Religion im säkularen Staat


Speyer, Synode, Christian Schad - Foto: Ev. Landeskirche Pfalz

Gegen laizistische und antikirchliche Strömungen in der Gesellschaft hat sich der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, gewandt. In seinem Bericht vor der in Speyer tagenden Landessynode sprach er von Strömungen, die „gezielt die Öffentlichkeit suchen, um ihre Angriffe und Forderungen vorzutragen“.

Saarländische Online-Zeitung

In seiner Rede befasste sich der Kirchenpräsident mit aktuellen Entwicklungen, die für ihn „Teil eines gesellschaftlichen Veränderungsprozesses im Verhältnis zur Religion“ seien. Auch in den politischen Parteien würden einzelne Stimmen lauter, die Religion und Religionsgemeinschaften aus dem öffentlichen Raum verdrängen wollten. Die „säkularen Humanisten“, „Bekenntnisfreien“ oder „Neuen Atheisten“ nähmen zwar für sich in Anspruch, für alle zu sprechen, die nicht Mitglied einer Kirche oder Religionsgemeinschaft seien, ihr tatsächlicher Organisationsgrad sei jedoch noch gering, so Schad.

Die Forderungen der Säkularen stellten in ihrer Gesamtheit fast alle Charakteristika des deutschen Religionsverfassungsrechts in Frage, erläuterte der Kirchenpräsident: „Von der Nennung des Gottesnamens in der Präambel unseres Grundgesetzes, über den Körperschaftsstatus nebst Kirchensteuer, die theologischen Fakultäten, den konfessionellen Religionsunterricht bis hin zum Schutz vor entschädigungsloser Ablösung hinsichtlich der Verstaatlichung von Kirchengut im Zuge der Säkularisation“. Selbst die kirchliche Trägerschaft von Kindertagesstätten werde prinzipiell problematisiert.

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3 Comments

  1. „Wenn der Staat Religion zurückdränge, ergreife er faktisch Partei für einen säkularen Humanismus und verletze damit die weltanschauliche Neutralität.“

    Eine offensive Förderung des Christentums hingegen entspricht vollends der weltanschaulichen Neutralität, gell?

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  2. Nennung des Gottesnamens in der Präambel? Jehova, anyone?
    Religionsverfassungsrecht? Aus welcher dunklen Körperöffnung hat er sich das denn rausgezogen?
    Strömungen, die gezielt die Öffentlichkeit suchen? Die sollen gefälligst ihren Mund halten, oder wie?

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  3. Die Thesen und Ansichten des evangeliotischen Kirchenpräsidenten Schad werden das 21. Jahrhundert garantiert nicht überleben. Offenbar hat ihn noch nicht mal das Zeitalter der Aufklärung erreicht. Er wird als Ewiggestriger in die Kirchengeschichte eingehen als einer, der vom Zug der Zeit überfahren wurde.

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