Islam in Deutschland: Nazis, CIA und Kalter Krieg


Besucher bei einer Führung durch das islamische Zentrum in München (Archivbild) © Peter Kneffel / dpa

Die geheime Islampolitik in der frühen BRD – Wie die abenteuerliche Geschichte einer Münchner Moschee die Entwicklung des politischen Islam hierzulande aufzeigt.

Von Andrea NüsseZEIT ONLINE

Das ist ein Stoff für John le Carré, den Meister der Agententhriller: Ausgediente NS-Funktionäre, das Vertriebenenministerium, deutsche und amerikanische Geheimdienstler und andere schillernde Gestalten raufen sich um Muslime, die im Zweiten Weltkrieg gegen die Sowjetunion gekämpft und sich anschließend in Deutschland niedergelassen haben. Es gibt Verschwörungen und Verrat – die Muslime aus Zentralasien sollen instrumentalisiert werden, um die Sowjetunion zu destabilisieren.

Man hilft ihnen beim Aufbau von Institutionen, unterstützt die Gründung einer Moschee in München-Freimann – und schafft damit die Keimzelle eines politischen Islam in Deutschland, an die später andere islamische Gruppen andocken. All dies geschieht in den 50er und 60er Jahren, unbemerkt von der Öffentlichkeit, die den Islam im eigenen Land erst mit den Terroranschlägen des 11. September 2001 entdeckt.

weiterlesen