Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Leitspruch: „Wer dem Klerus hinterherläuft, hat nur Ärsche im Blickfeld“ (subkuttan)

Die Artos-Unternehmensgruppe mit Sitz in Dortmund hat den Christlichen Gewerkschaften jahrelang Leiharbeiter als Mitglieder zugeführt – häufig ohne Wissen der Betroffenen. Dem ZDF-Magazin „Frontal 21“ (Sendung am Dienstag, 8. März 2011, 21.00 Uhr) liegt eine Mitgliederliste der Christlichen Gewerkschaften mit rund 1500 Leiharbeitern aus dem Ruhrgebiet vor. Bei einer Stichprobe stellten „Frontal 21“-Reporter fest: Von 100 Befragten wussten nur vier von ihrer Mitgliedschaft. „Offensichtlich hat sich das Unternehmen mit den künstlichen Gewerkschaftsmitgliedern den Haustarifvertrag zahlen lassen“, urteilte Professor Peter Schüren, Arbeitsrechtler an der Universität Münster, gegenüber „Frontal 21“. Die Artos-Unternehmensgruppe ist an mehreren Zeitarbeitsfirmen beteiligt und hat 2004 einen Haustarifvertrag mit den Christlichen Gewerkschaften abgeschlossen, der Dumping-Stundenlöhne von 4,81 Euro ermöglichte.

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Kardinal Reinhard Marx: „Erst die Religion ermöglicht Demokratie“, was für ein Witz 
[…]„Religion ist kein Hindernis für eine demokratische und freie Gesellschaft, sondern Teil ihrer Ermöglichung“, sagte Marx, der Vizepräsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) ist. Die Beschränkung von Macht und Gewalt sei vor allem auch eine Frage des Glaubens, erklärte Marx: „Denn der Glaube bewahrt vor Allmachtsphantasien.“ Der Mensch sei zwar frei, aber nicht allmächtig. Er sei mit verschiedenen Gaben ausgestattet, um die Welt positiv zu gestalten. „In einer steten Auseinandersetzung mit der Vernunft kann dann diese Gestaltungskraft nicht ins Negative umschlagen. Deshalb sind der Glaube und die Religion aus christlicher Sicht eine Ressource einer freiheitlichen staatlichen Ordnung“, zeigte sich der Kardinal überzeugt. Religionsfreiheit liege so im ureigensten Interesse des Staates, der Religionsfreiheit nicht nur als fundamentales Recht des einzelnen oder einer Gruppe gewähren müsse. „Der Staat selbst ist vielmehr angewiesen auf die Religionsfreiheit, auf die moralischen Voraussetzungen seiner Existenz und auf die begrenzende Kraft des Glaubens seiner Bürger, der ihn vor Anmaßung von Kompetenzen bewahrt“[…]

B16-RatzeBene: „Katholischsein heißt Marianischsein“
[…]Die Ansprache des Papstes an die Delegation der Marianischen Männerkongregation Mariä Verkündung aus Regensburg … In seiner in freier Rede gehaltenen Ansprache betonte Benedikt XVI. sein besonderes Verhältnis zur Gottesmutter und erinnerte daran, wie er vor 70 Jahren Mitglied der Kongregation wurde … „So bin ich dankbar zu hören, daß es in Bayern immerhin 40.000 Sodalen gibt; daß es auch heute Männer gibt, die mit Maria den Herrn lieben und durch Maria den Herrn kennen und lieben lernen und wie sie Zeugnis ablegen für den Herrn in schwierigen und in guten Stunden, die zu ihm stehen unter dem Kreuz und die freudig mit ihm immer wieder Ostern erleben. So danke ich Ihnen allen, daß sie dieses Zeugnis hoch halten, daß wir wissen, bayrische katholische Männer sind Sodalen, die diesen Weg gehen, den die Jesuiten im XVI. Jahrhundert eröffnet hatten, und die immer wieder neu zeigen, daß Glaube nicht der Vergangenheit zugehört, sondern immer ein Heute und vor allen Dingen ein Morgen eröffnet“[…]

