„Die missbrauchte Republik“: Apologeten der Perversion, unter anderen Gabriele Kuby und Erzbischof Laun


Der Missbrauchsskandal der Kirchen wiegt enorm schwer und das lässt sich auch nicht wegleugnen, nur weil man weiß, dass das Phänomen auch in den besten Familien und säkularen Einrichtungen vorkommt. Der hohe kirchliche Moralanspruch, der uns ständig vorgebetet wird und ohne den es keine Werte wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit geben soll, treibt einem den Mageninhalt bis zum Hals, wenn ausgerechnet genau aus diesen Reihen immer mehr Gewalt- und Sexual-Delikte an Kindern und Jugendlichen ans Licht kommen. Es macht unendlich wütend, wenn es gleichzeitig immer mehr um die Stärkung des Christseins geht und sich missionarische Ansprüche und Anstrengungen überschlagen, obwohl es Fakt ist, dass es zu den unsäglichen Kuttenträger-Missbrauchsfällen ohne Ende Vertuschung und keine ordentliche Aufarbeitung gibt.

Trotzdem dürfen die Hardliner des Herrn ganz selbstverständlich und auch noch forciert nach den Kindlein rufen, die, je früher desto besser ,unter ihre Fittiche kommen sollen, um anständige Menschen zu werden. Pfui Teufel, kann man da nur sagen. Diese Doppelmoral ist restlos zum Kotzen und dass sich ausgerechnet immer mehr Politiker für eine Stärkung und Verbreitung der kriminellen Scheinheiligkeit einsetzen, ist unbegreiflich. Niemand kann mehr behaupten, dass es sich bei den Vergehen um Einzelfälle handelt, die hochgepuscht werden, und jeder weiß, dass es auch so weitergehen wird, solange Kinder in die Finger der klerikalen Brut geraten.

Nun gibt es da ganz besonders clevere Fundis, die sich in unverschämtester Weise erdreisten, den Spieß umzudrehen und die Schuld am sexuellen Missbrauch der unmoralischen Erziehung, die unsere Gesellschaft prägt, und damit den Kindern zuschieben. Die glorifizierte Kirche ist das Opfer und wurde beschmutzt, weniger umgekehrt:

„Es werden ja nicht nur die jeweils Schuldigen benannt, vor allem werden die Einrichtungen, für welche sie tätig waren, in Besonderheit die Kirche, bloßgestellt. In der Tat ist zu fragen, ob die Wahrheit ein so hohes Gut ist, dass es den gesellschaftlichen Schaden, der sich aus ihrer Aufdeckung ergibt, ausgleicht. Wäre es nicht doch besser zu schweigen, als dass Autoritäten, Kardinäle und Bischöfe beschädigt und damit auch die ehrwürdigste Institution unserer Kultur, die katholische Kirche, nieder gezogen wird?“

Allein dieses Zitat ist unfassbar, es geht jedoch noch schlimmer.

Eva Herman schreibt im Kopp-Verlag:

„Die zerstörerischen Spuren, die die 68er mit ihren irren Wahnvorstellungen über freie Sexualität, vor allem mit Kindern, hinterlassen haben, werden jetzt offenbar … es wurde vielmehr die Mentalität eines ganzen Volkes verändert: Körperliche »Liebe« vertrieb Menschenliebe. Das Volk wird nunmehr seit Jahrzehnten von Institutionen und Medien, die sich übrigens bis zum heutigen Tage willfährig vor den Karren spannen lassen, mit pädophiler »Aufklärungsliteratur« zugeschüttet. Schon zu Beginn wurde deutlich gemacht, dass es keine Privatintimität zu geben habe. Kinder waren fortan schamlos, sexuell interessiert. Sie waren es, die die Erwachsenen verführten.“

Das erste Zitat stammt aus dem Vorwort des Buches „Die missbrauchte Republik“, welches Evchen rezensiert und propagiert.
B16-RatzeBene wird begeistert sein. In der Bewerbung zum Schmierenpamphlet heißt es:

