Christliche Arbeitssklaven


Arbeiter bei einem Flugzeugbauer: "Höchstens zehn Prozent klagen", Foto: REUTERS

Hunderttausende Leiharbeiter wurden mit Mini-Gehältern abgespeist, weil christliche Gewerkschaften Billiglöhne vereinbart hatten. Laut Arbeitsgericht dürfen die Beschäftigten viel Geld nachfordern – doch die meisten scheuen eine Klage gegen ihren Chef. Ein Betroffener kämpft nun für sein Recht.

Von Jonas Nonnenmann und Yasmin El-SharifSpON

Frank Schellenberg hat Mut bewiesen – und dabei seinen Job riskiert. Der Drucker, der als Leiharbeiter eingesetzt wird, forderte im März rund 9000 Euro von seinem Arbeitgeber, die dieser ihm schuldig war. Wenige Tage später wurde Schellenberg nach eigenen Angaben fristlos entlassen.

Doch wenn der 51-Jährige durch die Kündigung eingeschüchtert werden sollte, ist der Versuch kläglich gescheitert: Der Familienvater hat sich einen Anwalt gesucht – und fordert nun gerichtlich sein Geld und seinen Job bei der Leihfirma Tabel zurück. Am kommenden Dienstag beginnt der Prozess vor dem Lübecker Arbeitsgericht. Das Unternehmen selbst will sich zu dem Verfahren nicht äußern.

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1 Comment

  1. Die sog. „christlichen Gewerkschaften“ haben sich längst als verkappte Arbeitgeber-Organisation entpuppt. Echte Mitglieder muß man in dieser Gewerkschaft mit der Lupe suchen !

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