Gebet und Glaube im Spitzensport


Fußballer Kaka Quelle: 4.bp.blogspot.com

Steigert Gebet die Leistung?
London/Berlin/Altenkirchen (idea) – Weltfußballer Lionel Messi tut es, der deutsche Nationalverteidiger Arne Friedrich tut es, und bei der bevorstehenden Frauenfußball-WM vom 26. Juni bis 17. Juli in Deutschland werden es auch viele Spielerinnen tun: Beten. In anderen Sportarten ist es ebenfalls kein Tabu mehr, Gott anzurufen. Aber was bewirkt das Gebet im Sport? Bringt es den Sieg? Steigert es die Leistung?

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Der Südkoreaner Jeong-Keun Park von der Universität Seoul hat bei einer Untersuchung über Athleten seines Landes tatsächlich nicht nur eine angsthemmende, sondern auch eine leistungssteigernde Wirkung des Gebets festgestellt – unabhängig von der Religion des Sportlers. Wie es in einem Bericht der britischen Rundfunkanstalt BBC (London) heißt, führen Experten dieses Phänomen auf den Placebo-Effekt zurück. In der Medizin hat man die Erfahrung gemacht, dass auch Pillen ohne Wirkstoff eine lindernde oder bessernde Wirkung haben können. Experten führen dies auf die Kraft des Glaubens an die Medizin zurück. Ähnlich, so die BBC, könne man sich die Auswirkungen der Gebete von Athleten vorstellen: „Der Glaube, dass eine höhere Macht das eigene Leben lenkt, scheint die Leistung anzukurbeln und den Zweifel zu.

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1 Comment

  1. Als früherer Fußballtrainer weiß ich sehr wohl, dass es möglich ist, durch mentales Training eine Leistungsverbesserung zu erzielen. Ich weiß aber auch, dass nur wenige Trainer (egal in welcher Sportart) in der Lage sind, mentales Coaching zu praktizieren. Jedermann weiß zwar inzwischen, dass „Spiele im Kopf gewonnen werden“, aber kaum ein Trainer weiß, wie man diese mentale Stärke trainiert und an die Spieler vermittelt. In Fußballtrainer-Lehrgängen wurde mentales Coaching nämlich – bisher zumindest – nicht gelehrt. Noch sind Mentaltrainer nur bei wenigen Spitzenteams im Einsatz.

    Unbestritten ist aber, dass das Beten und Bekreuzigen einen Placeboeffekt bewirkt. Mehr allerdings nicht und somit kein sehr probates und nachhaltig wirkendes Mittel zur Stärkung der Mentalkraft. Irgendwie wirkt es doch geradezu peinlich und lächerlich, wenn Spieler zweier gegnerischer Teams sich durch beten oder bekreuzigen göttlichen Beistand herbei wünschen. Wem soll der liebe Gott in einem solchen Fall denn beistehen und zum Sieg verhelfen ? Lächerlich ist diese Bitte um Beistand auch deshalb, weil es mehr als nur anmaßend ist, anzunehmen, dass der liebe Gott (wenn es ihn denn gäbe !) sich die Zeit nehmen könnte, um sich den Wünschen eines einzelnen menschlichen Wesens anzunehmen.

    Ein professionelles mentales Training ist in jedem Fall eher dazu angetan, Kräfte im Kopf freizusetzen. Selbst eine Niederlage wird dann zum Quell neuer mentaler Energie. Niederlagen so zu verarbeiten, dass daraus neue mentale Kräfte entstehen, ist das Ziel eines Mentaltrainers. Jeder Sportler kennt das Gefühl, welches sich (trotz beten) angesichts einer drohenden Niederlage einstellt. In einem solchen Fall wird der betende Sportler den Eindruck bekommen, dass Gott ihn verlassen hat, weshalb sich in der Folge langanhaltende Enttäuschung breit macht, die sich leistungshemmend auswirkt. Nicht so bei mental geschulten Sportlern. Sie schöpfen selbst aus Niederlagen Kraft (für kommende Spiele), weil ihnen vermittelt wird, dass mentale Stärke nicht auf einem einmaligen Placeboeffekt beruht, sondern eine durch mentales Training selbst erarbeitete Kraft ist, die es permanent zu trainieren gilt.

    Auf einen Nenner gebracht: Beten und bekreuzigen ist dümmlicher, kindlicher Selbstbetrug. Echte Stärke hingegen beruht auf selbst erarbeiteten mentalen Kräften. Dies nach dem Motto: „Hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner !“ (Der liebe Gott schon gar nicht !)

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