Frisco: Abstimmen über Beschneidungsverbot


Jesu Beschneidung auf einem Gemälde von Gottfried Scheucker und Johann Georg Walter aus dem frühen 18. Jahrhundert in der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Reinhardtsdorf-Schöna. Foto: epd-bild/Rainer Oettel

Im kalifornischen San Francisco entscheiden die Bürger, ob ihre Stadt die Beschneidung von Babys unter Strafe stellen will. Die Gegner der in Judentum, Islam und in weiten Teilen der US-Gesellschaft praktizierten Beschneidungen haben in San Francisco mehr als 10.000 Unterschriften gesammelt. Im November muss die Stadt daher die Verbotsinitiative bei den Wahlen zur Abstimmung bringen.

Von Konrad Egeevangelisch.de

In den vergangenen Tagen ist der Konflikt um die Beschneidung eskaliert. Verbotsbefürworter setzten „groteske antisemitische Bilder“ in Umlauf, kritisiert die „Liga gegen Diffamierung“. Demgegenüber beteuert die kalifornischen Anti-Beschneidungsinitiative „MGM-Bill“, die ein „Gesetz gegen männliche Genitalverstümmelung“ vorantreibt: Es gebe keine medizinischen Gründe für diese Praxis. Viele beschnittenen Männer fühlten „Zorn, Misstrauen und Trauer“, dass man ihrem Körper etwas weggeschnitten habe, heißt es auf der Webseite der Initiative.

Im Judentum werden männliche Babys am achten Tag nach der Geburt beschnitten. Die Beschneidung gilt als Zeichen des Bundes mit Gott. Auch im Islam ist Beschneidung Pflicht. Neben der Beschneidung aus religiösen Gründen hat sich in den USA im Laufe des vergangenen Jahrhunderts die Praxis fast in der gesamten Gesellschaft durchgesetzt, angeblich aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen.

Nach Angaben des Zentrums für die Krankheitenkontrolle sind etwa vier Fünftel der US-amerikanischen Männer beschnitten. Doch die Tendenz ist rückläufig. Von der „New York Times“ ausgewerteten Studien zufolge werden derzeit noch 30 bis 50 Prozent der männlichen Babys beschnitten.

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2 Comments

  1. Ein Beschneidungsverbot halte ich für falsch. Das würde nur dazu führen, dass orthodoxe Eltern dieses Ritual in irgendeiner Küche oder Garage mit Haushaltsmessern durchführen würden.
    Ich könnte mir aber eine Art „Beratungs“pflicht vorstellen, in denen Eltern Bilder von verstümmelten Kinderpenissen, infekt-ausgelösten Wucherungen und ähnliche Horrorbilder gezeigt plus entsprechende Gefahrenszenarien erzählt werden.
    Also etwas analoges zur Abtreibungs“beratung“.

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  2. Die Alternative zur Beschneidung wäre regelmäßiges, mindestens einmal tägliches Waschen vor dem Oral-Verkehr !

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