Evangelikale Märchen-Onkels definieren Bibeltreue


Quelle: idea.de

Was heißt bibeltreu?
Wetzlar (idea) – Die Bibel steht im Zentrum des kirchlichen und christlichen Lebens. Aber wie ist sie auszulegen? Darüber haben Theologen zu allen Zeiten unterschiedliche Ansichten vertreten. Einige Fragen lauten: Sind alle Worte der Bibel Gottes Wort? Enthält die Bibel Fehler? Was hat heute noch Gültigkeit und was nicht? Zu einem Streitgespräch über diese Themen hat die Evangelische Nachrichtenagentur idea zwei evangelikale Theologen zusammengebracht: Michael Kotsch (Lemgo), Vorsitzender des Bibelbundes, und Andreas Malessa (Hochdorf bei Stuttgart), evangelisch-freikirchlicher Pastor und Publizist.

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Für Kotsch ist die Bibel Gottes inspiriertes, irrtumsloses Wort. Ihre Autoren hätten nicht nur ihre eigenen religiösen Gedanken festgehalten, sondern einen Auftrag von Gott gehabt. „Die Bibel ist die Überlieferung dessen, was Gott als für uns entscheidend erachtet hat“, so der an der Bibelschule Brake (Lemgo) und der Evangelikalen Akademie (Wien) lehrende Theologe. Selbst bei schwer verständlichen Stellen im Alten Testament wie einem Aufruf zum Völkermord oder der Versklavung von Besiegten vertraue er Gott, „dass er richtig entschieden hat. Es steht mir nicht zu, Gott als ungerecht zu verurteilen.“ Bibelteile, die nicht zum heutigen Denken passten, dürften nicht relativiert oder weggelassen werden. Doch man dürfe auch nicht alle Befehle Gottes für das Volk Israel als Anweisungen für Christen begreifen: „Wenn Gott Abraham auffordert: ‚Geh fort aus deinem Heimatland, in das Land, das ich dir zeigen werde’, kann ich das auch nicht einfach auf mich übertragen.“ Laut Kotsch sollte die Bibel so verstanden werden, „wie sie verstanden werden will“, nämlich als Liebesbrief Gottes. Christen könnten Jesus nur ernst nehmen, wenn sie ernst nähmen, „was Gott mir in der Bibel mitgeteilt hat“.

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2 Comments

  1. Ich stimme dem Kanon des obigen Artikels zu: Christen müssen ihre Bibel wieder mehr lesen! Bibel lesen führt oft schneller zur Abkehr von Religionen als alles herumargumentieren. Wer die Bibel wirklich von vorne bis hinten gelesen hat und nicht durch ideologische Scheuklappen geblendet ist, kann eigentlich nur noch das Christentum verlassen.

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  2. Das ist ja das Groteske an der zusammen geschusterten Bibel. Jeder kann sich das heraussuchen und interpretieren wie es ihm beliebt. Offensichtliche Fehler, Gegensätze und Irrtümer stören eingefleischte Religioten überhaupt nicht. Man legt das „Wort Gottes“ eben so aus, wie es einem in den Kram paßt und verkauft das dann dem gutgläubigen Volk als ultimative Wahrheit. Und so kam es, dass es heute mehr als nur eine Wahrheit gibt. Dass der Streit um diese Wahrheit bis in unsere Zeit andauert und in der Geschichte der Menschheit eine blutige Spur hinterlassen hat, wird irgendwie nicht wahrgenommen und verdrängt. Die Quintessenz aus der vielseitig auslegbaren Bibel wird dann dem Volk als vorbildliche, christliche Leitkultur verkauft. Man darf sich allerdings wundern, dass es immer noch Leute gibt, die diesen hirnrissigen Okkultismus für bare Münze nehmen. Die Ursache dafür könnte eine äußerst resistente Virusvariante aus der EHEC-Gruppe sein, die im besonderen die menschlichen Gehirnzellen befällt.

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