Radikalisierung katholische Kirche Intern – liberale Bischöfe auf Abschussliste


Quelle: herbrechtingen.de

Die Radikalisierung der katholischen Kirche macht sich selbstverständlich nicht nur nach außen gegen die Säkularisierung bemerkbar, sondern auch intern. B16-RatzeBene, als diktatorischer Machthaber und Despot, muss schließlich Sorge dafür tragen, dass seine unfehlbaren Anordnungen von seinen obersten Kleriker-Leithammeln auch umgesetzt werden. Dazu bedarf es einer strengen Hand und eines wachsamen Auges. Auf die Vatikan-Stasi, in Deutschland repräsentiert durch Mitglieder des „Forums Deutscher Katholiken“, ist Verlass. Die treuen Hardliner des Herrn sind stets zugegen, um alles aufzuspüren was gegen die strikte Ratze-Kirchenlehre verstoßen könnte und Meldung zu machen.  Die „Tempelpolizei“ gibt es natürlich weltweit, denn wie sollte die Weltkirchen-Diktatur ansonsten funktionieren.

Erstes Opfer wurde der liberale Bischof von Toowoomba (Australien). Ihn hat man bereits abgeschossen.  Die nächsten beiden, der Hamburger Erzbischof Thissen und der Erzbischof von Barcelona stehen schon seit geraumer Zeit unter Beschuss und Generalverdacht und werden wohl demnächst mit ihrer Amts-Liquidierung  rechnen müssen. Sogleich folgt der nächste Streich und der trifft den Rottenburger Bischof Fürst. Eigentlich hätte der gute Mann mittlerweile wissen müssen, dass es in einer absolutistischen Diktatur weder eine Einhaltung von Menschenrechten, noch demokratische Entscheidungsprozesse geben kann, hat er aber nicht und somit hat er sich erlaubt eine ketzerisch-häretische Meinung gegenüber einer Zeitung zu äußern.

Eigentlich ging es nur darum, dass er sich ein katholisches Frauen-Ordinariat in weit ferner Zukunft in modernen Gesellschaften vorstellen könne und dass er die Anhängerschaft der lateinischen Messe nicht fördern würde, weil oft fundamentalistische Christen dahinter stecken, mit denen es schwierig sei zu reden.  Den B16-RatzeBene Treuen war das jedoch schon mehr als zu viel und prompt hagelte es die erste Kritik. Dieser gute Christ hatte aber vergessen, Bischof Fürst für seine unsägliche Äußerung zum alten Ritus zu maßregeln und somit musste sich Alexander Kissler einschalten, um das Gedankengut von Fürst umfassend und in aller Deutlichkeit als gottlos abzuqualifizieren:

[…]Damit man endlich wohnen könne in der aktuell weitgehend entvölkerten, da unwohnlichen römischen Kirche, schlug Fürst vor: Man solle Eucharistie verstehen als Einweisung „in den Weg Jesu Christi mit und zu den Menschen.“ Die „Christinnen und Christen“ sollten darum „in der Nachfolge Jesu (…) als Gemeinde und Kirche in seine Fußstapfen treten und zu ‚Tätern und Täterinnen des Wortes‘ werden.“ Maßstab sei der „Lebensstil“ Jesu, gerade nun in der „schweren Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise, wie sie die katholische Kirche seit Menschengedenken nicht erlebt hat“.

Historisches Denken können wir eher nicht der Fürstschen Kernkompetenz zurechnen. „Seit Menschengedenken“, meint der gedächtnisschwache Schwabe, seit Jahrhunderten demnach soll es in der katholischen Kirche keine schlimmere Krise gegeben habe als die von interessierter Seite aufgeblähte Vertrauenskrise von 2010? Das möge man bitte den Historikern subito mitteilen, die töricht genug sind, sich noch immer am Schisma von 1054, an der Reformation, am Dreißigjährigen Krieg abzuarbeiten: allesamt Petitessen, weiß der schwäbische Schlaue.

Dass jede Epoche defekt sei gegen die Gegenwart und fast alles Mist außer Deutschland, führte Fürst nun in den Redaktionsräumen der „Ludwigsburger Kreiszeitung“ gekonnt aus. In seinem von massiver Kirchenflucht gebeutelten Bistum gibt es derzeit einen jungen Mann, der sich auf die Priesterweihe 2012 vorbereitet. Offenbar ist das genau einer zuviel, denn Fürst teilt dem jungen Mann laut Zeitung mit: Weibliche Priester seien in „fortschrittlichen Ländern, wie Deutschland oder den USA (…) denkbar“, wenn auch „vorerst nicht“.

