Belgien: Gerichtlich gegen den Heiligen Stuhl


Quelle: wikipedia

Erstmals gehen Missbrauchsopfer in Europa gerichtlich gegen den Heiligen Stuhl vor
Belgische Missbrauchsopfer gehen juristisch ­gegen den Vatikan vor: Der Heilige Stuhl soll per Gerichtsbeschluss offiziell als Mitverantwortlicher für die Sex-Verbrechen des Klerus benannt werden. Das könnte die Aufarbeitung des Skandals verändern – auch in Österreich.

Von Martin Staudinger und Robert Treichlerprofil online

Ein römischer Gerichtsvollzieher wird demnächst einen wohl einzigartigen Auftrag zu erledigen haben: Er muss ein gerichtliches Schreiben aus der belgischen Stadt Gent an die Adresse des Heiligen Stuhls, Postleitzahl I–00120 Città del Vaticano, überbringen und sich dort den Erhalt des Schriftstücks bestätigen lassen.

Das Besondere daran: Bei dem 40 Seiten starken Dokument handelt es sich um eine gerichtliche Vorladung.

Zurzeit sind Juristen in Belgien noch damit beschäftigt, das Schreiben ins Italienische zu übersetzen, doch noch bevor es abgeschickt wurde, ist die unangenehme Nachricht im Vatikan längst angekommen: Erstmals gehen Opfer von sexuellem Missbrauch durch Kleriker in einem ­europäischen Land juristisch gegen den Vatikan selbst vor.

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