EU-Vorsitz: Antisemitismus-Skandal in Polen


Wenige Tage vor der Übernahme des EU-Ratsvorsitzes durch Polen sorgt dort ein Skandal um angeblich antisemitische Äußerungen eines Priesters für Aufregung. Das Außenministerium sandte erstmals in der Geschichte des Landes eine Beschwerde an den Vatikan, in der es den Geistlichen Tadeusz Rydzyk beschuldigt, das Ansehen Polens im Ausland zu schädigen.

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Vatikansprecher Federico Lombardi sagte der polnischen Nachrichtenagentur PAP am Montag, Rydzyk habe in seinem eigenen Namen gesprochen und seine Äußerungen stünden in keiner Verbindung zum Heiligen Stuhl oder der polnischen Kirche. Ob es eine formelle Reaktion des Vatikans geben wird, sagte er nicht.

Rydzyk, der den ultra-katholischen und politisch einflussreichen Radiosender „Radio Maryja“ betreibt, hatte erklärt, Polen sei ein unzivilisierter und totalitärer Staat, der „seit 1939 nicht mehr von Polen regiert wird“. Kritiker warfen dem Priester vor, damit anzudeuten, dass das Land von Juden regiert werde. Der polnische EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek bezeichnete die Aussagen Rydzyks als „skandalös und inakzeptabel“.

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