Mit Gott nach Afghanistan


Quelle: pnn.de

Pfarrer Utz Berlin begleitete Soldaten nach Afghanistan. Im Camp fühlte er sich eingesperrt wie selten zuvor – am Ende entdeckte er seinen Glauben neu

pnn.de

Zunächst ist es ein Summen wie von riesigen schwarzen Käfern. Wenn sie näher kommen und die Erde ins Visier nehmen, wird aus dem Summen ein Knattern. Noch bevor sie unten sind, geht das Knattern über in Dröhnen. Jetzt stehen die Kufen auf dem Flugfeld, aber das Dröhnen hört nicht auf. Es umfängt sie alle hier im Camp, Tag und Nacht. Es zieht in die Hallen zu den Technikern, es kriecht in Zelte und Container zu Kommandeuren und Soldaten, es schlüpft in die Kapelle des Militärpfarrers. Das Dröhnen verstopft die Ohren und zerrt an den Nerven. Allmählich wird es leiser. Flapp-flapp-flapp. Die Black Hawks sind gelandet. Sie transportieren Waffen, Waren und Soldaten. Manchmal bringen sie die Männer verletzt zurück oder tot. Sie bringen den Krieg herein ins Camp Marmal in Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans.

5000 Soldaten arbeiten und leben hier – hinter Mauern und Stacheldraht und umgeben von einer kilometerweiten Sicherheitszone. Die Deutschen haben im Feldlager in Masar-i-Scharif das Sagen. Außer ihnen sind hier viele Amerikaner und andere Europäer, Schweden, Ungarn, Kroaten zum Beispiel. Keiner darf ohne Genehmigung rein und keiner raus. Auch Utz Berlin nicht, der Pfarrer. Er ist 53 Jahre alt. Seit neun Jahren ist er Militärseelsorger bei der Bundeswehr. Es ist Oktober 2010. Seit drei Monaten ist er in Afghanistan.

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