Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum – PID Gesetz Spezial


 

 

Quelle: bruedergemeinde.de

Kardinal Meisner:
[…]Das Votum der Abgeordneten für eine begrenzte Zulassung der PID sei falsch und wende sich „gegen das Leben und seine unantastbare Würde“. Gesundheit und Glück seien ohne Zweifel hohe Werte, sie dürften jedoch „nicht mit der Tötung menschlichen Lebens erkauft“ werden, so der Kardinal. Mit der Entscheidung sei „ein weiterer Stein aus dem Fundament gebrochen, auf dem die Menschenwürde“ ruhe[…]

Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst:
[…]Der Limburger Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst reagierte besorgt auf das Votum der Volksvertreter. „Die Entscheidung für die gesetzliche Zulassung der PID im Deutschen Bundestag nehme ich mit Sorge und Enttäuschung zur Kenntnis“, sagte Tebartz-van Elst.Jetzt gelte es, das Gesetz so auszugestalten, dass es nicht anfällig werde für willkürliche Entscheidungen und wissenschaftliche Interessenpolitik. „Es gibt keine Garantie und keinen Rechtsanspruch auf ein gesundes Kind. Wer diese Illusion nährt, belastet Eltern und gefährdet das Leben von Ungeborenen“, betonte der Bischof. Mit dem Ja zur PID bürde der Gesetzgeber Medizinern und betroffenen Eltern eine Verantwortung auf, die nur Gott zukomme. Die Entscheidung für die PID fördere den sozialen Zwang zum gesunden Kind, kritisierte er. Der Bischof sieht Ärzte, Beratungsdienste und auch Entscheidungsträger in Wissenschaft und Verwaltung des medizinischen Systems nun in der Pflicht, „betroffenen Eltern zur Seite zu stehen und den unbedingten Wert jedes menschlichen Lebens im Blick zu behalten“. Es gelte, die „medizinischen und seelischen Chancen und Risiken klar zu benennen und Eltern uneigennützig zu helfen, ihren Lebensweg anzunehmen – auch wenn er schwer ist“, forderte Tebartz-van Elst. Bereits im April hatte der Bischof in einem persönlichen Schreiben Bundestagsabgeordnete aus dem Bistum Limburg gebeten, sich für ein Verbot der PID einzusetzen[…]

Günter Krings (CDU) und Bischof Overbeck:
[…]„Ich habe die große Sorge, dass wir nun auf eine abschüssige Ebene geraten sind“, sagte der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende im Bundestag, Günter Krings (CDU), der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe) zur Präimplantationsdiagnostik. Er befürchte, dass die Anwendung der Präimplantationsdiagnostik (PID) immer weiter zunehmen werde. „Wir werden uns die Zahlen und auch die Art der Fälle sehr genau anschauen müssen“, mahnt der CDU-Politiker. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck verlangte, es müsse nun darum gehen, klare Grenzen bei der PID-Anwendung festzulegen. Nach christlicher Überzeugung seien Embryonen der Anfang menschlichen Lebens, sagte der katholische Theologe den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Freitagsausgaben). Deshalb sei die Auswahl menschlicher Embryonen ein Verstoß gegen die personale Würde, die jedem Menschen zukomme. „Ich habe Verständnis dafür, dass Eltern sich ein gesundes Kind wünschen, aber ein Recht darauf kann es nicht geben“, betonte Overbeck[…]

Bernhard Vogel:
[…]Auch der ehemalige rheinland-pfälzische und thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel warnt gegenüber domradio.de vor den unabsehbaren Folgen der nun geschaffenen Möglichkeit „auszuwählen und auszusondern“. Obwohl er es bedauere, wundere ihn das Ergebnis aber nicht, verteidigt der CDU-Politiker, dass auch Unionspolitiker für die Zulassung stimmten. Eine einheitlich ablehnendes Votum „sollte man nicht erwarten, wenn die beiden christlichen Kirchen in Deutschland schon nicht einer Meinung sind“. Die katholische Kirche hatte sich geschlossen gegen eine PID-Zulassung ausgesprochen, in der evangelischen Kirche gab es auch Befürworter, wie den EKD-Ratsvorsitzenden Präses Nikolaus Schneider[…]

