Freies Tibet


1951 hielt der 14. Dalai Lama Tibet für einen Teil Chinas: Händeschütteln mit Mao Foto: AP

»Free Tibet« lautet der beliebte Slogan, der auf Aufklebern, Fahnen und T-Shirts die Unabhängigkeit der Autonomen Region Tibet von der Volksrepublik China fordert. Tibet, ein einst selbständiger Staat, sei ab 1950 von der neu gegründeten VR China zunächst militärisch überfallen und später völkerrechtswidrig annektiert worden, so der Mythos, dem auch der Großteil der deutschen Medienlandschaft anhängt. Die »Befreiung«, die der Region heute zugedacht wird, begann für die Mehrheit der Tibeter jedoch schon 60 Jahre früher: Leibeigenschaft und Sklaverei, in der rund 90 Prozent der tibetischen Bevölkerung im »alten Tibet« gefangen waren, blieben keine religiös verbrämten Unveränderlichkeiten mehr.

Von Sebastian CarlensjW

Von der Feudalherrschaft …

Das Hochland von Tibet umfaßt einen großen Teil des Himalaya-Gebirges und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 4500 Metern – dies brachte ihm die Bezeichnung »Dach der Welt« ein. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts hatte sich dort der Gelugpa-Orden, die »Gelbmützen«-Sekte, in mehreren blutigen Religionskriegen gegen die anderen Vertreter älterer buddhistischer Schulen in Tibet durchsetzen können. Hatten die tibetischen feudalen Eliten schon unter der chinesischen Herrschaft während der verschiedenen Dynastien des alten Kaiserreiches weitestgehend freie Hand, so konnten sie unter dem Eindruck der Zerfallserscheinungen, in die das chinesische Reich nach den beiden Opiumkriegen (1839–42 und 1856–60) geriet und der damit einhergehenden Schwächung der Zentralregierung vollends nach der Macht greifen.

Die territoriale Zugehörigkeit Tibets zu China wurde dann auch seit dem 19. Jahrhundert ernsthaft in Frage gestellt: Die Briten griffen nach der Provinz und bereiteten von Indien aus deren Übernahme vor. 1911 stürzte eine bürgerlich-demokratische Revolution die letzte (Qing-)Dynastie in China, und in den darauf folgenden Revolutions- und Bürgerkriegswirren ergriff der 13. Dalai Lama die Initiative: 1913 erklärte er Tibet – gegen den Widerstand der jungen Republik China – für unabhängig. Weit her war es mit der Unabhängigkeit jedoch nicht: Weder China noch irgend­ein anderes Land der Welt erkannte den neuen Staat an; auch fehlt die chinesische Unterschrift auf dem »Unabhängigkeitsdokument«. Für die Chinesen war diese Episode eine weitere nationale Demütigung, verübt durch die verschiedenen in China operierenden ausländischen Mächte.
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Foto: brightsblog

5 Comments

  1. Ich selbst habe nun tatsächlich diverse andere Quellen herangezogen und habe nun vorher ein Bild von Tibet, dass es zwar rechtfertig, dass eine grundsätzliche „Befreiung“ unterstützt werden sollte, schließlich war Tibet einmal autonom, dass das schon ziemlich lange her ist, ist dabei zweitrangig. Was ich aber inzwischen kritisch sehe ist das verherrlichende Bild, dass viele hierzulande haben, vor allem mit den Chinesen als den „Bösen“. Für mich stellen sich die Tibeter gerade ein wenig wie die Palästinenser dar: ihr Ansinnen ist berechtigt, aber sie sind definitiv keine Kinder von traurigkeit und haben den Terror schon vor geraumer Zeit als perfides Mittel der Kriegsführung entdeckt. Dass die Tibeter auf sich allein gestellt scheinbar ein schlechteres Leben hatten als unter chinesischer Führung, das ist ein weiterer wichtiger Punkt. Wie heißt es nicht immer so flappsig-weise: weg ist keine Richtung.

