Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Große Aufregung über Züricher Volksentscheid
[…]Der frühere Chef-Bioethiker des Vatikan, Kardinal Elio Sgreccia, hat die Entscheidung der Bürger des Kantons Zürich, Sterbehilfe auch für Ausländer weiterhin zu erlauben, scharf kritisiert. Töten sei kein Recht, sondern ein Verbrechen, zitierte die Mailänder katholische Tageszeitung „Avvenire“ Sgreccia in ihrer Onlineausgabe am Montag … Das Ergebnis der Abstimmung fördere eine Praxis, die in anderen Ländern eine Straftat darstelle, sagte der frühere Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben. Der Kardinal äußerte zudem die Befürchtung, dass der Ausgang des Volksentscheids auch andere Länder dazu verleiten könne, ihre Gesetze zu missachten und das „moralische Recht mit Füßen zu treten“[…]

Atheisten-Klage abgelehnt
[…]Die Beschwerde eines Atheisten, den Obamas Formel “So wahr mir Gott helfe” in seinem Präsidenteneid der USA störte, wurde vom Supreme Court nicht zugelassen. Dies berichtete “The Boston Globe”. Der Beschwerdeführer Michael Newdow hatte argumentiert, dass ein Bezug der Regierung auf Gott gegen die Verfassung verstoße und außerdem seine eigene religiöse Einstellung verletze.[…]

Auch Christen sind zu fett, was für eine Sünde 😀
[…]Magdalena Pilz betrachtet das Ganze aber nicht nur unter finanziell-wirtschaftlichen Aspekten. Für die Pfarrerstochter hat es auch eine geistliche Dimension. „In der Bibel heißt es, unser Körper solle ein Tempel des Heiligen Geistes sein“, sagt sie. „Doch schauen wir uns einmal um in unseren Gemeinden: Auch hier ist bestimmt jeder Zweite übergewichtig“, ist sie empört. Dabei könnten Christen bei der richtigen Ernährung Vorbild sein, stehe doch im 1. Korintherbrief „Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre“ (1. Korinther 10,31). Während die Gefahren und Folgen von Alkohol- und Drogensucht in christlichen Kreisen bekannt seien und es für Betroffene zahlreiche Angebote gebe, werde das weite Feld der falschen Ernährung nach wie vor vernachlässigt. Dabei könnte Betroffenen viel Leid erspart werden, wenn offener darüber gesprochen werde.[…]

90 % Muslime in Aserbaidschan, wie furchtbar
[…]Durch den Sieg beim Liederwettbewerb „Eurovision Song Contest“ ist ein Land ins öffentliche Interesse gerückt, das Europäern weitgehend fremd ist: Aserbaidschan. Wie stellt sich die religiöse Situation in dem vorderasiatischen Staat dar? … Über die Situation der Religionsfreiheit und Menschenrechte gibt es teilweise widersprüchliche Informationen. 90 Prozent der 8,5 Millionen Einwohner sind Muslime; davon sind 75 Prozent Schiiten und 25 Prozent Sunniten. Der Rest der Bevölkerung besteht aus Atheisten, Christen, Juden und Anhängern anderer Religionen. Die meisten der rund 125.000 Christen sind russisch-orthodox. In Baku versammelt sich eine deutschsprachige evangelisch-lutherische Gemeinde mit knapp 80 Mitgliedern. Ferner gibt es den Bund der Evangeliumschristen-Baptisten mit 25 Gemeinden und 3.100 Mitgliedern und den Bund der Siebenten-Tags-Adventisten mit 23 Gemeinden und rund 700 Mitgliedern.[…]

Richtlinien gegen sexuellen Missbrauch, mal abwarten …
[…]Die Deutsche Bischofskonferenz hatte im vergangenen Jahr ihre Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger aus dem Jahr 2002 überarbeitet. Wichtiger Punkt darin ist, dass bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch in katholischen Einrichtungen grundsätzlich die Staatsanwaltschaft informiert werden soll – es sei denn, dass Opfer wünscht das nicht. Auch die vatikanische Glaubenskongregation weist in ihrem Schreiben ausdrücklich darauf hin, dass die Bischöfe der einzelnen Länder bei Missbrauchsfällen je nach nationaler Gesetzeslage mit den zivilen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten müssen. «Insbesondere sind die staatlichen Rechtsvorschriften bezüglich einer Anzeigepflicht für solche Verbrechen immer zu beachten», heißt es in dem vom Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, unterzeichneten Schreiben. Im Hinblick auf den Einsatz von Sonderbeauftragten wie in Deutschland unterstreicht das Vatikandokument, dass die oberste Verantwortung für den Umgang mit Missbrauchsfällen in den einzelnen Diözesen weiterhin bei den Bischöfen liegt. Diese werden zu verstärktem Informationsaustausch «vor allem im Zusammenhang mit Priesteramtskandidaten, die von einem Seminar zu einem anderen, zwischen verschiedenen Diözesen oder zwischen Ordensgemeinschaften und Diözesen wechseln», aufgefordert. In der Vergangenheit war es nach der Versetzung von Priestern und angehenden Klerikern in neue Pfarreien zu Wiederholungstaten gekommen[…]