„Deutschland ist geschockt: Nie wurden so viele Fälle von Kindesmissbrauch bekannt wie in den vergangenen Monaten. Und die Serie von Enthüllungen will immer noch nicht abreißen. Viele Menschen fragen sich inzwischen verzweifelt: Was ist geschehen, dass es so weit kommen konnte? Die Autoren des Buches beleuchten die Ursachen dieses erschütternden Phänomens. Sie stoßen dabei auf eine kleine, aber erstaunlich einflussreiche Lobby, die über dreißig Jahre lang sexuelle Aktivitäten von Erwachsenen mit Kindern weitgehend straflos stellen wollte, ja, diese in Medien und Öffentlichkeit sogar anpries: DIE GRÜNEN. Einer der bekanntesten Grünen-Politiker, der sich offen zu intimen Kontakten mit kleinen Kindern bekannte, heißt Daniel Cohn-Bendit. Auch sein Fall wird hier beleuchtet. Die teilweise hysterische Berichterstattung der letzten Zeit, die vor allem die katholische Kirche im Visier hatte, hat nur selten nach der Rolle der selbsternannten Aufklärer der 68er-Bewegung gefragt. Hinter der angeblich aufklärerischen Fassade verbergen sich mitunter Strukturen, die an organisierte Kriminalität erinnern. Deutlich muss der Leser erkennen:
Die sogenannten Aufklärer schweigen sich in Wirklichkeit gut organisiert aus. Die Vernetzung von Politik, Medien, der pädagogischen Fachwelt und Organisationen wie der Humanistischen Union funktioniert wie geschmiert. Was nicht ans Licht der Wahrheit kommen soll, wird verschwiegen und unter den Teppich gekehrt.“

Herausgeber sind Andreas Späth und Menno Aden, selbstverständlich radikal-christliche Fundis, und wen wundert es dann, dass das Klopapierwerk auch noch neben anderen Beiträgen solche von Andreas Laun, Christa Meves und Gabriele Kuby enthält.

„Mit Beiträgen u.a. von: Prof. Dr. Menno Aden, Gabriele Kuby, Weihbischof Andreas Laun, Jürgen Liminski, Christa Meves, Prof. Dr. Harald Seubert.
Andreas Späth, Menno Aden (Hrsg.):
Die missbrauchte Republik, Paperback,
168 Seiten, 11,80 Euro“

Zumindest hat sich bei Amazon.de ein Leser die Mühe gemacht, dieser unsäglichen Veröffentlichung einige Zeilen zu widmen:

Rezension bezieht sich auf: Die missbrauchte Republik: Aufklärung über die Aufklärer (Taschenbuch)

„Wenn man ein Buch über das heikle Thema Kindesmissbrauch schreibt, muss ein vorurteilsfreies Herangehen oberstes Gebot sein. Genau dies scheint im vorliegenden Buch allerdings nicht der Fall zu sein. Dazu muss man wissen, dass z.B. der Herausgeber Menno Aden keineswegs ideologisch unverdächtig ist. Aden ist bekannt für seine erzkonservativen Haltungen und Veröffentlichungen u.a. in der Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“, die politisch weit im rechten politischen Spektrum anzusiedeln ist. Wenn darüber hinaus Autorinnen wie Gabriele Kuby auftreten, ist auch hier Objektivität nicht zu erwarten. Kuby tritt in der Öffentlichkeit als fundamentalistische Verfechterin des kirchlichen Lehramtes auf. Allen gemeinsam ist, dass sie die sog. „68er“-Generation als entscheidende Ursache für Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche, aber v.a. in der westlichen Gesellschaft im Allgemeinen ausmachen. Viel zu wenig gehen die Autoren darauf ein, dass Missbrauchsfälle in katholischen Kinderheimen ja auch schon lange vor 1968 bis weit in die fünfziger Jahre bekannt sind. Ebenso fehlt eine ernstzunehmende Differenzierung des Begriffes „68er“: Dass es DIE „68er“ gar nicht gibt, sondern nur eine äußerst heterogene Mischung von Menschen verschiedenster Herkunft und Gesinnung – vom RAF-Sympathisanten bis zum sozialdemokratischen Lehrerehepaar – wird gar nicht analysiert. Dass die geistigen und sozialen Bewegungen des Jahres 1968 nicht wie die biblischen Plagen über uns kamen, sondern eine langen Tradition (und häufig auch eine tiefe Berechtigung) besitzen, von der Frauenbewegung (19. Jh.) bis zur Friedens- und Bürgerrechtsbewegung, wird weitgehend verschwiegen bzw. im Lichte von Verschwörungstheorien besprochen. Der Begriff „68er“ wird damit zum Kampfbegriff, der sich hervorragend eignet, im Trüben zu fischen. Dabei werden Zitate aus dem Zusammenhang gerissen. Bestes Beispiel ist die Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die angeblich planmäßig die Sexualisierung von Kindern vorantreibt. Die Broschüre wurde inzwischen – nachdem Kuby eine völlig einseitige Zitatensammlung ohne Kontext veröffentlicht hatte – zurückgezogen. Nun ist es natürlich durchaus legitim, vor einer Überbetonung des Sexuellen zu warnen. Von einem seriösen Buch hätte ich jedoch erwartet, dass auch das andere Extrem thematisiert wird, nämlich katholische Sexualmoral. Dies hätte vollkommen ideologiefrei geschehen können. Denn seit Siegmund Freud wissen wir, dass eine Überbetonung der Triebe ebenso schädlich für eine gesunde seelische Entwicklung ist, wie die Triebunterdrückung. Hier hätte es sich doch geradezu angeboten zu hinterfragen, inwiefern der Umgang der katholischen Kirche, die ja Sexualität nur zwischen Mann und Frau in der Ehe und nur unter der Prämisse der „Weitergabe des Lebens“ akzeptiert, in ihrer rigiden Lust- und Leibfeindlichkeit nicht letztlich doch dem Wesen des Menschen widerspricht. Denn immerhin ist der Mensch das einzige Lebewesen, bei dem Sexualität mit Lustempfindung gekoppelt ist. Es hätte entschieden zur Glaubwürdigkeit des vorliegenden Buches beigetragen, wenn hier auch die zölibatäre Lebensweise von Priestern und die römische Sexualmoral kritisch hinterfragt worden wären. So aber bleibt der Verdacht, dass in diesem Buch Feindbilder kultiviert werden. Den Autoren kommt es nicht in den Sinn, dass die öffentliche Konzentration auf die Missbrauchsfälle im kirchlichen Kontext keine kampagnenmäßige Verschwörung darstellen, sondern die natürliche Reaktion einer aufgeklärten Gesellschaft gegenüber einer offen zu Tage tretenden Doppelmoral, die sich aus dem Widerspruch rigoroser katholischer Moralvorstellungen und jahrzehntelanger Vertuschung ergibt.

