sich auf die Kanonerohre, als die rufenden Posaunen des strafenden Gottes, ein. Weltliche-und Himmelsmacht einträchtig gegen Demokratie.

Das Blog erhielt folgendes Schreiben, welches in Auszügen veröffentlicht wird, nennen wir den Schreiber Murphy:

Murphy

Im Zuge eines öffentlichen Gelöbnisses der Bundeswehr fand in der St. Eberhardtskirche in Stuttgart ein Militärgottesdienst statt. Um darauf aufmerksam zu machen besuchten wenige Tage davor eine handvoll Antimilitaristen die Kirche. Sie verhielten sich respektvoll und ließen zwei Gottesdienste ungestört über sich ergehen. Erst nach Ende der Gottesdienste trugen sie der Gemeinde ihr Anliegen vor, bis zum Militärgottesdienst in der Kirche verweilen zu wollen. Dennoch wurden sie daraufhin nach Bitten des zuständigen Prälats Michael Brock seitens der Polizei geräumt und mit einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und versuchter Nötigung bedacht.

Um auf die nun nahenden Gerichtsverfahren und das Verhalten der Kirche aufmerksam zu machen meldeten die Antimilitaristen für kommenden Sonntag eine Versammlung gegenüber der Kirche an, bei welcher sie die Kirchenbesucher darüber informieren wollen. Dies wurde vom Ordnungsamt allerdings untersagt. So schrieb die zuständige Sachbearbeiterin, Julia Hofbauer, dass laut §7 des Sonn- und Feiertagsgesetzes „Versammlungen unter freiem Himmel während der Hauptgottesdienstzeit nicht zulässig“ seien. Allerdings steht im Gesetz weiter, dass dies nur zutrifft, falls die Versammlung dazu geeignet wäre die Gottesdienste unmittelbar zu stören.

Eine Reglementierung oder auch ein Verbot von lautverstärkenden Mitteln, eine durchaus übliche Maßnahme des Ordnungsamtes, würde hier also völlig ausreichen. Dennoch wurde die Versammlung insgesamt untersagt. Weshalb ein Informationsstand und das Verteilen von Flugblättern gegenüber einer Kirche dazu geeignet seien soll einen Gottesdienst zu stören bleibt schleierhaft. Dies stellt eine unverhältnissmäßige Beschneidung unserer demokratischen Grundrechte und eine deutlich zu restriktive Auslegung des ohnehin kritikwürdigen Sonn- und Feiertagsgesetzes dar.

Für Rückfragen steht das Ordnungsamt Stuttgart
Telefon: 0711-216 91927
E-Mail: sicherheit@stuttgart.de
Fax: 0711-216 2800

beziehungsweise die Diözese Rottenburg-Stuttgart
Telefon: 07472-1690
E-Mail: ordinariat@bo.drs.de
Fax: 07472-169561
sicher sehr gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen unter:
http://www.otkm.tk

Gerichtstermine:
Mittwoch, 18.Mai um 9 Uhr im Amtsgericht Stuttgart, Hauffstr. 5 (Haltestelle Neckartor)
Dienstag, 31. Mai um 9.30 Uhr im Amtsgericht Nürtingen, Neuffener Str. 28

Also sonntägliche Kirchenruhe, man möge sich vor Augen halten, wo solche äußerst fragwürdigen Kirchenparagrafen hinführen. Stuttgart scheint von den Taliban beherrscht, oder ähnlichen religiös Verblendeten.