Die Hardliner-Gegner; Thierse, Dorothee Bär (CSU), Göring-Eckardt , Pascal Kober (FDP), Volker Kauder, Andrea Nahles, Birgitt Bender (Grüne), Ilja Seifert (Linke)
[…]Wolfgang Thierse (SPD) erklärte, eine Zulassung wäre ein „fundamentaler Paradigmenwechsel“, da dadurch „eine Qualitätsüberprüfung menschlichen Lebens“ ermöglicht werde. Das sei keinesfalls eine „Ethik der Strafe“, wie Hinze betont hatte, sondern „eine Ethik der Menschenwürde“. „PID verhindert in Einzelfällen Leid, aber auf jeden Fall verhindert sie menschliches Leben“, führte Thierse weiter aus. Dorothee Bär (CSU), die erst kürzlich ihr zweites Kind auf die Welt gebracht hat, fragte: „Wer spricht für die ungeborenen Kinder?“ Sie selbst sei während ihrer Schwangerschaft oft gefragt worden: Hast du denn alles menschenmögliche getan, um ein gesundes Baby auf die Welt zu bringen? Es sei nicht zu leugnen, dass durch die PID ein gesellschaftlicher Druck auf die Mutter entstehen werde. „Wir sind nicht Gott“, sagte Bär. Auch deshalb sei sie gegen das „Prinzip Baukasten“ in der Reproduktionsmedizin. Katrin Göring-Eckardt (Grüne) verwies auf das Selbstbestimmungsrecht der Frau: Durch die PID würde zum einen die Illusion erzeugt, ein gesundes Kind garantieren zu können, zum anderen führe die Legalisierung zu gesellschaftlichem Druck. Pascal Kober (FDP) erklärte, er wolle kein Expertengremium dazu ermächtigen, zu entscheiden, welches Leben mehr oder weniger zu achten sei. Volker Kauder (CDU) sagte: „Heute geht es darum, dass die Ethik des Lebens sich durchsetzt.“ Er warnte vor den „brutalen Konsequenzen“ einer „Umwertung“ der Menschenrechte. Andrea Nahles (SPD) sprach sich ebenfalls gegen eine genetische Qualitätskontrolle der Embryonen aus. Sollte die PID erlaubt werden, würde das, was als Wahlmöglichkeit verkauft werde, zum Zwang. Die Frage: „Haben Sie sich denn nicht genetisch beraten lassen?“, könnte mit der Verbreiterung des medizinisch Zugelassenen zur Standardfrage an Mütter in Deutschland werden, fürchtet sie. Birgitt Bender (Grüne) berichtete von einem Paar, das durch eine Hormonbehandlung im Vorfeld der PID die Möglichkeit verloren hat, Kinder zu bekommen und erklärte: „Mit der PID sinkt die Wahrscheinlichkeit, überhaupt ein Kind zu bekommen, auf unter 20 Prozent.“ Ilja Seifert (Linke) stellte fest: „Es gibt keine perfekten Menschen“, und weiter: „Was hier als medizinischer Fortschritt daher kommt, ist geeignet, Illusionen zu nähren, dass es irgendwann doch perfekte Menschen gibt, ewige Gesundheit, ewiges Leben.“ Seifert selbst ist gehbehindert und auf einen Rollstuhl angewiesen. Nicht die Zeugung im Reagenzglas sei die echte Alternative für genetisch vorbelastete Eltern, sondern eine Adoption.[…]

