Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Leitspruch: „Wer dem Klerus hinterherläuft, hat nur Ärsche im Blickfeld“  (subkuttan)

Brasilien: Es wird immer besser, Kirchen setzen durch, dass man Schwule wieder diskriminieren darf
[…]Auf Druck des Parlaments sind in Brasilien die Herstellung und die Verteilung von Schulmaterial gegen die Diskriminierung von Homosexuellen gestoppt worden. Nach einem Treffen mit katholischen und evangelischen Abgeordneten, die das Material heftig kritisiert hatten, teilte die Regierung am Mittwoch (Ortszeit) in Brasilia mit, dass die Produktion und Verteilung von Handzetteln und Videos zur Aufklärung über Homosexualität ausgesetzt worden seien. In dem Gespräch sei Staatschefin Dilma Rousseff mit den Parlamentariern übereingekommen, dass künftig vor der Ausgabe derartiger Materialien breiter angelegte Konsultationen stattfänden … Evangelische Abgeordnete hatten damit gedroht, so lange über kein Gesetz mehr abzustimmen, bis die Regierung ihr Schulprojekt gegen Diskriminierung von Schwulen und Lesben fallen lässt … Rousseff hatte sich bereits in ihrem Wahlkampf dem Druck der Kirche gebeugt und zugesichert, eine Legalisierung von Abtreibungen nicht zu unterstützen.[…]

Matussek hat sie nicht mehr alle … völlig durchgeknallt
[…]Matthias Matussek, Autor und langjähriger Spiegel-Korrespondent und -Reporter, warnt in der Katholischen Akademie Stapelfeld (KAS) vor einer Modernisierung. Die Gegenwelt der Kirche sei gerade deswegen so stark, weil sie „nicht mitmacht“, sich nicht den gesellschaftlichen Veränderungen anpasst. „Wir schaffen es nicht, Gott für Couch-Potatoes interessant zu machen“, lautet sein resignatives Urteil. Das zweite vatikanische Konzil hat seiner Ansicht nach einen gewichtigen Teil zur Krise der Kirche beigetragen: „In dem Maße, in dem sich die Kirchen entzauberten, leerten sie sich“ … Matussek wendet sich gegen Ökumene („Ich bin gegen die Auflösung der Randschärfen der Religionen“) und wettert gegen Margot Käßmann („Ich glaube dieser Frau kein Wort“). Mit beidem ruft er teils scharfe Kritik aus dem Plenum hervor. Der Katholizismus sei nicht die einzig gültige Religion schimpft eine Gegenstimme.
Die protestantische Messe lasse ihn kalt. Matussek: „Ich brauche bestimmte Rituale, die mich heranführen an das Geheimnis.“ Wenn die Kirche Moden hinterherlaufe, werde sie gestaltlos.[…]

Die Verherrlichung der Sekte Opus Dei und der Vatikan ist begeistert
[…]Einige kritisieren das Opus Dei und bezeichnen es als Geheimgesellschaft; können sie uns das Charisma und die vielen guten Werke, die es entfaltet, erläutern? Mastroianni: Man kann Opus Dei nicht verstehen, wenn man versucht, es in das allgemeine Denken der politisch-ökonomischen Koordinaten zu zwingen, weil es ein vornehmlich geistiges Phänomen ist. Um sich eine Idee davon zu machen, was das Werk ist, muss man an einen Ehemann denken, der seine Frau wirklich liebt und ihr seine Liebe und Zuneigung zeigt; man muss an einen Freund denken, der wirklich in der Lage ist, ein Freund zu sein, sich also die Schwierigkeiten des Nächsten aufzubürden; genau so wie ein Arbeiter, der an seiner Arbeitsstelle seine Bemühungen und seinen Eifer dafür einsetzt, denen, die ihn umgeben, zu helfen. Menschen, die dies tun, nicht weil sie die ersten ihrer Klasse sind, sondern weil sie ein lebendiges Verhältnis zu Gott haben und aus diesem Verhältnis den Wunsch ziehen, gemäß Seiner Art, welches die Liebe ist, zu leben. Dies ist auch der Grund warum in der ganzen Welt erzieherische und hilfeleistende Einrichtungen geschaffen wurden, um verschiedenen Nöten der Gesellschaft entgegen zu kommen. Es sind zivile Einrichtungen (Schulen, Krankenhäuser, Bildungszentren usw.), die von Gläubigen der Prälatur gefördert werden, zusammen mit Freunden und Mitarbeitern. Sie setzen sich sowohl in Entwicklungs- als auch in fortgeschrittenen Ländern ein, um zum Gemeinwohl beizutragen. Aus allen Beispielen nur zwei aus Rom: der bio-medizinische Campus, wo man versucht, kompetenten und gleichzeitig menschlichen medizinischen Beistand zu leisten; und das Zentrum Elis, welches jedes Jahr hunderte von Jungen Menschen in die Arbeitswelt eingliedert[…]