Der Graben in der katholischen Kirche wird immer tiefer
[…]Katholische Laien sind nicht länger bereit, auf Erlaubnisse „von oben“ zu warten. Sie wollen jetzt eine Ökumene, die zur Lebenswelt der Menschen passt. Das wurde auf der Frühjahrsvollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken am 13. und 14. Mai in Erfurt deutlich. Aus evangelischer Perspektive sind die Ergebnisse nachvollziehbar und unterstützenswert. „Wir brauchen Fortschritte in der Ökumene“, ruft der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, den über 200 Mitgliedern der Frühjahrsvollversammlung 2011 des höchsten katholischen Laiengremiums in Erfurt zu … Der Aufruf von Alois Glück bleibt nicht ungehört, und nach einer leidenschaftlichen und ausführlichen Diskussion verabschiedet die Frühjahrsvollversammlung das Papier „Um der Menschen willen. Plädoyer für eine lebensnahe Ökumene.“ Ein Papier, das deutlich macht, dass die katholischen Laien immer weniger bereit sind, auf „offizielle ökumenische Ergebnisse“ zu warten. Denn ihre Gemeinde- und gelebten Glaubenserfahrungen sind andere, wie es in dem verabschiedeten Papier heißt[…]

B16-RatzeBene arbeitet an neuem einheitlichen Ritus, alt und neu in Verbindung, damit hat die Ökumene noch schlechtere Karten
[…]Nach Ansicht des Kardinals [Koch] ist das Motu Proprio nur der Anfang. Benedikt XVI. wisse genau, dass die Kirche sich auf lange Sicht nicht in einer Koexistenz zwischen der ordentlichen und außerordentlichen Form des römischen Ritus aufhalten könne, sondern dass sie in Zukunft wieder einen gemeinsamen Ritus brauche.„Da jedoch eine neue liturgische Reform nicht zwischen Tür und Angel entschieden werden kann, sondern einen Prozess des Wachstums und der Reinigung erfordert, betont der Papst, dass vorläufig die Nutzung beider Formen des römischen Ritus einander bereichern kann und soll.“ Unter anderem schlägt der Kardinal vor, dass sich im „Novus Ordo“ „stärker die Sakralität manifestieren soll, die viele zum alten Ritus zieht. Die größte Sicherheit dafür, dass das Messbuch Pauls VI. die Pfarrgemeinden vereinen kann und von ihnen geschätzt wird, liegt darin, dass sie mit großer Ehrfurcht in Übereinstimmung mit den Vorschriften gefeiert wird, sodass der spirituelle Reichtum und die theologische Tiefe dieses Missale aufgezeigt werden können“ … „Die nachkonziliare Liturgiereform gilt in weiten Kreisen der katholischen Kirche als ein Bruch mit der Tradition und als eine neue Schöpfung, die einen derartigen emotionalen Streit über Liturgie provoziert hat, dass er bis heute noch zu spüren ist“. Daher will der Papst „zu einer Lösung dieses Streits und zu einer Versöhnung innerhalb der Kirche beitragen: Das Motu proprio soll sozusagen die inter-katholische Ökumene fördern“. Abschließend sagte Kardinal Koch, dass dies jedoch voraussetzen würde, dass die alte Liturgie als „ökumenische Brücke“ begriffen werde. „ Denn wenn die inter-katholische Ökumene scheitert, dann wird sich der Streit über die katholische Liturgie auch auf die Ökumene ausdehnen, und die alte Liturgie wird ihre ökumenische Rolle als Brücke nicht ausführen können“.[…]

Demo für David Berger
[…]Zu einer Solidaritätskundgebung für den bekennend homosexuellen katholischen Theologen und Autor David Berger ruft das „Bündnis 17. Mai“ auf … Am heutigen 17. Mai, dem internationalen Tag gegen Homophobie, wollen sich die Demonstranten um 16 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz zu einem Protestzug versammeln, der auch am Erzbischöflichen Generalvikariat in der Marzellenstraße vorbeiführen soll … Als Redner werden erwartet: die Theologin Uta Ranke-Heinemann, der Lebenspartner sowie ein ehemaliger Schüler David Bergers und ein Lehrer des Nachbargymnasiums.Unterstützt wird der Aufruf unter anderem vom Kölner Kreisverband der Grünen, der Theologin Uta Ranke-Heinemann, dem Filmregisseur Rosa von Praunheim und der Vereinigung „Wir sind Kirche“.[…]

Bundesverwaltungsgericht gibt Scientology recht
[…]Seit April 2007 klagt die Scientology Kirche Deutschland vor dem Verwaltungsgericht Köln gegen das Bundesverwaltungsamt (BVA) auf Vorlage der über sie geführten Akten. Ein auf Anordnung des Gerichts vorgelegtes Register ergab im Jahre 2009, dass die Behörde 355 Leitzordner an Akten gesammelt hatte, über die sie aber jede Auskunft pauschal verweigerte … Das BVerwG hat nun in einem am 5.5.2011 zugestellten 16-seitigen Beschluss (Az. 20 F 20.10 vom 6. April 2011) entschieden, dass die pauschale Verweigerung der Akteneinsicht generell rechtswidrig war. Bereits das VG Köln hatte schon früher in einem Gerichtstermin das Verhalten der Behörde als beispiellose „Mauertaktik“ kritisiert[…]

Großer Religioten-Auflauf
[…]Am ersten Tag der Online-Registrierung für die öffentlichen Veranstaltungen mit Papst Benedikt sind bei der Deutschen Bischofskonferenz bereits mehr als 28.000 Anmeldungen eingegangen. Die Website http://www.papst-in-deutschland.de registrierte 52.000 Zugriffe. Wie kath.net berichtet hat, brach am Montag am Vormittag die Website sehr rasch zusammen, inzwischen ist die Registrierung wieder möglich[…]