Die Kriegslügen über Libyen


Am 17. März verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Resolution 1973, in welcher der libyschen Regierung u.a. „ausgedehnte und systematische Angriffe gegen die Zivilbevölkerung“ zur Last gelegt werden.

Uwe-Jürgen Ness

Zudem wird in der Resolution unterstellt, dass mit der „Situation“ in Libyen „eine Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit“ gegeben sei. Auf Grundlage dieser Einschätzung verhängte der Sicherheitsrat – gestützt auf Kapitel VII der UN-Charta – eine Flugverbotszone über Libyen und legitimiert jeden Mitgliedsstaat, „alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen“, um dieser Geltung zu verschaffen und die Zivilbevölkerung zu schützen.

Bereits kurz danach berichteten Medien darüber, dass der russischen Militärführung, die seit Beginn des Rebellenaufstandes in den östlichen Provinzen die Lage überwacht, nach dem ihr vorliegenden Bildmaterial aus dem Weltall keine systematischen Bombardierungen oder Massaker an der Zivilbevölkerung bekannt seien. Zwar bezogen sich westliche Militärs und Medien mehrfach auf angebliche Bombardierungen, gleichwohl legte die westliche Kriegsallianz weder vor noch nach Beginn der Bombardierungen entsprechendes Bildmaterial auf den Tisch, das ihre Behauptungen stützen würde. Dies ist umso verwunderlicher, als es in einer Zeit geschieht, in der vermittels Google Earth jedermann (zwar zeitlich verzögert) sogar den Inhalt des umzäunten Gartens seines Nachbarn ausspähen und permanent jeder Quadratmeter der Erdoberfläche abfotografiert werden kann.

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4 Comments

  1. Russland hat wie damals in Ägypten auch Libyen mit riesigen Mengen an Rüstungsgütern beliefert. Das Land war eine sozialisitsche Republik, das Planungsministerium war durchweg mit DDR-Spezialisten besetzt.

    Zu meiner Zeit im Lande gab es riesige neue Supermärkte mit etwa 20.000 bis 40.000 m² Verkauffläche. Darin gab es in 2 Regalen Ölsardinen (mit zu hohem Histamingehalt) und türkische Dampskochtöpfe ohne Gummidichung. Der Rest des Laden bestadn aus leeren Regalen, die 50 bis 100 Angestellten standen rum und quatschten.

    Heute geht alles ohne große Verzögerung durch die Presse. Da ist es für die russische Rüstungsindustrie sehr peinlich, ihre Panzer als nutzlose Schrotthaufen und ihre MIG-Jäger als obsolete Museumsstücke gezeigt zu bekommen. Welcher Potentate kauft so ein Mist noch, das eigene Volk zu ermorden wie in Syrien, Jemen, Zimbabwe usw. geht auch billiger.

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  2. Naja, irgendwie muss man unliebsame Herrscher ja loswerden. Sich einen Grund zu erfinden ist dabei durchaus eine moderne Strategie. Hach ja, die Amis, wie Volker Pispers schon sagte: „Die Amis sind wie ein Glaser, der nachts durch die Gegend streift und Scheiben einschmeißt – und am nächsten Tag kackfrech seine Hilfe anbietet.“

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  3. Nix Genaues weiß man nicht ! Aber, wenn Gaddafi von der Weltbühne verschwinden würde, wäre dies für die Libyer und die Welt kein allzu großer Verlust. Da nehme ich schon mal (ausnahmsweise) in Kauf, dass der Zweck die Mittel heiligt.

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  4. „Dies ist umso verwunderlicher, als es in einer Zeit geschieht, in der vermittels Google Earth jedermann (zwar zeitlich verzögert) sogar den Inhalt des umzäunten Gartens seines Nachbarn ausspähen und permanent jeder Quadratmeter der Erdoberfläche abfotografiert werden kann.“
    -_- Kein Kommentar

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