UN-Versammlung zu HIV/Aids: wer stoppt endlich die vatikanische Verbrecherbande???


Quelle: zeilenreich.de

Der Himmel verhüt’s
Die HIV/AIDS-Konferenz der UN erörtert in New York künftige Strategien gegen die Pandemie. Doch die Delegation des Vatikan stellt sich bei wichtigen Punkten einmal mehr quer

Von Nancy GoldsteinDer Freitag

Unvergesslich, die erste Afrikareise von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2009 – damals erzählte er dem am stärksten von der weltweiten HIV/Aids-Krise betroffenen Kontinent, die Krankheit ließe sich durch striktere sexuelle Moral bekämpfen. Die Verteilung von Kondomen hingegen „vergrößere das Problem“. Es hatte nicht den Anschein, als hätte der Pontifex Maximus die Ausmaße der Pandemie im subsaharischen Afrika – wo in jenem Jahr 75 Prozent aller weltweiten auf HIV zurückgehenden Todesfälle zu verzeichnen waren – erkannt. Ebenso wenig schien er daran interessiert, die religiöse Doktrin mit einer barmherzigen Strategie für die Volksgesundheit zu versöhnen.

Nun, im Juni 2011, in dem sich die Anfänge der Aidspandemie zum dreißigsten Mal jähren, legt der Heilige Stuhl wieder los.

Gestern wurde die UN-Vollversammlung zum Thema Aids in New York City eröffnet. Dort sollen die Fortschritte der Organisation im Umgang mit der Pandemie in den zurückliegenden fünf Jahren ausgewertet und die Agenda für das kommende Jahrzehnt gesetzt werden. Serra Sippel, dem Präsident des Center for Health and Gender Equity (Change) zufolge, „entscheidet sich bei diesem Zusammenkommen, wie ernst es uns mit dem Vorhaben ist, HIV zu besiegen und wie ernst es uns mit der Gleichberechtigung der Frauen ist.“ Der Heilige Stuhl jedenfalls hat keine Zweifel daran gelassen, wie er zu beidem steht.

Seit Monaten bereits versucht dessen rein männlich besetzte Delegation, jeden Bezug auf sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte aus der Erklärung der Vollversammlung zu streichen und jede Erwähnung von Aufklärung und Prävention jenseits von Ehe und Treue zu beseitigen. Außerdem besteht man darauf, die Wortwahl von „Familien“ durch „die Familie“ zu ersetzen, als ob ein solcher Monolith überhaupt existierte oder eine Art magischen Schutzschild gegen HIV biete.

weiterlesen

UN-Versammlung zu HIV/Aids: kirchlicher Fundamentalismus und moralischer Imperialismus, Teilnehmer protestieren

Buch: „Gott, Aids, Afrika: Eine Streitschrift“ von 2007:

Kurzbeschreibung

Tod in Afrika: Aids und die verhängnisvolle Morallehre der katholischen Kirche

Stefan Hippler ist deutscher Pfarrer und Aids-Aktivist in Kapstadt und liegt mit seiner Kirche regelmäßig im Konflikt. Bartholomäus Grill war langjähriger Afrika-Korrespondent der Zeit. Zusammen haben sie eine zornige Streitschrift verfasst – wider die Engstirnigkeit, Sexualfeindlichkeit und Realitätsverweigerung der katholischen Kirche angesichts des afrikanischen Massensterbens.Der Seelsorger Stefan Hippler widerlegt alle Vorurteile gegen den Katholizismus. Er hat die deutschsprachige Gemeinde in Kapstadt wiederbelebt, nimmt die Herausforderung von HIV/Aids an und leistet mit seiner Hilfsorganisation HOPE Pionierarbeit im Kampf gegen die Pandemie. Furchtlos spricht er unbequeme Wahrheiten aus – und scheut auch die Auseinandersetzung mit der Amtskirche nicht. Die meisten Priester oder kirchlichen Mitarbeiter in Afrika reagieren wortkarg, ausweichend und – man kann es nicht anders nennen – verklemmt, wenn es um die Ursachen der Seuche, die Allmacht des Aberglaubens, das Ausmaß der Vergewaltigungen oder die Verantwortungslosigkeit der afrikanischen Männer geht. Die katholische Kirche stößt immer wieder in die Posaunen der Gegenaufklärung. Kondome? Teufelszeug! Die Seuche?

Eine Strafe Gottes. Seid enthaltsam! Bleibt treu! Die Sexualität ist und bleibt etwas Schmutziges, Verwerfliches. Auf einem Kontinent, in dem die sexuelle Aktivität oft schon mit zwölf beginnt, muten die Aufrufe zur Keuschheit weltfremd an.

Bartholomäus Grill und Stefan Hippler wollen mit diesem Buch auch den Vatikan erreichen, die Machtzentrale ihrer Kirche. Sie werden Benedikt XVI. ein Exemplar nach Rom senden. Die katholische Kirche ist auf einen Mann zentriert, und sein Wort ist Gesetz. Deshalb kann nur der Papst eine grundstürzende Wende in der kirchlichen HIV/Aids-Politik einleiten, um die vor allem in Afrika so verhängnisvolle Morallehre der katholischen Kirche zu überwinden.

Klappentext

Alle sechs Sekunden eine Ansteckung. Fünf Millionen Neuinfektionen im Jahr. Jeden Tag 8.000 Aids-Tote. Und trotzdem bleibt die katholische Kirche bei ihrer Haltung: Kondome sind Teufelszeug, die Krankheit ist eine Strafe Gottes. Dabei könnte sie als größte globale Organisation wie keine andere gegen die HIV/Aids-Pandemie kämpfen – wenn sie nur wollte. Die Autoren appellieren für eine Wende in der katholischen Aids-Politik, die nur vom Papst ausgehen kann, und sie berichten aus der ersten Reihe vom Kampf gegen die Katastrophe

3 Comments

  1. @klafuenfld

    Kommt aber nicht gut, die Sekte „Universelles Leben“ und den Urchristen Mist gegen den Papst zu unterstützen 😉

    Liken

Kommentare sind geschlossen.