Fundamental-radikale ‚Gemeinschaft der Seligpreisungen‘
[…]Die aus Frankreich stammende katholische „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ – sie ist in Österreich mit einer Niederlassung in Maria Langegg bei Melk präsent – wird ab Juli als eine in drei Zweige geteilte „Vereinigung von Laien“ nach diözesanem Recht konstituiert. Das berichtete die französische katholischen Tageszeitung „La Croix“ am Montag. Der Heilige Stuhl hatte in den vergangen Jahren von der Leitung der Gemeinschaft verlangt, sie müsse ihre Niederlassungen nach klösterlichem Leben organisieren. Zudem müsse die Gemeinschaft strenger zwischen Familien und zölibatär lebenden Mitgliedern unterscheiden. Anlass für die Ermahnungen war u.a. ein Missbrauchsfall. Zurückgenommen wurde mit der Neuordnung die bisherige probeweise Anerkennung als „Internationale Laienvereinigung Päpstlichen Rechts“, die der Vatikan vor einiger Zeit gewährt hatte. Der neue Status sieht je einen Zweig für geweihte Männer, geweihte Frauen und für Laien vor; bei den geweihten Männern handelt es sich zum Teil um Priester … Die „Gemeinschaft der Seligpreisungen“ ist aus der Charismatischen Erneuerung hervorgegangen und trug ursprünglich den Namen „Der Löwe von Juda“. Die jüdischen Wurzeln des Christentums spielen in der Gemeinschaft eine zentrale Rolle. Der Gemeinschaft gehören Ehepaare, einzelne Laien, Priester und Ordensleute an […]
http://www.medjugorje.de/medjugorje/gemeinschaften/seligpreisungen.html

Und gleich ein Dementi
[…]Gemeinschaft der Seligpreisungen nimmt zu Berichten von „La Croix“ Stellung: Die kirchlichen Autoritäten haben die Umorientierung zu einer „kirchlichen Familie geweihten Lebens“ nicht mit Missbrauchsvorfällen begründet … Der Sprecher der Gemeinschaft erklärt auch, dass die neuen römischen Anweisungen für die Neuorientierung sind in keinster Weise „Ermahnungen“ seien. „Die päpstliche Anerkennung wird nicht – quasi als Abstrafung – „zurückgenommen“, sondern nun bei der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens angestrebt, was – nach kirchlichem Recht – zunächst die Etappe der diözesanen Anerkennung als „ öffentlicher Verein von Gläubigen in Hinblick auf die Errichtung einer neuen kirchlichen Familie geweihten Lebens“ erfordert.“ Die Tatsache, dass die Gemeinschaft nun nicht mehr als „privater“, sondern als „öffentlicher Verein von Gläubigen“, also auf Initiative der Kirche, errichtet werde sei übrigens ein „Hinweis auf die kirchliche Wertschätzung des Charismas“.[…]

Schweizer Theologin Christina Aus der Au: Es gibt kein Gottes-Gen
[…]Was hält sie von der These eines „Gottes-Gens“, welches angeblich der US-Forscher Dean Hamer entdeckte und das im Hirnstoffwechsel für religiöses Empfinden verantwortlich sein soll? Aus der Au lacht: „Das ist Quatsch. Das würde auch Dean Hamer sagen. Der Begriff wurde ihm als Buchtitel von seinem Verlag aufgezwungen.“ Sicherlich sei eine bestimmte genetische Variation im Erbgut spirituell orientierter Testpersonen gehäuft aufgetreten. Aber weil „Spiritualität“ dabei absolut vage definiert wurde, sei dies ähnlich aussagekräftig, als ob man herausfände, dass Blondhaarige öfter glücklich seien.Überhaupt könne und solle der Ansatz der Naturwissenschaften, die Dinge zu erklären, nicht mit demjenigen der Religion konkurrieren, findet die Grenzgängerin zwischen den Disziplinen, die in Basel lebt und mit einem Physiker verheiratet ist. Hier gehe es um die Beschreibung von Ursachen und Wirkungen, dort um den Sinn und die Suche nach den letzten Gründen[…]