Der arme Tropf muss sich also anhören lassen, sein Entschluss zur priesterlichen Lebensweise sei ein Steinzeitreflex, Überbleibsel eines nicht so „fortschrittlichen“ Denkens, er sei kindisch aus der Zeit gefallen. „Fortschritt“ hingegen besteht im Fürstschen Weltbild darin, die endgültige dogmatische Entscheidung von Papst Johannes Paul II. – ulkigerweise desselben Papstes, der Fürst auf den viel zu großen Bischofsstuhl von Rottenburg-Stuttgart hievte – lächelnd zu missachten.

„Fortschritt“ á la Fürst heißt, der Kirche theologisch eine Nase zu drehen, ihre Alimente aber anzunehmen, heißt den Papst zum Grüßaugust zu verzwergen und sich selbst, dem Provinzhirten, den Lorbeerkranz der Weltklugheit aufzusetzen.

Fürst führt offenbar nicht nur mit der Muttersprache, sondern auch mit Mutter Kirche einen possierlichen Kleinkrieg. Ich darf nicht? Darf ich doch, ätschi-bätschi: So löckt der oberste Verwalter einer serbelnden Diözese gegen die Weltkirche, die alles in allem wächst und gedeiht, so gießt er Häme auf all jene Länder, in denen der Glauben blüht und die sich nun als gestrig beschimpft sehen.

Gebhard, Gebhard, magst Du Dich nicht befreien von der Kirche, die Dir solche Pein verursacht? Dann müsstest Du auch nicht länger jene Gläubigen, denen wie Pontifex Benedikt die klassische lateinische Messe am Herzen liegt, als „oftmals fundamentalistisch“ verunglimpfen. Warst Du Dir, in der gemütlichen Ludwigsburger Redaktionsstube, bewusst, dass Du damit auch Benedikt XVI. zum Fundamentalisten stempelst?

Ein Bischof, der die Gläubigen anderer Länder für rückschrittlich erklärt, den Papst einen Fundamentalisten schimpft und die eigenen geistlichen Wüsteneien zur Oase umbiegt, bleibt natürlich Bischof. Aber er ist es nicht länger.

Bischof Fürst hat sich also ganz eindeutig zu weit aus dem Fenster gelehnt und ob er in seinem Job überleben wird, ist kaum anzunehmen, sollte er nicht einen demütigen offiziellen Rückzieher machen und in Zukunft schön brav kuschen. Die liberalen Christen und Laienverbände wie auch der Zentralrat der Katholiken, stehen bereits Kopf  und rebellieren. Der Unmut der liberalen katholischen Basis über so viel Dogmatik und die gnadenlose vatikanische Ignoranz  gegenüber relevanten Reformen wächst täglich.

Die Spaltung ist perfekt, man sollte jedoch wenig Hoffnung haben, dass B16-RatzeBene sich vom schnöden katholischen Plebs erweichen lässt, eher geht die Welt unter.  Je länger Ratze lebt, desto mehr linientreue Hardliner wird er in die weltweiten Kardinals-Posten erheben und dann sieht es bei der Wahl des nächsten obersten Unwürden-Trägers auch nicht besser aus; ergo raus aus der katholischen Kirche, Ihr katholischen Rebellen, zur Not noch ein Übertritt in die evangelische Volkskirche, alles andere bedeutet Mittäterschaft an der Diskriminierung von Menschenrechten und der schleichenden Abschaffung jeder Staats-Demokratie.

Doch bitte nicht denken, dass das Übel nur vom Vatikan ausgeht, denn das Gros der Evangelikalen, die sich nicht nur in Freikirchen, sondern auch in der evangelischen Kirche tummeln, sind Ratzes Wegweisungen momentan viel näher als der evangelischen Kirche, was bereits offiziell geäußert wurde. Anti-Abtreibung, Anti-Gender, Homo-Hetze und eine generelle Tendenz zurück ins Mittelalter sind beiden Gruppierungen ein immanentes Anliegen auch gegen liberale Protestanten. Mein Aufruf richtet sich natürlich auch an erster Stelle an unsere religiöse Polit-Lobby, die immer mehr meint, es gäbe ohne Glaube keine Werte und somit auch keine gute Politik. Schön verarscht, kann man da nur sagen. Als Ungläubiger kann man sich gemütlich zurücklehnen und dabei zusehen, wie sich die innerreligiösen Abteilungen gegenseitig zerfleischen. Viel Spaß dabei!

1 Comment

  1. Na also. Und ich dachte schon der Woyatollah in Bella Roma macht gar nichts. OK, dauert halt alles etwas länger. Ich an seiner Stelle hätte die Unterzeichner von „Kirche 2011“ allesamt sofort wg. Insubordination fristlos entlassen. Ach bin ich wieder so radikal.

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