Thierse zu Papst-Besuch und Berlin: „Schwule und Lesben haben Konflikte mit kath. Kirche“???, klar, umgekehrt natürlich nicht
[…]Die Metropole sei kein „religiöses Niemandsland“, aber eine weltanschaulich „höchst differenzierte Landschaft“, sagte der Politiker dem Münchner Kirchenradio. Zudem sei Berlin die Hauptstadt der Schwulen und Lesben, die ein „besonders konfliktreiches Verhältnis“ zur katholischen Kirche hätten. „Das ist aber eben ein Teil der modernen Welt“, so Thierse. Aber auch diese Welt habe vielleicht noch Erwartungen an den Papst. Wenn er gehört werden wolle, dürfe er sich aber nicht nur an die „sowieso schon braven Katholiken wenden“. […]

B16-RatzeBene hatte Kardinal Lehmann den Ruhestand verweigert, die Pensionierung dürfte nun kein Problem mehr sein
[…]„Dass sich Leute eine Firmung nach altem Ritus wünschen können, halte ich für Blödsinn“. Dies sagte Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, auf eine Anfrage im Rahmen eines Leserforums der „Allgemeine Zeitung“. Zwar wolle er keine komplette Absage an die Messe im außergewöhnlichen Ritus erteilen … Doch eine Firmung nach altem Ritus? „Ich werde das nicht tun, sollen sie woanders hinreisen“.[…]

PID: „Radikale Schutzposition“ findet kaum Zustimmung
[…]Ein gespaltenes Votum haben Sachverständige im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages am Mittwoch zur künftigen gesetzlichen Regelung der Präimplantationsdiagnostik abgegeben … Jurist Matthias Herdegen sprach sich hingegen für eine Zulassung der PID in engen Grenzen aus. Ein völliges Verbot sei im Hinblick auf das aktuelle Abtreibungsrecht und die Anwendung der PND nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Wolle man die PID verbieten, müsse auch das Abtreibungsrecht verschärft werden. Das wiederum untersage aber das Grundgesetz. Eine „radikale Schutzposition“ finde bei Christen wie Nichtchristen kaum noch Zustimmung. Ablesbar sei das am aktuellen Abtreibungsrecht. Die Abgeordneten des Deutsche Bundestag wollen noch vor der Sommerpause über die künftige gesetzliche Regelung der PID abstimmen.

Dawkins: „Religion hat Bibel gekapert“
[…]Der atheistische Evolutionsbiologe und Bestsellerautor Richard Dawkins („Der Gotteswahn“) hat seine eigene Ansicht über Wesen und Herkunft der Bibel: Er schätze die kulturelle, geschichtliche und literarische Bedeutung der Bibel, man dürfe sie nur nicht von der Religion „kapern“ lassen … Wie Dawkins sagte, könne man ohne die Bibel zu kennen englische Literatur ebenso wenig verstehen wie etwa die Musik von Richard Wagner (1813-1883) ohne Kenntnis der nordischen Gottheiten. Zudem seien viele Worte und Begriffe aus der King-James-Bibel in die Alltagsprache eingeflossen[…]

Ökumenischer Kirchentag?
[…] 500 Jahre nach dem «Beginn der Neuzeit» in dem Land einen gemeinsamen Kirchentag zu feiern, in dem die Spaltung der Kirchen begann, habe einen hohen Symbolwert, schreiben Reiche und Hunstig. Beide Kirchen müssten dafür auch zu Kompromissen bereit sein. Die Unterschiede zwischen beiden Konfessionen seien ohnehin kleiner geworden. Bislang sehe es jedoch eher danach aus, «als ob beide Seiten, sich gegenseitig die Schuld gebend, erleichtert fröhlich resignieren» und 2016 der 100. Deutsche Katholikentag und 2017 der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag gefeiert würden, kritisieren Reiche und Hunstig[…]

