Esoterik ist in den Kirchen nicht mehr wegzudenken


Buchempfehlung des Bildungswerks Erzbistum Freiburg

Zen-Meditation bei Katholiken, Esoterik bei Protestanten
Elemente anderer Religionskulturen werden in den Alltag christlicher Kirchen integriert. Diese sind offenbar nicht mehr spirituell genug

Von Gernot FaciusDie Welt

Zu Pfingsten, dem „Gründungstag der Kirche“, wird viel über die notwendige geistliche Erneuerung diskutiert

Joachim Wanke (70), der katholische Bischof von Erfurt, ist ein sanfter Prediger. Kommt die Rede auf die Erneuerung der Kirche, bekommen seine Sätze aber die Wucht von Hammerschlägen: „Es sollte alles auf den Prüfstand, was im Leben unserer Ortskirchen eine säkulare Eigendynamik entwickelt und sich von der Mitte des Evangeliums entfernt. Wir brauchen eine neue Verständigung über das, wozu Kirche eigentlich da ist. Es ist falsch zu glauben, wir müssten eine Gegengesellschaft zur Welt bilden.“

Der Bischof aus der ostdeutschen Diaspora reist seit Jahren durch die Diözesen, um seine Vision einer veränderten Kirchengestalt zu erklären. Seelsorge in „Lebensräumen“ werde immer wichtiger als jene an Wohnorten, die gute alte Pfarrei sei bis heute der Normalfall, aber es seien auch andere Modelle denkbar. „Vor-Ort-Gemeinden“ etwa, die von Initiativkreisen und Kerngruppen getragen werden. Und den Pessimisten unter seinen Glaubensgeschwistern, die unter dem Säkularisierungsschub leiden, hält der Bischof mutig entgegen: Die derzeitige Verunsicherung der Christen sei „Gnadenzeit, nicht Zeit des Unheils“, in mancher Hinsicht lebe man heute religiös ehrlicher als frühere Generationen.

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1 Comment

  1. Ich habe es schon mal bei anderer Gelegenheit geschrieben, dass es zwischen Religion und Esoterik keine prinzipiellen Unterschiede gibt. Beide Lehren basieren auf unbewiesenen Annahmen, realitätsfernen Thesen, mythischen Legenden, unkritischem Glauben und den daraus abgeleiteten verlogenen Behauptungen.

    Menschen, die nicht in der Lage sind, ihr Leben ohne spirituellen Hokuspokus zu gestalten und/oder zu ertragen, sind zu bedauern. Sie klammern sich an selbstbetrügerische Visionen, die fern jeglicher Realität sind. Ihr Hunger nach Spiritualität ist vergleichbar mit der Sucht eines Drogenabhängigen, der in seiner Sucht gefangen ist und keines klaren Gedankens mehr fähig ist.

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