Möge euer Dorf brennen


Quelle:wikipedia

Gesetzt den Fall, eine Meute junger Deutscher zieht am Abend des Tags der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober, unter deutschen Fahnen durch Berlin-Kreuzberg und brüllt: „Schlachtet die Türken“ – „Mohammed ist tot“ – „Eure Häuser sollen brennen“ – „Tod den Linken“, bis morgens um drei; und das Ganze stünde am nächsten Tag als Video mehrfach im Internet, mit den Gesichtern einiger Brüller.

Steinberg-Recherche

Was würde passieren?

Die Staatsanwaltschaft würde – hoffentlich – einige Täter ermitteln und sie vor Gericht bringen. Fernsehen und Zeitungen in Deutschland würden – hoffentlich – berichten, und einige Politiker würden an das Deutschland der Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnern. Mit Sicherheit aber würde die ausländische Presse berichten und fragen, ob in Berlin ein Pogrom bevorsteht.

In Wahrheit sind am 1. Juni 2011, dem Jahrestag der jüdisch-israelischen Besetzung des palästinensischen Teils Jerusalems im Jahre 1967, Tausende junger jüdischer Israelis unter israelischen Fahnen durch den palästinensischen Teil Jerusalems gezogen und haben gebrüllt: „Schlachtet die Araber“ – „Mohammed ist tot“ –  „Möge euer Dorf brennen“ – „Tod den Linken“, bis morgens um drei; und das Ganze stand am nächsten Tag als Video mehrfach im Internet, mit den Gesichtern einiger Brüller, siehe hier.

Was ist daraufhin passiert?

In Israel, soweit bekannt, nichts. Und die ausländische Presse, zumal die deutsche? Hat sie berichtet? Gefragt, ob in Jerusalem ein Pogrom bevorsteht?

Liebe Leute: Vergeßt die deutsche Presse.

4. Juli 2011. US-Präsidentschaftskandidat Newt Gingrich fand die Pogrom-Ankündigung ebenfalls nicht bemerkenswert. Weitere Zeugnisse jüdisch-israelischer Mordlust hier.

11 Comments

  1. Hm… Steinbergrecherche ist wirklich recht dubios. Dennoch schützt eine Religions -oder Staatszugehörigkeit nicht vor Faschismus. Also auch nicht der jüdische Glauben oder die israelische Staatsangehörigkeit.

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  2. @sospetto: Na, endlich, da ist es, das normierte Geraune, das in keiner Diskussion über Israel fehlen darf. Ja, ja, wenn wir in diesem Lande WIEDER Tacheles reden dürfen… Was willst Du denn sagen, was Du nicht mehr sagen darfst? Raus damit. 🙂

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  3. Als Israel den 6-Tage Krieg gewann, waren wir Jugendliche alle begeistert und Anhänger von Mosche Dajan. Ja so ändern sich die Zeiten. Es ist schon sehr bedenklich was man heute in Deutschland alles nicht mehr sagen darf. Aber wen wundert es, der §166 existiert ja auch noch immer.

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  4. @Hayko einverstsanden!
    @Rolo nicht einverstanden! „Gesetzestreue“ müssen so handeln? „Zahn um Zahn“… – sowas haben die echten Antisemiten drauf #fail ;-((

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  5. Ich dachte immer das Schlachten von anderst Denkenden wäre das Privileg von Christen, Islamern und vor allem von Nazis. In negativen Dingen scheinen selbst die Leute im heiligen Land noch dazu zu lernen. Möglicherweise geht es aber auch nur um die Gesetzestreue: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Wirklich unheimlich human das Ganze, oder ? Nun ja, Religion eben.

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  6. @nickpol: ? Sorry für das Missverständnis. Aber es liegt mir fern, mit Euch „verhandeln“ zu wollen. Was für eine merkwürdige Annahme! Wollte Euch lediglich auf den Tenor einer dubiosen Seite, auf die IHR verweist, aufmerksam machen. Gerade „Die Natur des Zweifels“ verpflichtet doch zu größter redaktioneller Sorgfaltspflicht. 😉

    @ collateral: Ich denke, dass ich mit meinem Hinweis weder die ethnozentristische Politik der israelischen Regierung gerechtfertigt, noch die mehr als berechtigte Kritik als antisemitisch diffamiert habe. Aber Sätze, wie oben auf dieser Seite zitiert (Weitere Zeugnisse jüdisch-israelischer Mordlust hier.) haben schon ein Geschmäckle. Gerade wenn sie auf einer Seite stehen (Steinberg-Recherche), auf der unverholen von einem „jüdischen Faschismus“ geredet wird. Welche Argumentationsfigur dahinter steht, wissen wir alle.

    @alle: Gruß

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  7. @Hayko: Dir gefällt die Quelle nicht, ok. Aber hast du auch was zum Inhalt zu sagen oder war’s das?

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  8. Vielleicht sollte die Redaktion in ihrer Auswahl der zitierten Artikel etwas mehr Sorgfalt an den Tag legen. Zumal wenn es um so gruselige „Info-Angebote“ wie die „Steinberg-Recherche“ geht. Die partielle Verwandtschaft von Antisemitismus und Antizionismus ist dort mehr als offensichtlich.

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