Bischof Overbeck: Reformer können mit Traditionalisten gerne streiten, ändern wird sich NICHTS


Quelle: german-radio.net

Disput ja, Reform nein
Amtskirche steht fest zu ihren Traditionen
In der Katholischen Kirche leitet eine bischöfliche Dreiergruppe den Dialog zwischen Reformern und Traditionalisten. Die Aufhebung des Zölibats und die Einführung eines Frauenpriestertums stehen laut Bischof Franz-Josef Overbeck, der die Dreiergruppe zusammen mit den Bischöfen Reinhard Marx und Franz-Josef Bode bildet, dabei jedoch nicht zur Disposition. Man werde sich auf den öffentlichen Disput zwar einlassen und Argumente austauschen. Aber das heiße nicht, „dass wir am Ende zu einem anderen Ergebnis als Kirche kämen“.

Franz-Josef Overbeck im Gespräch mit Jürgen Liminski Deutschlandfunk

Jürgen Liminski: In einigen Medien und im Internet ist eine Debatte über den künftigen Kurs der katholischen Kirche aufgebrochen. Vom gescheiterten Dialog zwischen Reformern und Traditionalisten ist die Rede, von einem deutschen Sonderweg, und das kurz vor dem Papstbesuch im September.

Dabei sollte ein gepflegter Dialog stattfinden zwischen den Gruppen und der Dialogprozess sollte oder soll noch von einer Dreiergruppe gesteuert werden. Ist das alles unterlaufen und ausgehöhlt? Gibt es die Dialogbereitschaft überhaupt? Werden Kirchensteuergelder für eine Spaltung missbraucht? – Darüber wollen wir nun sprechen mit Franz-Josef Overbeck, dem Bischof von Essen, der mit seinen Amtskollegen aus München, Reinhard Marx, und Osnabrück, Franz-Josef Bode, diese Dreiergruppe bildet. Er ist nun am Telefon. Guten Morgen, Exzellenz.

Franz-Josef Overbeck: Guten Morgen, Herr Liminski.

Liminski: Herr Bischof, schon lange geht es in der Kirche in Deutschland pfingstlich zu, man redet mit vielen Zungen, allerdings anders als damals in Jerusalem, nicht über die gleichen Sachverhalte oder genauer mit sehr unterschiedlichen Meinungen. Mehrere Presseberichte sprechen nun von einer Spaltung der Katholiken in Deutschland, in Reformer, die eine andere Kirche wollten, und eher Konservative, die die Papstkirche bewahren wollen. Bevor wir auf die einzelnen Themen kommen, ist der Dialogprozess, die große Offensive gescheitert, noch bevor sie wirklich begonnen hat?

Overbeck: Dialog ist das große Thema einer der wichtigen Enzykliken von Papst Paul VI., seiner Antrittsenzyklika Ecclesiam Suam, als Weg der Kirche, denn wenn wir ihn jetzt beschreiten, dann tun wir das als Bischöfe auf dem Hintergrund unserer kirchlichen und unserer Glaubensüberzeugung, und den wollen wir begehen deswegen auch mit diesem großen Thema, was uns im Glauben trägt, im Juli in Mannheim. Zum Dialog gehört, dass wir nicht nur das, was uns bindet, deutlich machen, sondern auch das, wo es Strittigkeiten, Disput gibt, sodass wir auch im Bewusstsein einer solchen inneren Auseinandersetzung auf einen solchen Weg gehen. Aber wir tun das im Glauben, und der bindet uns alle.

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