Piusbrüder begrüßen neues Papst-Papier zur lateinischen Messe


Quelle: imageshack.us

Neue Regeln für die alte Messe

Von Stefan KüpperAugsburger Allgemeine

Rom Es gibt in Deutschland 128 Gottesdienstorte, an denen die alte lateinische Messe regelmäßig gefeiert wird. So sind die Angaben der Deutschen Bischofskonferenz. Es gibt 11383 katholische Kirchengemeinden. Jetzt hat der Vatikan die Möglichkeiten für die Feier dieser lateinischen Messe nach „außerordentlichem Ritus“ genauer erklärt. Nach dem alten Ritus steht der Priester mit dem Rücken zu seiner Gemeinde. Er spricht Latein.

Die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei hat mit ihren publizierten Ausführungsbestimmungen das apostolische Schreiben „Summorum pontificum“ von Benedikt XVI. von 2007 präzisiert. In diesem hatte der Papst die alte Lateinmesse wieder zugelassen, was damals für heftige Aufregung gesorgt hatte. Vatikankritiker warfen dem Papst vor, zu stark auf sehr konservative Kreise der katholischen Kirche, wie etwa die Pius-Bruderschaft mit dem Holocaust-Leugner Richard Williamson, zuzugehen.

Die Päpstliche Kommission hat nun mit dem gestrigen Schreiben einige Dinge klargestellt. So brauchen Priester nicht mehr die Erlaubnis ihres Bischofs, wollen sie mit einer „dauerhaft bestehenden Gruppe von Gläubigen“ eine Messe in der alten Form feiern. Eine Klarstellung gibt es in der Instruktion auch für die Möglichkeit, zwischen Gründonnerstagabend und Ostersonntag Messen feiern zu dürfen. Und die Firmung darf auch nach dem alten Brauch gespendet werden.

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4 Comments

  1. Was soll’s ! Das ist ein kircheninternes Katholen-Problem. Die können doch meinetwegen ihren Bullshit auf pumperlusisch verzapfen. Ich jedenfalls hör‘ da garantiert nicht zu.

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  2. @stefan dewald

    Es ist gerade die Unverständlichkeit der Messe, die von Bedeutung ist. So kann man wie mit Zaubersprüchen den Gläubigen, die des Lateinischen nicht mächtig sind – und das sind die meisten – jeden Unsinn als heilig verkaufen.
    Wohin man auch blickt – die katholische Kirche weiß alles als Machtmittel zu nutzen, ob dumme Sprüche zur Sexualität, den Zölibat oder die lateinische Messe.
    Es geht darum, den Kreis der Eingeweihten, die die Macht haben, möglichst klein zu halten. Und Macht will die katholische Kirche um jeden Preis, wie man am erneuten Missionierungsaufruf durch Benedikt/Ratzinger sehen kann; der will uns mit seinem Christuswahn auch noch aufs Klo nachkriechen! Diesen Machenschaften muß doch endlich ein Ende gesetzt werden!

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  3. Warum nicht die Messe auf Kisuaheli abhalten? Das wird wenigstens noch von lebenden Menschen gesprochen. Oder wie wäre es ganz altnordgermanisch mit Faröisch?

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  4. Vatikankritiker warfen dem Papst vor, zu stark auf sehr konservative Kreise der katholischen Kirche, wie etwa die Pius-Bruderschaft mit dem Holocaust-Leugner Richard Williamson, zuzugehen. (..) Kritik an den Bestimmungen äußerte (..) „Wir sind Kirche“(..): Es zeige sich, dass „der Vatikan die Allianz mit den Traditionalisten einem mutigen Voranschreiten in die Zukunft vorzieht“

    Was für ein dummer Vorwurf! Glücklicherweise ist es nun vorbei mit der Behauptung, dass der Papst konservative Töne anstößt und einem modernen und fortschrittsfähigen Katholizismus im Sinn hat, um der schwindenden katholischen Kirche mehr Rückenwind zu gewähren 😀 . Wir alle kannten Joseph Kardinal Ratzinger als jungen Hippie-Kardinal, der sich für die Polygamie, LSD bei den Messen und sexuelle Freiheit einsetzte. Die Behauptung, der Papst würde rein traditionalistisch und rückwärtsgewandt agieren, ist angesichts seiner Vita nun wahrlich übertrieben 😀 😀 .

