Religion in der Moderne


Die Situation der Religion in unseren Tagen ist unübersichtlich. Einerseits schwindet die Zahl derer, die ihren Glauben im Rahmen einer Institution ausüben. Anderseits gibt es unter «Ungläubigen» ein boomendes Interesse an Erlebnisreligiosität. Kann man einen Glauben, den man einmal verloren hat, wiederfinden?

Von Thomas Macho NZZ Online

Der erste Satz des vorläufig letzten Romans von Julian Barnes, «Nichts, was man fürchten müsste» (2008), lautet: «I don’t believe in God, but I miss Him» – «Ich glaube nicht an Gott, aber ich vermisse ihn». «That’s what I say when the question is put», setzt der Autor fort, um von einem marginalen Disput zu berichten: «I asked my brother, who has taught philosophy at Oxford, Geneva and the Sorbonne, what he thought of such a statement, without revealing that it was my own. He replied with a single word: <Soppy.>» Soppy – dieses single word ist mehrdeutig. Langenscheidts Wörterbuch nennt Begriffe wie: «saftlos», «fade», «rührselig», «schmalzig», und Gertraude Krueger, die Übersetzerin der Werke von Julian Barnes, probiert es mit zwei Worten: «sentimentaler Quatsch».

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1 Comment

  1. Religion in der Moderne !? Für mich sind das zwei Begriffe, die sich gegenseitig ausschließen. Etwas altmodisches, rückwärtsgerichtetes wie Religion ist nun mal nicht renovierungsfähig. Ein geistig, philosophischer und kultureller Stillstand, der sich längst als entwicklungsunfähig erwiesen hat.

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