Die in den Raum gestellte Behauptung, der Staat würde die planmäßige Sexualisierung seiner Jugendlichen betreiben, lässt sich durch einen Blick in die Lehrpläne – übrigens auf den Bildungsservern jedes Bundeslandes frei zugänglich – leicht widerlegen. Wer allerdings einen toleranten und liberalen Umgang mit Sexualität bereits als Anleitung zum Kindesmissbrauch interpretiert, der scheint als Autor und Herausgeber dem Thema nicht gewachsen zu sein.

Fazit: Bei diesem Buch scheinen andere Interessen im Vordergrund zu stehen als Aufklärung. Vielmehr wird durch monokausale Engführung und schlichte Falschdarstellung ein verzerrtes, geschlossenes Weltbild entworfen, bei dem es am Ende nur ums Rechthaben geht: Schuld sind immer die anderen. Das ist beschämend gegenüber den Opfern.“

Beschämend gegenüber den Opfern ist noch milde formuliert. Es ist eine Verhöhnung, die ihres Gleichen sucht, und man kann nur hoffen, dass die wahre Intention der Kirche immer mehr Gehör findet, damit dem unter dem Deckmantel des Guten agierenden machtgeilen Pack  mehr und mehr das Handwerk gelegt wird.  Es gibt genug Leid und Übel auf der Welt, was sich auch niemals verhindern lassen wird, aber einer derart heuchlerisch-verlogenen Organisation, die mit der Moralkeule ihren Einfluss durchpeitscht, um menschenunwürdig und anti-demokratisch vorzugehen, kann man getrost einen Riegel vorschieben, das dürfte klar sein.

3 Comments

  1. Mann… So dumm kann man doch gar nicht sein! Wie schaffen die es nur für so einen undifferenzierten Scheiß Leser zu finden?! Das ist ja vom Niveau auf einer Ebene mit Nazipropaganda! Ich benutze diesen Vergleich äußerst selten, und weiß wovon ich rede.

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  2. „Kinder waren fortan schamlos, sexuell interessiert. Sie waren es, die die Erwachsenen verführten.“ – Ich bin sprachlos.

