Religion als Versuchung


Ein Holzkreuz in Bayern (Symbolfoto). Foto: dapd

Bei einer Tagung über unser postsäkulares Zeitalter in der Frankfurter Goethe-Universität ging es insgeheim um die Philosophie des Kanadiers Charles Taylor.

Von Christian SchlüterFrankfurter Rundschau

Irgendwie ist Gott nicht tot zu kriegen. Aller Aufklärung zum Trotz, die sich heute dann auch nicht nur abendländisch, sondern mit stolzem Geschichtsbewusstsein wieder christlich zu nennen traut. Wie konnte das geschehen? Was ist da schief gelaufen? Sollten nicht Wissenschaft und Bildung, Humanismus, Freiheit, Gleichheit, Wohlstand und all die anderen Errungenschaften unserer modernen, zumal säkularen Gesellschaften jedwede Sehnsucht nach einem erlösenden Jenseits überflüssig gemacht haben? Und hat nicht wenigstens in Europa die Trennung von Staat und Kirche nach der Französischen Revolution den Gottesglauben unwiderruflich in seine Schranken verwiesen?

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