    Warum diese Ausführungen? (..) Zugleich erachtet der Vatikan den alten Ritus als „wertvollen Schatz, den es zu bewahren gilt“.

    Die gute alte Karfreitagsfürbitte, wo man für die Bekehrung der ungläubigen Juden (=Christusmörder) bittet, darf dann auch als wertvollen Schatz den päpstlichen Segen bekommen? 😉 . Verfluchter Luther und sein moderner Christentumsansatz. Der hat alles nur viel schlimmer gemacht 🙂 .

    Außerdem, so vermerkt das Schreiben, „nimmt die Zahl der Gläubigen zu, die darum bitten, die außerordentliche Form gebrauchen zu dürfen“.

    Nunja … mit dem Ankuscheln an den Fundamentalisten, Radikalen und auch den „Traditionalisten“ ist es auch kein Wunder, dass die Zahl „zunimmt“. Man könnte auch sagen, dass die Zahl der Weichspülchristen abnimmt, und somit in der Statistik die vormals niedrige Zahl der Altherren nun langsam in den Vordergrund kommt. Aber dies sind nur kleine skeptische Behauptungen 😛 .

    Das Interesse an Messen nach altem Ritus sei zwar seit 2007 leicht gestiegen, insgesamt aber „gering“.

    In Afrika, der Hochburg des lateinischen Ritus und Quelle der neuen Priesterschaft, ist die Zahl sicherlich viel höher. Zumindest in Italien, Berlusconis Lateinheimat, müsste die Zahl der Oldschool-Geisteranbeter neue Rekorde brechen! Sie muss so groß sein, dass der Papst lange Zeit damit beschäftigt war, altkatholische Tugenden zu diskutieren. Da war natürlich überhaupt keine Zeit vorhanden, Kleinigkeiten wie verbindliche Richtlinien für den Umgang mit Kinderschändern zu verfassen. Ein simples: „Bitte stelle dich der Polizei, wenn Du es dir gerne wünscht“ war schon alles, was die päpstliche Burg der Gottesliebe zusammenschustern durfte. Dafür hat man schwer geschuftet, die äußerst geringe Zahl der Lateinmesseliebhaber mit gezuckerten Papieren zu bewerfen. Whow! Ich bin wahrlich verblüfft! Kein Wunder, dass diese Organisation bei der Ethikkommission Priorität hat und dessen Werte unsere Kinder (dringendst!) erlernen sollen 😀 .

    Anhänger des alten Ritus (..) dürfen ausdrücklich nicht „die Gültigkeit oder Erlaubtheit der heiligen Messe oder der Sakramente“ in der heute üblichen Form bestreiten oder den Papst als Obersten Hirten der Gesamtkirche ablehnen.

    Wer dies trotzdem tut, wird eben als „unkatholisch“ eingestuft. Fertig. Natürlich wird eine lange Kommission die Sache untersuchen, unzählige Gutachten angestellt und womöglich durch die Zahlung einer einmaligen Summe dafür gesorgt, dass der gute Papst wieder als oberster Hirte angesehen wird. Das gute alte vatikanische Procedere, eben 😉 . Achja … wer ein Fötus abtreibt, begeht für Katholiken einen Holocaust-Mord, wird exkommuniziert, von Jesus in kleine Scheiben geschnitten und den Höllenratten zum Fraß vorgeworfen. Soviel Gleichgewicht muss schon sein 🙂 .

    Kurz: wer mit dem katholischem Theaterspiel auf Latein unzufrieden ist, der sollte einfach aus der Kirche austreten. Fertig. Das ständige gezeter von „keine Frauen“, bis hin zum „ist eh‘ unmodern und will keiner sehen“ der sogenannten „Kritiker“ in der Kirche, wird eh‘ unverhört bleiben. Absolut niemand(!) schreibt dem Oberhirte vor, was richtig und was falsch ist. Wenn er es sagt, hat es so zu gelten. Es sei denn, ein gewisser Gott greift ein und beendet dieses willkürliche Kabarett. Anscheinend ist JHWH zu beschäftigt und Jesus nuckelt noch an sein Fläschchen, denn es ist nichts geschehen. Absolut gar nichts. Business as usual. Wem wundert’s 🙂 .

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