Theologe Hertel: „Rechtsruck“ in der katholischen Kirche, bedenklicher christlicher Fundamentalismus


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Die Kirchenleitung bremst
Ingolstadt (DK) Er befürchtet einen „Rechtsruck“ in der katholischen Kirche, ein Erstarken konservativer Tendenzen und Vereinigungen, wie Opus Dei oder Pius-Brüder: Peter Hertel, Theologe, Buchautor und langjähriger Redakteur beim Norddeutschen Rundfunk, kommt am Sonntag, 22. Mai, um 15 Uhr auf Einladung der Diözesangruppe Eichstätt „Wir sind Kirche“ in den Gasthof Anker nach Ingolstadt.

Donaukurier

Unsere Redakteurin Katrin Fehr hat sich mit dem 73-Jährigen über christlichen Fundamentalismus, Bischof Gregor Maria Hanke und das Engelwerk unterhalten. Eine Gruppe, die vor schwarzen Katzen warnt und seinen Mitglieder Schutzengeln weiht, deren Schriften 1992 verboten und die 2008 mit neuen Statuten wieder anerkannt wurde.

Sie warnen vor dem Einfluss geheimbundähnlicher Vereinigungen. Wie lautet Ihre Kritik?
Peter Hertel: Meine Kritik bezieht sich auf die extrem machtvollen Gruppen sowie auf die Tendenz, dass der Vatikan rund 50 neue religiöse Gemeinschaften, vor allem konservative, gezielt fördert. Außerdem betreiben Papst Benedikt XVI. und die Glaubenskongregation eine Restaurierung der Kirche, unterbinden zeitgemäße Entwicklungen. Der Trend lautet: Dogmatismus statt Visionen. Statt Reformen zuzulassen, werden die Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils sukzessive zurückgefahren. Angefangen von der Liturgie bis zu den Bischofskonferenzen. Die Bischöfe haben heute weniger Einfluss als je zuvor. Selbst liberale sind kaum noch bereit, Kritik am Vatikan zu üben.

Das Engelwerk ist selbst für manche Kirchenrechtler eine der obskursten Vereinigungen. Hat Sie die Entscheidung der Glaubenskongregation, diese wieder zuzulassen, bestätigt oder entsetzt?
Hertel: Sie hat meine Erwartung bestätigt. Obwohl Engelwerk-Mitglieder weiterhin den kirchlichen Verboten zuwiderhandeln, wird die Organisation voll rehabilitiert. Schon 1983 war Glaubenspräfekt Josef Ratzinger, der heutige Papst, zu einem grundsätzlich positiven Urteil gekommen. Mit dem Münchner Weihbischof Heinrich von Soden-Fraunhofen war die Deutsche Bischofskonferenz hingegen zu einem durchweg negativen Urteil gekommen. Unterstützung fand das Engelwerk in Deutschland damals nur auf den Ebenen darunter, beispielsweise bei Abt Gregor Maria Hanke, dem heutigen Bischof von Eichstätt.

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Peter Hertel:

Das Forum Deutscher Katholiken

Wikipedia:

Forum Deutscher Katholiken

Mitglied des Organisationsteams (13 Leute) von „Forum Deutscher Katholiken“:

Pater Martin Baranowski LC, Priester der Kongregation der Legionäre Christi, stammt aus Bad Homburg (Bistum Limburg). 1995 trat er nach dem Abitur ins Noviziat ein und gehörte zur Gründungsgeneration der Niederlassung in Bad Münstereifel. Nach der Ordensprofess 1997 absolvierte er im spanischen Salamanca humanistische Studien, worauf das Grundstudium der Philosophie in Rom folgte. Von 2000 – 2004 war er in der Jugendarbeit in Süddeutschland tätig. Zwei Jahre darauf erwarb er das Lizenziat in Philosophie an der Päpstlichen Hochschule Regina Apostolorum. Darauf folgte das Theologiestudium. Bei der Gründung des Territoriums Mitteleuropa am 6. Februar 2007 wurde er zum Territorialsekretär ernannt. Seit Sommer 2009 ist er für die Kinder- und Jugendarbeit in Bayern zuständig. Am 12.12.09 wurde er in Rom zum Priester geweiht.

Liste der geistlichen Gemeinschaften der römisch-katholischen Kirche