B16-RatzeBenes geistiger Kreuzzug gegen die Moderne


Das philosophische Quartett mit Rüdiger Safranski und Peter Sloterdijk vom 29.11.2009

Fuehrt Papst Benedikt einen Kreuzzug gegen die Moderne war Thema.

Die 2 Gäste: Daniel Deckers )Publizist) und Alan Posener (Autor).

Den größten Fehler begann Rüdiger Safranski im 5. Teil. Er sagte ab der 2. Minute: „Die größten Menschheitsverbrechen geschehen sind von dem Boden eines Atheismus aus. ()“ Was er danach ausspricht, ist mit grenzenloser Dummheit und Unwissenheit nicht zu überbieten!

Die oberste Bestie, der Chef des Nazi-Regime war gläubiger Katholik! Katholiken und Protestanten waren die Mittäter der Naziherrschaft. Die deutschen Medien verschweigen das eisern. Mit Atheismus hat der Nationalsozialismus absolut nichts zu tun!

Rüdiger Safranski, schämen Sie sich!

Alan Posener: „Benedikts Kreuzzug: Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft“

Aus der Amazon.de-Redaktion:

„Ich halte Benedikts Denken für irregeleitet“, sagt Autor Alan Posener überzeugt. In seiner Anklage versucht der Journalist zu beweisen, dass der deutsche Papst die Revolution der Moderne ungeschehen machen wolle. Wenn also Benedikt XVI. die „Diktatur des Relativismus“ anprangert, wertet das Posener als Angriff auf den aufgeklärten Pluralismus. Zugeständnisse an die Pius-Bruderschaft gehören demnach zum Versuch, Fenster zu schließen, die das Zweite Vatikanische Konzil in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts aufgestoßen hatte.
Hart ins Gericht geht Posener mit dem Geschichtsverständnis des Papstes, wenn dieser glaubt, die Indianer hätten – ohne es zu wissen – schon immer Jesus Christus gesucht oder die Deutschen seien von den Nazis verführt worden. Zudem brandmarkt der Kirchenkritiker die katholische Sexualmoral, die Verhütung ablehnt, selbst Vergewaltigungsopfern keine Abtreibung zugestehen will und die Homosexuellen und emanzipierten Frauen feindseelig gegenüber stehe.

Christentum wie Islam wirft Posener eine „Kultur der Repression“ vor. Wenn sich Religion selbst als absolut wahr setze, dann sei das „in letzter Konsequenz die Logik des Dschihad“. Der auf die Spitze getriebene Vorwurf lautet, der Pontifex stehe dem Islamismus in grundsätzlichen Glaubensfragen näher als dem westlichen Pluralismus. Und dass dem einst als reaktionär bezeichneten Kardinal Ratzinger nach seiner Wahl zum Papst auf einmal begeistert zugejubelt wird – darüber mag Posener nur den Kopf schütteln.

Wenn man so will, legt sich der deutsch-britische Autor in seiner Streitschrift mit einem Sechstel der Menschheit an. Seine Papst-Anklage kommt stets kritisch, oft angriffslustig, ab und zu polemisch und bisweilen verbissen daher. Letzteres tritt oft zu Tage, wenn sich Kritiker des Katholizismus an der ungeheuer vielschichtigen Institution und ihrer Führung abarbeiten.

Von katholischer Seite wäre es zu einfach, dieses Buch als feindseelig abzutun. Denn bei aller Härte der Vorwürfe argumentiert der Autor nachvollziehbar, liefert fleißig Belege – und hat es deshalb verdient, ernst genommen zu werden. Ein offener Dialog von Kirchenseite würde zudem beweisen, dass die katholische Kirche durchaus bereit ist, den kontroversen demokratischen Wettstreit der Meinungen anzunehmen als auch für gut zu heißen.
Herwig Slezak

LESEPROBE:

[…]Der Kampf gegen diese »Diktatur des Relativismus« war, ist und bleibt das Hauptthema im Denken und Wirken Joseph Ratzingers. Dem Nicht-Katholiken könnte es mehr oder weniger gleichgültig sein, ob sich die Kirche fundamentalistisch oder pluralistisch aufstellt. Das betrifft zunächst nur die Gläubigen selbst; es ist, wie man neudeutsch sagt, »ihr Problem«. Aber Benedikt XVI. sieht die »Diktatur des Relativismus« keineswegs nur als Problem der Kirche. Er ist vielmehr überzeugt, dass der Relativismus »als Grundgefühl des aufgeklärten Menschen«, ja als »Religion des modernen Menschen« schlechthin »das tiefste Problem unserer Zeit« darstellt. Und dieses Problem will Benedikt lösen; dieses Grundgefühl will Benedikt ändern; diese Zivilreligion der Moderne will Benedikt besiegen – damit, wie er es in der Predigt zur Eröffnung des Konklaves sagte, »die Erde aus einem Tal der Tränen zum Garten Gottes« umgewandelt werde. Benedikts Kreuzzug gegen die »Diktatur des Relativismus« geht also nicht nur die Katholiken, sondern alle Bürger … die Diktatur der Wahrheit. Seiner Wahrheit natürlich. Und darum geht
es Benedikt …


Keine zehn Jahre nachdem Johannes Paul II. den Darwinismus vorsichtig anerkannt hat, lässt sein Nachfolger diese Anerkennung mit einem Paukenschlag wieder zurücknehmen und schlägt sich auf die Seite der Kulturkrieger. In einem Aufsatz für die »New York Times« schreibt der Benedikt Vertraute Christoph Kardinal Schönborn, Johannes Paul II. habe in seinem »vagen und unwichtigen« Schreiben von 1996 »den Begriff Evolution nicht definiert«. Auch deshalb sei die Ansicht, das »neodarwinistische Dogma« sei irgendwie »mit dem katholischen Glauben kompatibel«, schlichtweg falsch. Die katholische Kirche proklamiere vielmehr, dass man mittels der Vernunft in der natürlichen Welt ganz klar »Design«, also einen intelligenten Zweck und Plan, erkennen könne. Die Evolution »im Sinne einer gemeinsamen Abstammung« sei »vielleicht« wahr; die Evolution »im Sinne eines ziellosen, ungeplanten Prozesses zufälliger Variationen und natürlicher Auslese« aber nicht. Das ist jedoch schlicht eine Beschreibung der Darwin’schen Theorie, die von der überwältigenden Mehrheit der Biologen für richtig gehalten wird[…]

Bischof Andreas Laun: „Evolutions-Theorie ist Absurdität und Vergottung des Zufalls“

4 Comments

  1. Obwohl Safranski von sich behaupten würde, ein Intellektueller zu sein, frönt er doch als Bewunderer der deutschen Romantik (einer reaktionären Zeitströmung, wissenschafts- und politikfeindlich; er hat auch Bücher dazu geschrieben) einer typisch deutsche Intellektuellenschelte, einer typisch deutschen Feindschaft gegenüber der Wissenschaft. Und letztendlich auch einem antidemokratische-romantischen Impuls, der uns u.a. in das 3. Reich geführt hat. Er scheint das nicht zu begreifen – soviel also zu seiner Intellektualität!
    Gemeinsam mit seinem Spezi Sloterdijk, der nicht wirklich der Aufklärung verpflichtet ist, sondern einem verklausulierten Neoliberalismus verbreitet Safranski seit Jahren mit dieser Sendung geistige Nebelbomben.

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  2. Das Statement von Safranski gegen Ende wo er sagt er bevorzuge die Katholische Kirche gegenüber einer seiner Meinung nach exzessiven Wissenschaftsgläubigkeit („Flachköpfe wie Dawkins“) lässt tief blicken.

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  3. Absurd ist übrigens, daß die Unfehlbarkeit im Amt durch einen nachfolger somit aufgehoben wird.
    Damit zeigt sich treffend, wie unfehlbar das ist.

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  4. Die Geschichte wird beweisen, dass der gesellschaftspolitische Beitrag des Oberpfaffen im Vatikan eine Episode bleiben wird, die von der Nachwelt eine Korrektur erfahren wird. Das war bisher bei allen Päpsten früher oder später der Fall. Diese ewiggestrigen Kreuzritter gegen die Moderne haben bisher noch jeden Feldzug verloren.

    Dieser Papst treibt es allerdings auf die Spitze. Er wird dereinst als kausale, auslösende Ursache für eine Spaltung der katholischen Kirche genannt werden. Eine Spaltung, die de facto ohnehin bereits besteht, wie dies an der abtrünnig gewordenen Piusbrüderschaft erkennbar wird.

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