Was dachten die denn??
[…]Die Befragung, die im Auftrag des „MDR“-Fernsehens durchgeführt wurde, ergab, dass nur rund 20 Prozent der Menschen in Ostdeutschland den Feiertagen Christi Himmelfahrt und Pfingsten eine religiöse Bedeutung beimessen, in Westdeutschland ist es etwa ein Drittel (35 Prozent). Vielmehr werden diese Feste lediglich als arbeitsfreie Tage angesehen, im Osten von drei Vierteln der Befragten, im Westen von mehr als der Hälfte (58 Prozent). Die traditionell christlichen Feiertage Ostern und Weihnachten nimmt man hingegen bewusster als religiöse Feste wahr. Vor allem die Geburt Jesu wird in Zusammenhang mit der Religion gesehen. So gaben zwei Drittel der Befragten in Westdeutschland an, dass Weihnachten eine religiöse Bedeutung für sie habe, im Osten sagte dies die Hälfte. Auf Gesamtdeutschland bezogen sind es 63 Prozent. Für 52 Prozent der Menschen in Deutschland hat Ostern eine religiöse Bedeutung[…]

Katholen nutzen Frauen Fußball-Weltmeisterschaft zur Mission
[…]Anlässlich der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ist ab heute eine Website der katholischen Kirche online: Unter http://www.kirche-am-ball.de werden Informationen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft gegeben und das Engagement der Kirche während der Weltmeisterschaft gezeigt. Die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 26. Juni bis 17. Juli 2011 statt. An den Spielorten in Deutschland werden Kirchengemeinden, kirchliche Gruppen und Akteure rund um die Spiele aktiv. Dabei gibt es Angebote für Spielerinnen und Fans sowie Aktionen und Veranstaltungen zum Thema Frauen und Fußball. Zu den Angeboten zählen fremdsprachige Gottesdienste und Seelsorgeangebote, Talkveranstaltungen, Kampagnen und Mitmachaktionen[…]

Lammert und Göring-Eckhard, gestern bei B16-RatzeBene; scheinheiliges Pack
[…]Auf die Diskussionen im Vorfeld der Bundestagsrede des Papstes angesprochen betonte Lammert die Einigkeit in dieser Frage: „Die Kollegin Göring-Eckhard, die ja wie ich an allen Sitzungen des Ältestenrates teilgenommen hat, wird bestätigen können, dass das zu keinem Zeitpunkt kontrovers gewesen ist. Die Rede hat nach meinem Empfinden, unabhängig von den verschiedenen Begeisterungen verschiedener Mitglieder des Bundestages, zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Frage gestanden.“[…]

Rebell Kohlmaier (Laieninitiative) im Standard-Interview
[…]STANDARD: Braucht es jetzt nicht eine Strategieänderung?
Kohlmaier: Unbedingt. Alle Reformbewegungen werden jetzt den Kurs ändern müssen. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass es sinnlos ist, nur zu intervenieren, zu bitten, zu appellieren, zu demonstrieren. Man muss vielmehr den Leuten sagen: ‚Ihr könnt diese Kirchen-Hierarchie mit dem Papst in Rom an der Spitze nicht ändern. Die hören nicht auf euch – also hört auch nicht auf sie.‘ Kirchliches Leben kann sich nur entfalten, wenn sich Gläubige nicht mehr unterordnen und die bischöfliche Autorität ignorieren. STANDARD: Sie raten zum Aufstand gegen Rom? Kohlmaier: Ja. Es braucht in Österreich zivilen Ungehorsam in der katholischen Kirche. Und der muss so stark sein, dass die Bischöfe gar nicht mehr anders können, als auf Forderungen einzugehen. Der Ungehorsam ist ja bereits vorhanden, viele halten sich nicht an kirchliche Regeln. Natürlich gehen wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion, natürlich schert sich niemand um die Regeln der Kirche, was die Empfängnisverhütung betrifft. STANDARD: Die Zeit des Redens scheint vorbei. Neues Motto: Jetzt wird’s ungemütlich?
Kohlmaier: Mit uns kann man weiter reden. Aber die Gangart wird schärfer. Wir planen im November eine Veranstaltung, wo wir eine Anleitung geben und begründen, dass pfarrerlose Gemeinden auch ohne fehlende Priester Eucharistie feiern können[…]