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  2. @vindexsinenomine
    Es braucht nicht einmal Colin Goldner, um festzustellen, daß der Dalai Lama ein intellektuell beschränkter Sektenführer ist. Es ist eine Tatsache, daß Tibet durch eine Mönchskaste beherrscht wurde, die ihr eigenes Volk ausbeutete und mit ebenso unmenschlichen Regeln und Vorschriften drangsalierte wie die RKK.
    Bei einem Deutschlandbesuch des Dalai Lamas 1998 habe ich als Journalist sein „Heerlager“ in der Lüneburger Heide besucht. Es war erschreckend zu sehen, wie sich dort eine geistig fürchterlich simple Esoterikergemeinde traf, um den Banalitäten dieses Schwindlers zu lauschen.
    Dieser Mann ist nicht besser als der berüchtigte Bagwhan – aber es genügt wohl bereits aus Tibet zu kommen und ein gelbes Büßergewand zu tragen, um für einen „Heiligen“ gehalten zu werden.
    Offenbar kann aber die Esoterikszene nicht auf solche falschen Propheten verzichten. Leider hat der Dalai Lama unter Politikern und anderer Prominenz reichlich einflußreiche Freunde, die ihn unkritisch anhimmeln. Dieser Mann braucht keinen namenlosen Beschützer!

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  3. Die junge Welt ist ein Medium der ehemaligen SED. Man sollte wirklich nicht auf Linksextreme, Vaterlandsverräter, die in dieser Zeitung angestellt sind, (Ich nehme es persönlich, wenn jemand dafür im Westen spioniert hat, mir und dem Rest der Bevölkerung Freiheit, Menschenrechte und anderes zu stehlen und mich einer Parteidiktatur zu unterwerfen. Wenn so jemand auch noch auf freien Fuß ist und journalistisch tätig ist, statt bis an das Ende seiner Tage in einer Zelle einzusitzen, wo er unter Umständen wie Heß einsitzt.)

    Tibet ist auf Grund der ideologischen Verherrlichung durch die Nazis ein Feindbild der blutroten Fraktion und dort operiert das Goldnerlein.

    Wer eine Universität von Innen gesehen hat, sollte nicht blind einen Artikel glauben, der in einer Zeitung erschien, die man nicht ernst nehmen sollte. Die Menschen lügen, wenn sie Recht haben wollen und Vorurteile verankern wollen.

    @subkuttan
    Colin Goldner ist für Tibet, den Buddhismus und allgemein das gleiche wie Wilders, etc. für den Islam. Pauschalieren, Aufhetzen und die übliche linksextreme Parteinahme für China sind wirklich nichts neues. Seinen Krieg gegen asiatische Kampfsportarten hat das Männlein verloren, daher nimmt er sich jetzt das nächste Haßobjekt vor.

    Wissenschaftlichkeit und anderes gibt es bei diesem Menschlein nicht, keine wissenschaftliche Neutralität, nur Kriegsgeschrei und Polarisierung.

    Wer den Humanismus und die Vernunft bemüht, sollte sich vor Goldner hüten, andernfalls kann er dann auch gleich die Stiefel von Wilders und den anderen politisch Impotenten lecken. Macht keinen Unterschied … Stil, Ideologie und die niedere Gesinnung und Wesensart sind die gleich

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  4. @David

    Colin Goldner ist einer der ganz wenigen, die kritisch berichten.
    Hier hast Du mehr zum Thema:

    http://www.gottkoenig.de/node/28

    „Die hiesige Tibet-Schwärmerei ist reine Projektion“
    http://www.heise.de/tp/artikel/27/27814/1.html

    „Ihre Heiligkeit & der Sex“
    http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2010/fruehling-2010/dalai-lama-der-sex/

    Durchaus rechtens sei es nach tantrischer Lehre, ein Mädchen, das die sexuelle Vereinigung verweigert – schon Achtjährige werden dazu herangezogen –, dazu zu zwingen. Mit Frauen fortgerückteren Alters solle tunlichst kein Sex mehr praktiziert werden: Ab 30 werden sie nur noch als „Hundeschnauze“, „Schakalfratze“, „Eulengesicht“ und dergleichen bezeichnet.

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  5. Dass es auf der ganzen Welt keine einfache Aufteilung in Gut und Böse gibt, ist mir ja nun natürlich so gar nicht neu. Der Artiekl hier hat mir nun aber dennoch etwas die Augen geöffnet, wenngleich ich ihn nochmal durch Hernnahme anderer Quellen verifizieren möchte. Definitiv war mir das alles aber neu und wenn ich daran denke, wieviele Menschen in Deutschland sich für Tibet erwärmen und in China das versgtaatlichte Schlechte sehen, wird mir etwas Übel. Ich könnte wetten, 80 Prozent von denen haben mal wieder, richtig: keine Ahnung. So wie ich bisher, was diesen Sachverhalt betrifft.
    Danke dafür!

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