Schisma: neue Verschwörungstheorie, initiiert von Alexander Kissler?


Römisches Dossier: Deutsche Katholiken vor der Spaltung?
In der Printausgabe des „Focus“ werden jetzt weitere Details zum römischen Dossier veröffentlicht und Namen genannt, darunter Matthias Kopp und Hans Langendörfer, der Jesuiten-Provinzial Kiechle und einige CDU-Granden

Kath.net

München-Bonn (kath.net)
In der Printausgabe des neuen „Focus“ werden jetzt mehr Details zum römischen Dossier über das mögliche Schisma in Deutschland veröffentlicht. Laut dem Magazin ist man an der römischen Kurie wenige Monate vor dem Papstbesuch über die Entwicklung in Deutschland besorgt. Ein inoffizielles Dossier, dessen Aussagen bereits der Vatikanexperte der liberalen Tageszeitung „La Stampa“ aufgriff und das offensichtlich dem „Focus“ vorliegt, bündelt die Befürchtungen. Die Spannungen zwischen der romtreuen und der romkritischen Strömung ist laut der Zeitung nicht neu, neu ist allerdings die Vehemenz, mit der beide Richtungen aufeinander treffen.

Laut „Focus“ kam es Anfang Juni bei einem Treffen der Generalvikare aller deutschen Bistümer in Hamburg zur Grundsatzdebatte und die Frage, ob die Kirche um den Preis nationaler Alleingänge Dogmen und Traditionen über Bord werfen oder sich eher um eine Vertiefung im überlieferten katholischen Glauben bemühen soll? Sollte man eher um eine säkularisierte oder auf ihrer spirituellen Gegenwelt bestehen? Die Mehrheit der katholischen Generalvikare plädierte für die erste und damit für die „unrömische Variante“.

Der „Focus“ verweist in dem Bericht auch auf den Vatikanexperte von „La Stampa“, Andrea Tornielli, der ebenfalls von „vatikanischen Kreisen“ spricht, die hinter den jüngsten deutschen Angriffen auf Papst, Zölibat und Vatikan eine gezielte „Regie“ vermuten. Die Autoren des Dossiers sprechen dabei von einer „konspirative Hierarchie“, die mit dem „Ticket der Kirche“ gegen diese auftrete. Das Netzwerk verwende dabei Kirchenmittel zur „Durchsetzung der eigenen kirchenpolitischen Vorstellungen“. Diese nähmen den Bruch mit der Weltkirche zumindest in Kauf: Das Zölibatsgebot soll in Deutschland geschliffen werden, die Frauenordination vorangetrieben werden. Papst Benedikt soll „in die Enge gedrängt werden“.

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Die besagten Focus Artikel stammen aus der Feder von Dodo-Preisträger Alexander Kissler, reaktionärer Hardliner-Stamm-Schreiberling bei Kath.net. Das man ihn nun nicht als Autor erwähnt, spricht schon Bände. Der Focus wird von mir schon länger boykottiert, ein weiterer Grund dieses Religioten geleitete  Schmierenblatt in die Tonne zu klopfen.

Kack.net vermutet den Anstifter der Reform- und Befreiungs-Katholiken in Kardinal Lehmann:

Steckt Kardinal Karl Lehmann dahinter?

Was für ein Theater …

Update 13.06.2011:

Gerd Häfner, Dr. theol., Professor für Biblische Einleitung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, schreibt heute:

Ein »vatikanisches Dossier«:

[…]In diesem Sinn ordnet das »vatikanische Dossier« die Reformkräfte offensichtlich einer absichtsvoll kirchenspaltenden Verschwörung zu. Eigentlich aber fürchten die Kreise hinter dem Dossier-Gerücht die Spaltung nicht. Sie scheinen sie geradezu herbeizusehnen, damit endlich ans Tageslicht komme, was dem eigenen Urteil zufolge die Gegenwart auszeichnet (im Sinne des obigen Zitats von Guido Horst vom »De facto-Schisma«). Dass man mit dieser Vermutung nicht ganz falsch liegt, bestätigen manche Kommentare auf kath.net, in denen die Spaltung begrüßt wird, weil sie die bereits bestehende Trennung weiter Teile der Kirche in Deutschland von Rom offenkundig mache (z.B. die Kommentare von proelio, Eichendorff, Augustinus 1 auf kath.net).
Eine »Gegen-Verschwörungstheorie«
Solche Verschwörungstheorien kann man sich übrigens recht leicht basteln. So ließe sich auch das Gerücht vom »vatikanischen Dossier« auf eine konzertierte Aktion gegen die Reformdebatte in Deutschland zurückführen[…]

2 Comments

  1. Ich kann nicht erkennen, dass ein Schisma bei den Katholen etwas Grundsätzliches verändern würde. Wir hätten dann einerseits verheiratete Katholen-Priester und andererseits – wie bisher – ehelose Pfaffen, die ihre heimlich Geliebte – und den aus dieser Verbindung resultierenden Nachwuchs – vor der Öffentlichkeit – so wie bisher – verleugnen müßten.

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