Ethikpreis für Paola Cavalieri und Peter Singer


Peter Singer 2009, Quelle: wikipedia

Die italienische Philosophin Paola Cavalieri und der australische Philosoph Peter Singer erhalten den mit 10.000 Euro dotierten „Ethik-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung“. Der Festakt zur Preisverleihung findet am 3. Juni 2011 in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main statt.

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Cavalieri und Singer werden für ihr engagiertes Eintreten für Tierrechte ausgezeichnet, insbesondere für die Initiierung des Great Ape Project (GAP), teilt die Stiftung mit: Unterstützt von renommierten Primatologen wie Jane Goodall fordert das Great Ape Project für Orang-Utans, Gorillas, Bonobos und Schimpansen einige jener Privilegien ein, die bisher nur für Menschen gelten: Recht auf Leben, Recht auf Freiheit und ein Verbot der Folter.

Die Giordano-Bruno-Stiftung unterstützt derartige Bestrebungen, da sie sich „folgerichtig aus den Prämissen des evolutionären Humanismus ergeben“, wie Stiftungssprecher Michael Schmidt-Salomon betont: „Wir Menschen sind nicht die Krone der Schöpfung, sondern evolutionär entstandene Organismen wie andere auch. Das sollte sich in einem verantwortungsvolleren Umgang mit der nichtmenschlichen Tierwelt niederschlagen, speziell in unserem Verhältnis zu jenen Lebewesen, mit denen wir unsere Evolutionsgeschichte seit Jahrmillionen teilen.“

Der „Ethik-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung“ wird in diesem Jahr erstmalig vergeben. Mit dem Ethik-Preis soll „das Augenmerk auf das eigentliche Ziel der humanistischen Religionskritik gelenkt werden“. Es gehe darum, so Schmidt-Salomon, „positive säkulare Alternativen zu entwickeln, die uns Menschen zu einem glücklicheren und verantwortungsvollerem Leben befähigen. Dies setzt unter anderem voraus, dass wir uns von der größenwahnsinnigen Vorstellung befreien, wir stünden über der Natur. In Wahrheit sind wir ein Teil von ihr und mit den Schimpansen enger verwandt als diese mit den Gorillas.“

Dass Peter Singer in Deutschland höchst umstritten ist (kobinet 6.1.07), ist Schmidt-Salomon bewusst: „In den 1990er Jahren gab es eine skandalöse Rufkampagne gegen ihn, gestrickt aus grotesken Fehldeutungen und böswilligen Unterstellungen. Leider existierte damals noch keine Giordano-Bruno-Stiftung, die dem hätte entgegenwirken können. Ich bin überzeugt: Wer die Bücher Peter Singers gelesen und verstanden hat, kann nur zu dem Urteil kommen, dass er einer der klarsten und zugleich mitfühlendsten Denker unserer Zeit ist.“

4 Comments

  1. Peter Singer ist wohl nie Tierrechtler oder Antispeziesist gewesen, nur was schert das die Preisverleiher, unter denen sich u.a. auch Tierexperimentoren wie Wolf Singer und Beda Stadler befinden. Tierrechte, wie sie Singer vorschlägt, bei denen ganz „ethisch korrekt“, nichtmenschliche Tiere eingesperrt und verspeist werden können oder für Tierversuche benutzt werden dürfen, ja das trifft ganz augenfällig genau den Geschmack mancher GBS ler. Wer keine Tierethik will, der bastelt sich eben eine Pseudoethik ala Singer.

    Dieser Ethikpreis an Biofleisch und Vivisektions-Befürworter Peter Singer ist das absurdeste, was ich seit langem vernommen habe. Und das sehen auch die meisten wirklichen Tierrechtler nicht viel anders.

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    —Singers praktische Ethik: Pseudotierrechte und Euthanasie—:
    http://veganrevolution.free.fr/documents/singer.html
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    —Tierrechtler Gary L. Francione: Peter Singer unterstützt Tierversuche: Warum sind Sie überrascht? —

    Wenn Sie lesen, was Peter Singer seit 30 Jahren schreibt, dann ist völlig klar, dass er Tierversuche mit Nichtmenschen – und Menschen – als moralisch zulässig erachtet. In der Tat verwirft Singer ausdrücklich Tierrechte und die Abschaffung der Tierausbeutung; er betrachtet das Essen von Tieren und Tierprodukten nicht als per se moralisch falsch; er behauptet´, dass wir “pflichtbewusste Allesesser “ sein und “gegenseitig befriedigende“ sexuelle Beziehungen mit Tieren haben können; und er behauptet, dass es moralisch zulässig sei, behinderte Säuglinge zu töten.

    http://tierrechte.blog.de/2011/05/24/peter-singer-unterstuetzt-tierversuche-ueberrascht-11207717/
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    —Die Tierrechtlerin Joan Dunayer zu Peter Singer—
    In Wirklichkeit glaubt Singer, keine Tiere, einschließlich der Menschen, sollten unverletzbare Rechte haben. Er glaubt, das individuelle Wohlergehen und das Leben können im Interesse des „Gesamtwohls” geopfert werden. Mit anderen Worten, man kann mich oder eine Kuh versklaven, wenn die Versklavung das Leben anderer wesentlich verlängert oder verbessert. Man kann mit mir oder einer Maus experimentieren, wenn (hier müssen Sie wirklich Ihr Vorstellungsvermögen strapazieren) diese Experimente an mir oder der Maus das Leben vieler anderer retten sollten.

    http://tierrechte.blog.de/2011/05/29/joan-dunayer-peter-singer-11230901/
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  2. Peter Singer ist seit Jahrzehnten Vegetarier und lebt seit etwa 5 Jahren strikt vegan. Seinen grundlegenden Beitrag für die Tierrechtsbewegung abzustreiten ist absurd. Ohne ihn gäbe es Besserwisser wie Achim Stößer (der selbst seit Jahren NICHTS auf die Reihe bringt außer dem Betrieb einer von niemandem zur Kenntnis genommenen website) überhaupt nicht.

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  3. @Achim: Wo bitte hat Michael Schmidt-Salomon behaupter, Singer wäre ein Veganer? Im obigen Artikel sehe ich das jedenfalls nirgends.

    Und wieso bitte ist Singer kein Tierrechtler, obwohl er doch das Great Ape-Projekt (siehe Artikel oben) mit-initiiert hat? Tipp: nur weil er andere Tierrechte einfordert als du, ist das noch lange kein Grund, zu behaupten, er wäre kein Tierrechtler…

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