Reinhard Marx: Dodo des Monats Mai 2011


Dodo des Monat Mai 2011

Reinhard Marx:

Religion ermöglicht Freiheit und Demokratie

Solch geschichtsrevisionistischer Blödsinn hat förmlich um den Dodo des Monats gebettelt. Marx sagt Freiheit und Demokratie und meint etwas völlig anderes, als  landläufig verstanden.

Jede demokratische Errungenschaft, jeder Schritt in Richtung Freiheit des Individuums, wurde dem Pfaffengesindel mit reichlich Blutzoll abgerungen. Humanismus, Freiheit und Demokratie werden seit Jahrhunderten durch den Klerus regelrecht kontaminiert.  Im verfälschen von Inhalten sind sie die Meister dieser Welt. Positive gesellschaftliche, kulturelle Entwicklungen umdeutend, verinnerlichen und übernehmen, eine der reifen Leistungen der Schwarzkittel. Auf diese Art und Weise wurde etliche  progressive Phasen der Menschheitsgeschichte verunstaltet, verzögert und ad absurdum geführt.

Der sogenannte „Wertehorizont des christlichen Glaubens und die Religionsfreiheit“ des demokratischen Europas sollte , so die Auffassung von Marx, partnerschaftlich für die arabischen Länder des Mittelmeerraumes eingebracht werden. Auf gut deutsch, wir missionieren in den arabischen Ländern auf Teufel komm raus, oder unterstützen den fundamentalistischen Islam, bei der Gelegenheit versauen wir auch noch die Religionsfreiheit, die will dann eh keiner mehr haben.

Reinhard Marx:

„Die Menschen in den Umbruchstaaten des Arabischen Frühlings wollen vor allem eine Begrenzung des Macht- und Gewaltmissbrauchs. Der Glaube ist dabei Teil der Grundlagen und Voraussetzungen einer positiven Entwicklung. Auf diesem Weg brauchen die Nachbarstaaten Europas die Partnerschaft und das Engagement eines Europas, das darum weiß, welchen Beitrag die Religion zur Selbstbegrenzung der Macht leistet“.

Richtig, die Menschen wollen keine Marionetten der Mächtigen mehr sein. Sie wollen ihre Gesellschaft und nicht zuletzt ihr Leben selbst bestimmen. Der eingeschränkte intellektuelle Horizont des Herrn Marx sieht nur Möglichkeiten im Rahmen der Religion. Insgeheim hofft er, dass die Imame, Scheichs und Mullahs die religiöse Macht nicht verlieren. Pluralismus nur so weit zu lassen, wie die katholische Kirche ihre obskuranten Glaubensinhalte vermitteln kann. Sollten die Menschen mehr Freiheit und Demokratie fordern, so würde die katholische Kirche alles daran setzen, um sich mit den Gegenkräften zu verbünden. Wie sie es oft in ihrer kriminellen Vergangenheit getan hat. Ob die Rattenlinien mit den Nazis nach Südamerika, dass faschistische Regime von Franco in Spanien oder die katholisch-faschistische UCK auf dem Balkan. Im eigenen Machtkalkül haben sich die Religionskasper der ecclesia catholica noch mit jeden Verbrecher, Diktator und Massenmörder verbündet. Um des Reichskonkordats mit Nazideutschland willen haben sie sogar das Ermächtigungsgesetz Hitlers akzeptiert. Demokratie, Freiheit und Humanismus sind willfährige und jederzeit kündbare Positionen.

Reinhard Marx:

„Religion ist kein Hindernis für eine demokratische und freie Gesellschaft, sondern Teil ihrer Ermöglichung“.

Oft genug wiederholt, finden sich reichlich Politiker die diesen Blödsinn zum Inhalt ihres politischen Credos machen. Mehr braucht so ein Schwarzkittel nicht, er macht sich die Finger nicht schmutzig, es sind immer die weltlichen Büttel, die für die Vollstreckung des „göttlichen“ Willens sorgen und auch verantwortlich sind.

Reinhard Marx:

Denn der Glaube bewahrt vor Allmachtsphantasien.

Weil Machtphantasien, egal welcher Coleur, die Macht des römisch-katholischen Popanz mindern würden. Das gehört bekämpft, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, Ideologie, Kapital, Lug, Trug, Trickserei. Alles für das heilige Kackstühlchen.

