Vom nichtbiblischen Tod des Stellvertreters


Burkhard Müller diskutiert mit Theologiestudenten. Foto: ARD

Der frühere Bonner Superintendent Burkhard Müller vertritt die Ansicht, dass die Lehre vom stellvertretenden Tod Christi für die Schuld der Menschen nicht in der Bibel verankert sei, sondern theologischen Deutungen aus dem Mittelalter entstamme.

idea.de

Er äußerte dies in einer Diskussion mit etwa 30 Theologiestudenten am 29. Juni in Bonn. „Ich sage, dass es in der Bibel die Vorstellung davon, dass Gott den Tod Jesu wollte, nicht gibt“, so Müller, dessen WDR-Morgenandachten über den Sinn des Kreuzestodes Christi 2009 starke Kontroversen ausgelöst hatten. Die Kernbotschaft der Evangelien bestehe darin, dass Gott ein Gott der Liebe sei. Müller: „Ein Gott, der seinen Sohn opfert, um die Ordnung in der Welt wiederherzustellen, das kann nicht nur Liebe sein.“ Jesus habe sich in dem Sinne für die Menschen geopfert, dass er seinen Überzeugungen bis zum Schluss treu geblieben sei: „Jesus hat sich geopfert, aber er hat sich nicht gesühnopfert.“

weiterlesen

2 Comments

  1. @ Argus7:

    „Im vatikanischen Archiv befinden sich zudem noch so einige unveröffentlichte Manuskripte, die eigentlich Bestandteil der Bibel sein müßten.“

    An was hattest du da gedacht?

    Gefällt mir

  2. Gar manches ist in der Bibel nicht historisch zu belegen. Das aber hat die Theologen noch nie sonderlich gestört. Jeder sucht sich aus diesem Märchenbuch eben die Stellen heraus, die ihm in den Kram passen. Das erklärt gleichzeitig die Vielzahl der christlichen Sekten. Wenn die Dinge sich dann aber trotzdem nicht in ein gedankliches Konstrukt einfügen, werden sie eben passend gemacht. So einfach ist das.

    Im vatikanischen Archiv befinden sich zudem noch so einige unveröffentlichte Manuskripte, die eigentlich Bestandteil der Bibel sein müßten. Da diese Texte aber teilweise den in der Bibel enthaltenen Stellen offenbar widersprechen, müssen sie eben im Archiv verbleiben. „Wäre ja noch schöner, wenn diese Widersprüche offengelegt würden,“ sagt man sich im Vatikan. Wer sollte dann noch die ganze klerikale Schmarotzerbande – so wie bisher – weitere 2000 Jahre durchfüttern wollen !?

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.