Saudi-Arabien: Todesurteil wegen Hexerei


Quelle: http://www.amnesty.at

RIZANA NAFEEK, 22-jährige Hausangestellte aus Sri-Lanka ’ABDUL HAMID BIN HUSSAIN BIN MOUSTAFA AL-FAKKI, ca. 36-jähriger Sudanese

Einer Frau und einem Mann droht in Saudi-Arabien unmittelbar die Hinrichtung. Sie haben bereits alle Rechtsmittel ausgeschöpft. In Saudi-Arabien ist in den vergangenen Wochen ein bedeutender Anstieg an Hinrichtungen zu verzeichnen. In diesem Jahr sind bereits mindestens 27 Menschen hingerichtet worden, allein 15 im Monat Mai.

Amnesty International

Im Oktober 2010 hielt der Oberste Gerichtshof in Riad das Todesurteil gegen die 22-jährige srilankische Hausangestellt Rizana Nafeek aufrecht. Das Todesurteil gegen sie war aufgrund einer Straftat ergangen, die sie mutmaßlich begannen hat, als sie noch nicht 18 Jahre alt war. Im Mai 2005 war sie festgenommen worden, weil man sie beschuldigte, ein Kind in ihrer Obhut getötet zu haben. Sie war zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt und hatte weder bei der Befragung vor Eröffnung des Gerichtsverfahrens noch während ihres ersten Verfahrens Zugang zu einem Rechtsbeistand. ’

Abdul Hamid bin Hussain bin Moustafa al-Fakki, ein etwa 36-jähriger Sudanese, wurde am 27. März 2007 vom zuständigen Gericht (General Court) in Medina wegen Hexerei zum Tode verurteilt. Er hatte keinen Rechtsbeistand, und es ist sehr wenig über sein Gerichtsverfahren bekannt, da es unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Er sitzt immer noch im Gefängnis von Medina ein und ihm könnte unmittelbar die Exekution drohen. Am 8. Dezember 2005 war er in Medina von Angehörigen des Ausschusses zur Förderung der Tugend und Bekämpfung des Lasters, der auch als Religionspolizei bekannt ist, festgenommen worden. Er wurde der Hexerei beschuldigt, nachdem ein Mann, der für die Religionspolizei tätig war, ihn aufgefordert hatte, einen Fluch auszusprechen, der dazu führen würde, dass sein Vater, seine zweite Frau verlässt. ’Abdul Hamid al-Fakki soll gesagt haben, er würde dies für eine Bezahlung von 6.000 saudischen Rials (etwa 1.600 Dollar) tun. Nach seiner Festnahme wurde er verhört und soll geschlagen worden sein. Es wird davon ausgegangen, dass er gezwungen wurde, Akte der Hexerei zu „gestehen“. Rizana Nafeek und ’Abdul Hamid bin Hussain bin Moustafa al-Fakki droht unmittelbar die Hinrichtung, da sie alle Rechtsmittel ausgeschöpft haben, mit denen sie ihre Verurteilung zum Tode anfechten können.

weiterlesen

2 Comments

  1. Gestern, heute und morgen. Die „beten an die Macht der Liebe“. Wer nicht in´s Schema passt wird allerdings sehr lieblos kaltgestellt. -Und die Lämmer blöcken weiter-. Inch Allah und Amen.

    Gefällt mir

  2. Mich wundert es überhaupt nicht, dass auch in einem muslimischen Land wie Saudi-Arabien der Hexenwahn auch im 21. Jahrhundert noch lebt. Religion – egal welche – produziert nun mal solche hirnrissigen und perversen Auswüchse des menschlichen Denkens. Religionen sind nicht nur ein Hinweis auf rückwärts gerichtetes Denken, sondern beinhalten eben auch ausreichend Potential für Verbrechen jedwelcher Art.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.