Konfessionslosigkeit – die dritte(vierte) Konfession?


Klassische Bestuhlung: Sitzblöcke aus Pappe, aufgebaut von freiwilligen Helfern, haben Tradition bei Kirchentagen. Foto: dpa/Nietfeld

Der langjährige Referent bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Andreas Fincke, ist so etwas wie ein Spezialist zum Thema Konfessionslosigkeit in Deutschland. Seit Jahren forscht und publiziert er über Agnostiker, Freidenker, Atheisten oder Humanisten wie kaum sonst jemand im deutschsprachigen Raum.

Von Thomas KlattND

Das Sujet scheint durchaus lohnenswert: Immerhin ein knappes Drittel der deutschen Bevölkerung – deutlich mehr als 20 Millionen Bürger – ist konfessionslos. Sie gehören keiner Glaubensgemeinschaft an. »Ich glaube, dass die Kirchen die Wucht des Themas unterschätzen«, meint Andreas Fincke, der heute als Pfarrer im brandenburgischen Bötzow arbeitet. »Ich kann nicht nachvollziehen, wieso kirchliche Akademien, Bildungshäuser und Forschungsstätten sich so wenig mit der Konfessionslosigkeit beschäftigen. Es kann sie doch nicht kalt lassen, dass hochgerechnet ein vollbesetzter ICE mit 17 Wagen jene Personenzahl umfasst, die täglich die beiden großen Kirchen verlassen.« Es gebe zwar zahlreiche soziologische Milieustudien, sagt Fincke, aber meist nur innerhalb der Mitgliederschaft der beiden großen Kirchen. Erschreckend sei, dass man im Grunde relativ wenig über die dritte große Konfession in Deutschland wisse – die Konfessionslosen.

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1 Comment

  1. Es kann sehr wohl sein, dass sich nur Pappärsche stundenlang auf Pappkartons das Gelaber der Pappköpfe anhören. Da sitzt es sich selbst in einem vollbesetzten ICE-Zug weitaus angenehmer, Herr Fincke. Und nebenbei bemerkt, auch noch viel vernünftiger.

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