Was wären denn Demokratie und Freiheit in der katholischen Kirche? Der Zölibat abgeschafft, Wählbarkeit der Priester in der Gemeinde. Wählbarkeit, direkt, des Bischofs durch die Mitglieder seines Sprengels. Der Papst wird durch alle Katholiken gewählt.  Sogar Parteien sind in diesem Zusammenhang vorstellbar. Endlich hätten katholische Sozialisten, Liberale, Sozialdemokraten, Grüne und Kommunisten eine Möglichkeit ihre politische Programmatik einzubringen. Alle Funktionäre und Würdenträger sind absetzbar und rechenschaftspflichtig. Das wäre doch ein  richtiger Fingerzeig auf demokratisches Wollen. Wir brauchen keine Belehrungen von Undemokraten, die in ihrer Unzuverlässigkeit moralisch-ethischer Positionen nicht zu übertreffen sind. Die katholische Kirche ist hinsichtlich ihres Aufbaus durchaus mit der Diktatur in Nordkorea vergleichbar. Und wenn es DEM da oben nicht passen sollte, so kann er jedezeit göttlich eingreifen. Das, das würden sogar Atheisten akzeptieren.

Herr Marx, herzlichen Glückwunsch zum Dodo des Monats Mai 2011. Da Sie zur Zeit das jüngste Mitglied im Kardinalskollegium sind, darf ich die Überzeugung zum Ausdruck bringen, es wird nicht der Letzte sein.

4 Comments

  1. *freu*
    Mein Favorit hat gewonnen! 🙂
    Marx‘ Aussage „Religion ermöglicht Freiheit und Demokratie“ ist für mich in etwa so zynisch wie z.B. Orwells Neusprech „Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei und Unwissenheit ist Stärke“ oder auch der KZ-Schriftzug „Arbeit macht frei“.

    Für Kuby musste ich natürlich ebenso stimmen… 😉

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  2. Bei der Vielzahl der Themen, bei der Menge der für ihn erlaubten Argumente gibt es ohne Zweifel Grenzwertiges. Selbst ein Bischof kann und darf nicht alles sagen was er denkt, kann nicht alles formulieren was er weiß und glaubt zu wissen, er unterliegt dem Diktat des absoluten Gehorsams gegenüber dem allwissenden Baal-Priest im Affenkostüm mit Namen „Pontifex Maximus“

    Genau darin liegt das Problemm einer alles umfassenden Wissens-Diktatur wie RKK, Iran oder Nord-Korea, sie selber ist immer Jahrzehnte hinter der Realität zurück, beurteilt nach Kriterien, die weltlich längst im Mülleimer der Geschichte gelandet sind und verherrlicht Aspekte, über die Dritte nur noch lachen.

    Sicher ist das für neue Geister im Amt ein Problem, aber so etwa nach 10 Jahren als blindes und tumbes Sprachrohr von „his masters voice“ stört sich keiner mehr an dem Schwachsinnm, den er publizieren muß um seine Pension ab 75 zu sichern – die aus einer Zelle in irgend einem NonnenkKloster besteht, welches einen nicht einmal aufnehmen will. Ist doch die jüngste der Nonnen schon 83 Jahre als und sucht seit 5 Jahren ihr Gebiss.

    Für wirksamen Schwachfug hat ein Bischopf seine Leute, die er notfalls zussammenscheißen kann wie ein Haufen Praktikanten. Wer aufmuckt bekommt einen Vermerk in der Personalakte und beendet seine Laufbahn als Dorfpriester von Kleinkleckersdorf im hintersten bayrischen Wald.

    Leider ist den wenigsten dieser Dorfpfaffen klöar, welch Glück sie im Leben hatten ihre Gesinnung und Überzeugung nicht verkauft zu haben für eine positive Bewertung durch einen schwulen Personalreferent im Bischofsamt (wie in Regensburg), der nur nach der Knackigkeit der Ärsche urteilt.

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  3. Der Vergleich der RKK mit dem Marionetten-Staat Nordkorea, der gefällt mir, beschreibt er doch typisch das Verhalten dieser verbeamteten Sprechblasen-Produzenten.

    Man idealisiert, nutzt Stimmungen in der Bevölkerung und projektiert sie wie auch immer auf den eigenen Verein. Dabei haben Demokratie, kritisches Denken, Säkularisierung, Föderaslismus, Menschlichkeit absolut nichts mit der RKK zu tun, dort gilt nur blinder Kadaver-Gehorsam und Verurteilung von Wissen und Forschung als Todfeinde jeder Religion.

    Würde man den Verein verbieten und alle Propagandisten auf den Mars schicken, es würde keiner merken. Nur die Jesus-Presse mit etwa 5 Zeitungen in Deutschland hätte nur noch leere Seiten.

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  4. bravo zu diesem Beitrag! Ich hab‘ zwar für das Kuby gestimmt, aber die Gehirnbrezel Marx ist sicherlich ein verdienter Wahlausgang.

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