Entwicklungshilfe: Bundesminister Niebel gegen konfessionell ausgerichtete Projekte
[…]Mit konfessionell ausgerichteten Projekten würden wir noch mehr Konflikte schaffen, statt sie zu begrenzen», sagte er in einem Interview der Beilage «Christ & Welt» in der Wochenzeitung «Die Zeit». Niebel sieht sich mit dieser Position in Übereinstimmung mit kirchlichen Entwicklungsorganisationen. Angesichts der Übergriffe auf Kopten in Ägypten war die Frage aufgekommen, ob es dort Projekte nur für Christen geben müsste. «Alle, die sich damit auskennen, sagen: Finger weg davon!» sagte Niebel[…]

Wozu haben wir eigentlich noch Politiker? Der Klerus macht doch Politik
[…]Deutsche Bischöfe legen Papier zu Energiepolitik vor. Erzbischof Marx betont in seinem Vorwort, die Energiefrage sei auch eine Gerechtigkeitsfrage. Wenn die Bischöfe diesen Ansatz weiterverfolgen, könnten sie mit ihrem Papier tatsächlich für frischen Wind in der Diskussion sorgen … Die eigentliche Arbeit geht jetzt erst los. Das Papier der Bischöfe und der Abschlussbericht der Atom-Ethikkommission können nur eine Etappe auf einem langen Weg sein. Eine konkrete Hoffnung hat das Kommissionsmitglied Marx allerdings: Dass das Gremium ein Ergebnis vorlegt, das Legislaturperioden überdauert, aber zugleich zeigt, „dass es um eine Gemeinschaftsaufgabe geht“. Nichts weniger als ein „gesellschaftlicher Konsens über die zukünftige Gestaltung der Energieversorgung“ wird angestrebt. Es wird spannend sein zu sehen, ob die Einsichten aus dem kirchlichen Papier auch in den Bericht der Ethik-Kommission der Bundesregierung eingeflossen sind. Das Ergebnis wird am kommenden Montag vorliegen.[…]

Guter Ansatz, dass aber die soziale Arbeit der Kirchen Ausbeutung, Lug, Trug und Indoktrination bedeutet, ist immer noch nicht durchgesickert
[…]Jeder dritte Katholik räumt dem eigenen Gewissen eine größere Bedeutung ein als dem kirchlichen Lehramt. Sie halten den persönlichen Glaube für wichtiger als die Aussagen von Papst und Bischöfen, heißt es in einer Studie der Thomas-Morus-Akademie, aus der die Wochenzeitung „Christ & Welt“ zitiert. Auch kirchentreue Mitglieder distanzierten sich zunehmend innerlich von der Kirche als Institution. Viele Befragte schätzten aber die soziale Arbeit und inhaltlichen Angebote der Kirchen[…]

1 Comment

  1. Es ist mit Händen zu greifen, daß sowohl die Katholiken wie die Evangelikalen sich ihre „neuen Juden“ ausgeguckt haben. Sie bekämpfen Homosexuelle wo sie nur können. Grund ist nicht nur ihre Sexualhysterie – sie benötigen nach dem Holocaust wieder ein neues Feindbild.
    Die Nazis haben auf verbrecherischste Weise den Antisemitismus der katholischen Kirche übernommen und im Holocaust tödlich zum Gipfe geführt. Da können sich die christlichen Kirche wunderbar reinwaschen; sie selbst haben sich angeblich die Hände nicht schmutzig gemacht.
    Es muß jetzt ein neues Feindbild her: das sind die Schwulen!
    Das Anrennen gegen die Schwulenehe, gegen Antidiskriminierungsgesetze ist nur der Anfang. Uganda zeigt, wie weit es kommen soll: der Gesetzentwurf zur Todesstrafe fürs Schwulsein wird auch ein drittes Mal im Parlament vorgelegt werden!
    So wünschen es sich Evangelikale und Vatikan: eine „schwulenbereinigte Welt“! Durch wieviel Haß und Mord sie ewerkstelligt wird, ist im Namen des Herrn ganz gleichgültig. Und es werden wieder die Organe der Staaten sein, die die Verbrechen ausführen, während sich im Vatikan und den Zentralen der Evagelikalen Bewegung z.B. in den USA die eigentlichen Urheber die Hände wiederum in Unschuld waschen.
    Nach den Schwulen kommen auch die Frauen an die Reihe, die man völlig marginalisiert als Gebärmaschinen. Das Wunschdenken der Radikalchristen ist eine frauenbereinigte eunuchische Männerwelt! Natürlich sind solche solche Vorstellungen absurd. Aber welche Auswüchse das hat, zeigt z.B. der Aberwitz um Auto fahrende Frauen in Saudi Arabien…
    Es wird einmal mehr deutlich, wie gemeingefährlich die Religionen sind – und wie menschenfeindlich!

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