«Pro Life» Radikale und Kirche fordern Abtreibungsverbot in Russland


Quelle: hpd.de

Russland: Kirche und Konservative wollen Abtreibungen beschränken
Eigentlich gelten die USA in Russland nicht unbedingt als Vorbild in Sachen Moral. Doch russische Abtreibungsgegner haben sich zuletzt die Methoden ihrer amerikanischen Gleichgesinnten angeeignet. In kleinen Gruppen demonstrieren sie vor Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, zeigen Fotos abgetriebener Föten und zitieren einschlägige Bibelstellen.

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Aktivisten der Organisation «Pro Life» organisieren Autokorsos in der russischen Hauptstadt. «Abtreibung tötet Genies» und «Warte bis das Baby lächelt» steht auf ihren Transparenten. Bisher standen die militanten Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen mit ihren Forderungen auf verlorenem Posten. Doch nun machen auch konservative Abgeordnete und die russisch-orthodoxe Kirchen Front gegen die liberale Abtreibungspraxis des Landes.

Der parlamentarische Ausschuss für Familie, Frauen und Kinder hat mit der Rückendeckung des Patriarchats einen Gesetzesentwurf ausgearbeitet, nach dem kostenlose Abtreibungen in staatlichen Kliniken abgeschafft werden sollen. Auch für den bisher rezeptfreien Verkauf der sogenannten «Pille danach» soll es Restriktionen geben.

Frauen, die sich wegen eines Schwangerschaftsabbruches an einen Arzt wenden, sollen außerdem zu einer Woche Bedenkzeit vor dem eigentlich Eingriff verpflichtet werden, damit sie keine impulsive Entscheidung treffen, die sie später bereuen könnten. Diese oder ähnlich Regelungen gelten auch in Deutschland, wo eine sozialpsychologische Beratung vorgeschrieben ist.

Der russische Gesetzentwurf sieht weiterhin eine Zustimmung des Ehemannes beziehungsweise, bei minderjährigen Mädchen, die Erlaubnis der Eltern vor. Nach Angaben der Vorsitzenden des Parlamentsausschusses, Jelena Misulina, beinhaltet das Konzept auch die Einrichtung von Zentren, in denen Mütter Kinder bis zum sechsten Lebensmonat anonym und ohne rechtliche Konsequenzen abgeben können, ähnlich der in Deutschland existierenden und bis heute sehr umstrittenen Babyklappen.

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