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  3. Das 68er Bashing aus der rechten Ecke wird umso stärker, je weiter wir uns zeitlich von den Ereignissen entfernen. In Deutschland hat die rechte Bande immer leichtes Spiel mit dem ängstlichen Kleinbürger, wenn selbst die Menschenrechte als Linksradikal denunziert werden.
    Kuby, Laun und Konsorten fechten uralte Kämpfe aus – sie wollen um jeden Preis die damalige Spießermoral wiederhaben, dabei ist ihnen jede Denunziation und jede menschliche Gemeinheit Recht.
    So wie diese Bande (anders kann man diese Brunnenvergifter nicht nennen) den Menschen Angst mit einem angeblichen Linksruck in der Gesellschaft machen will, so benutzt sie uralte Drohszenarien in Punkto Sexualität.
    Mit den Vorwürfen gegen Cohn-Bendit soll ja nicht nur dessen angebliche Pädophilie denunziert werden, sondern auch seine politische Arbeit – und damit gleich in Sippenhaft die ganze „linke Ecke“! Dann wird wie man auf kath.net und kreuz.net lesen kann gleich alles in einen Topf geworden: Grüne und Pädophile, die angeblich faulen „Hartzer“ und die die „linke“ Merkel usw. usf.
    Es ist ein Geschrei und Gezeter gegen alles, was nicht repressiv ist.
    Ganz schlimm ist der Wahn von Kuby und Konsorten, daß eine Weltverschwörung der ach so perversen Homosexuellen besteht, die die ganze Welt zwangshomosexualisieren wollen. Diese Verbrecher behaupten doch immer, Homosexualität sei frei gewählt – wenn das so ist, kann man also niemanden zur Homosexualität bekehren, der sie nicht annehmen möchte. Da brauchen sie also keine Angst vor der Homosexualisierung zu haben.
    Aber dieser abstruse Kreuzzug gegen Schwule, Transgender etc. betrifft ja sogar die Hälfte der Menschheit -diese Irren sind ja davon überzeugt, daß die Frau ins Haus gehört und der Mann der Herrscher über Frau, Kinder und damit die Gesellschaft sein soll – der katholische Mann, versteht sich.
    Es sind dies keine Ewig-Gestrigen… Diese Steinzeitmenschen haben entsetzliche Angst vor Selbstbestimmung, freien Gedanken und Taten – sie wollen unter der Knute leben. Sie sind die besten Beispiele für einen religiös-wahnhaften Masochismus. Und da Maso ohne Sado nicht zu haben ist, wollen sie alle anderen auch unter die Knute zwingen.
    Das führt dann zu den erwähnten Exzessen: ja recht eigentlich zur Entschuldigung und sogar zur Rechtfertigung des massenhaften Kindesmißbrauchs wie oben zu lesen. Der Kindesmißbrauch ist in der katholischen Kirche (wie in vielen anderen Religionen) institutionalisiert.
    Religionen lassen sich dauernd an Kindern aus: Zwangstaufe, Angstmacherei mit Hölle und Satan schon im Kindergarten, Beschneidung von Jungen und Mädchen, Prügelstrafe für das Kind, das nach evangelikalem Glauben tiefsündig ist usw. usf.
    Die Religionen fressen ihre eigenen Kinder!
    Bei der christlichen Religion ist das ja offensichtlich, die mit der Abraham/Isaak – Geschichte und der Opferung Jesu zwei zentrale „Gehorsams- und Unterwerfungsmythen“ aufzuweisen hat, die nichts weiteres sind als die Beschreibung der masochistischen Kriecherei der unterwürfigen Menschen und der sadistischen Freude am Quälen und Töten eines niederträchtigen Gottes.
    Hier liegt der Kern der christlichen Religion, hier liegt auch der Kern der Sexualfeindlichkeit: es geht um nichts anderes als Unterwerfung und Beherrschung. Während man dem Kind Angst machen kann mit dem unsichtbaren Vater im Himmel und dem bösen Teufel in der Hölle, macht man dem Erwachsenen Angst mit seiner eigenen Sexualität und der Sexualität der Kleriker.
    Wie in den erwähnten Aufsätzen die Kirche und ihre Kleriker exkulpiert werden, macht atemlos – aber es zeigt auch, welche sadistische Herrschsucht im Zentrum der RKK zu finden ist.
    Wenn Kardinal Marx aus München mit ungeheuerer Frechheit in einem Artikel für DIE ZEIT rhetorisch fragen darf „Was wollte uns Gott mit dem Kindesmißbrauch sagen?“ Dann darf man sich auch nicht wundern, wenn seine idiotischen Fußtruppen wie Laun, Mewes und Kuby ihm noch mehr Stoff liefern.
    Das alles zeigt, daß die katholische Kirche eine Organisation von Menschenschindern/schändern ist, völlig skrupellos, die nichts weiteres auf der Agenda hat, als Menschen zur höheren Ehre ihres erfundenen Gottes, dem Paragon des Sadismus, zu opfern. Das Menschenopfer hat ja in den monotheitischen Religionen entgegen anders lautenden Behauptungen gleichwohl eine große Tradition.
    Eine Religion, die Kannibalismus und Vampirismus betreibt (das nennt man dann auf Griechisch verschleiernd Eucharistie) und die Hinrichtung eines Menschen als Kern ihres Glaubens bezeichnet, ist innerlich so faul, daß sie nur solche verwachsenen Geschöpfe hervorbringen kann wie Laun, Kuby, Mewes etc. pp. – und vor allem den Oberverbrecher Ratzinger, der systematisch, erst im Auftrag seines Vorgängers und dann noch als Papst, die Kinderfickereien deckt!

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