Churer Bischof Huonder und seine Liebe zu den „Servi della Sofferenza“ Radikal-Fundis


Quelle: onz.ch

Der Churer Bischof und die gehorsamen Diener des Leidens
Bischof Huonder besetzt viele Schaltstellen mit Leuten der Bewegung Servi della Sofferenza. Und schaffte eigens für sie neue Posten.

Von Michael MeierBerner Zeitung

Die Servi della Sofferenza geloben Keuschheit, Armut und Gehorsam. Sie leben aber nicht im Kloster, sondern in der Welt. Als Diener des Leidens wollen sie die Gesellschaft mit dem Geist des Evangeliums durchtränken. Gemäss Website vereinen sie «ihre Leiden mit dem erlösenden Leiden Christi, um die Sendung Padre Pios in der Welt fortzuführen». Angeblich wurde das sogenannte Säkularinstitut auf Wunsch des heiligen Padre Pio (1887–1968) gegründet. 58 Jahre lang zeigte er an seinen Händen Stigmata, um so «am Kreuz Christi teilzuhaben».

Nach Auskunft von Vikar Martin Rohrer aus Brunnen hat die in Italien entstandene Bewegung einen männlichen und einen weiblichen Zweig. Der Schweizer Sektor zähle etwa 25 geweihte Mitglieder und 7Associati, zugewandte Gläubige. Fast alle leben im Bistum Chur und sind Bischof Vitus Huonder unterstellt.Der Churer Bischof umgibt sich zunehmend mit den Mitgliedern des Instituts. Zwei seiner Sekretärinnen sind Dienerinnen des Leidens. Die Männer der Bewegung, allesamt junge Priester, beruft der Churer Bischof neuerdings zu seinen engsten Mitarbeitern. Den Chef bei den Männern, den Wetziker Pfarrer Andreas Fuchs, hat Huonder gerade zum neuen Generalvikar für Graubünden ernannt, anstelle des aus Protest gegen Huonders Kurs zurückgetretenen Andreas Rellstab.Für einen anderen jungen Diener des Leidens hat Huonder sogar eine Kaderstelle geschaffen: Der 40-jährige Klaus Rohrer amtet an der Kurie als bischöflicher Zeremoniar und ist für alles Liturgische zuständig. Ein neulich von Huonder an alle Priester gesandter Katechismus («Das ewige Leben gewinnen») zeigt Jungpriester Rohrer in farbigen Illustrationen beim Zelebrieren der Messe.

Huonders Chauffeur ist Vikar

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Der «Schwarze Block»

Bedingungsloser Gehorsam

Als neue Erscheinung im Bistum Chur werden die Servi della Sofferenza von den Religionssoziologen bisher kaum wahrgenommen. Für Beobachter sind sie eine weitere traditionalistische Gruppierung, wie sie von den Bischöfen Wolfgang Haas und Vitus Huonder gefördert werden. Zusammen mit dem spanischen Opus Dei und der Petrusbruderschaft, welche die alte lateinische Messe kultiviert, gehören sie zum «Schwarzen Block». Priester dieser Gruppierungen, erkennbar am weissen Römerkragen, bilden eine Art Parallelklerus und gehören grösstenteils dem Churer Priesterkreis an. Bei all diesen Geistlichen kann Huonder mit bedingungslosem Gehorsam gegenüber Papst und Bischof rechnen.