Päpstlicher Rat: Religionsfreiheit bedeutet das Mitgestalten Gläubiger von Politik und Kultur (???)


Kardinal Jean-Louis Tauran Quelle: ewtnnewsonline.com

Kardinal Tauran: „Religionsfreiheit mehr als bloße Kultausübung“
Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog erläutert gegenüber „Radio Vatikan“ neues Missionsdokument

Kathweb

Religionsfreiheit meint „mehr als die bloße freie Kultausübung“ – sie zielt auf das Mitwirken der Gläubigen am Gemeinwohl und die Teilhabe am öffentlichen Diskurs. Dies betonte der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran, in einem Interview gegenüber „Radio Vatikan“.

Bei der Deutung der Religionsfreiheit gebe es stets eine „große Zweideutigkeit“, oftmals werde sie allein als „Freiheit, eine Gebetsstätte zu haben“ verstanden. Dies sei „das Mindeste“ – eigentlich gehe es darum, Gläubige zu befähigen, „zum gesellschaftlichen Wohl beizutragen und am öffentlichen Dialog teilnehmen zu dürfen – durch politisches und kulturelles Engagement sowie durch Einsatz in allen sozialen Bereichen, nicht nur im individuellen Bereich“. Da gebe es jedoch „ganz offensichtlich Schwierigkeiten“, so Tauran.

Tauran äußerte sich im Zusammenhang mit der in dem in der Vorwoche u.a. von ihm in Genf präsentierten Dokument mit Richtlinien für ein „christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt“. Das Papier war gemeinsam vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), dem Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog sowie der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) in einem fünfjährigen Konsultationsprozess erarbeitet worden.

Weiters präzisierte Tauran, in dem Dokument gehe es nicht um Bekehrung, sondern um Zeugnisgabe. Dies sei ein Unterschied. Der interreligiöse Dialog, zu dessen Intensivierung das Dokument u.a. aufruft, basiere in erster Linie auf einem intensiven gegenseitigen Zuhören und Verstehen. In die in Freiheit zu treffende Entscheidung des Menschen für oder gegen den Gott spiele ein solches Dialog- und Zeugnisverständnis nicht hinein.

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1 Comment

  1. Wer den Religionsfrieden mit solchen Forderungen gefährdet, ist ein gefährlicher Brandstifter. Religionsfreiheit bedeutet aber auch, dass man religiotischen Stumpfsinn kritisch hinterfragen und als Volksverdummung bezeichnen darf.

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