Zollitsch und Alois Glück:
[…]Die Deutsche Bischofskonferenz erklärte, die Selektion von menschlichen Embryonen verstoße gegen „das Achtungsgebot der Menschenwürde, die jedem Menschen von Anbeginn zuteil ist“. Der Vorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, sagte, die Kirche dränge jetzt darauf, die Ausnahmefälle, in denen die PID nicht rechtswidrig sei, „eng zu umgrenzen, um die willkürliche Anwendung und die Gefahr einer immer weiteren Ausdehnung der Anwendungsfälle auszuschließen“. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sprach von einem „gefährlichen und falschen Weg“. Die Entscheidung des Parlaments bedeute einen „Bruch mit einem bewährten gesellschaftlichen Konsens“, sagte ZdK-Präsiden Alois Glück. Die Gesellschaft werde einen hohen Preis dafür zahlen. Künftig werde es erlaubt sein, „Embryonen allein auf der Grundlage ihrer genetischen Eigenschaften zu töten“. Wichtig sei es deshalb nun, weiter für die Würde und das Recht jedes Menschenlebens einzustehen. Dazu gehöre insbesondere die Unterstützung von Menschen mit Behinderung.[…]

Augsburger Weihbischof Anton Losinger:
[…]Das deutliche Ergebnis der Abstimmung im Bundestag stimme ihn nachdenklich, so Losinger, der auch Mitglied im deutschen Ethikrat ist. Eine ganze Reihe von Folgen, die sich daraus ergeben würden, seien nicht gelöst. Als Beispiel nannte Losinger die Selektion, die eng mit der PID verknüpft sei. Es müsse die Frage gestellt werden, welches Bild des behinderten Menschen sich entwickle, wenn man eine biomedizinische Methode zulasse, in deren Folge Embryonen auf Grund von Gendefekten verworfen werden[…]

Bischof Stephan Ackermann, Julia Klöckner:
[…]Die Entscheidung des Bundestags sei „höchst gefährlich“, kritisierte der Trierer Bischof Stephan Ackermann. „Der Schutz des Lebens wird weiter abgebaut, die Unantastbarkeit des Lebens ist noch antastbarer geworden“, sagte Ackermann in Trier. Der Bundestag habe eine bislang eindeutige Grenze überschritten. Von nun an könne menschliches Leben vernichtet werden, weil es als nicht lebenswert betrachtet werde. Auch Klöckner, die schon in ihrer Zeit als Bundestagsabgeordnete zur Gruppe der strikten PID-Gegner gehört hatte, bedauerte die Entscheidung. Sie befürchte, dass damit „ein Türspalt aufgemacht“ worden sei, „der immer mehr aufgeht und nicht mehr zu schließen ist“, sagte die CDU-Landesvorsitzende. Zugleich forderte sie, die Gesellschaft müsse sich nun verstärkt dafür einsetzen, „dass Menschen, die nicht der Norm entsprechen, weiterhin als lebenswert angesehen werden“ … Bischof Ackermann betonte dagegen, auch bei der PID gehe es mit dem Versuch, lebenswerte von nicht lebenswerten Embryonen im Reagenzglas zu trennen, in jedem Fall um die Tötung von menschlichem Leben. Deshalb könne es in dieser Frage für ihn keinen Kompromiss geben.Er befürchte nun eine ähnliche Entwicklung, wie bei der Gesetzgebung zur Abtreibung. Dort habe das Vorhaben, unter bestimmten Voraussetzungen Straffreiheit einzuräumen, „in der Praxis zu einer Freigabe der Tötung geführt“, sagte der Bischof[…]

Hartmut Steeb für den Evangelikalen-Haufen Evangelische Allianz
[…]Evangelikale: Votum zur PID folgt einer «Kultur des Todes»
Mit harscher Kritik hat die Deutsche Evangelische Allianz auf das Votum des Bundestages für eine begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik reagiert. Die Entscheidung fördere den Irrtum, dass es ein Recht auf ein gesundes Leben gäbe und ungeborenes Leben nicht den gleichen staatlichen Schutz bräuchte wie geborenes Leben, erklärte Generalsekretär Hartmut Steeb am Donnerstag in Bad Blankenburg bei Rudolstadt. Dies diene nicht dem Schutz des menschlichen Lebens, sondern folge «einer Kultur des Todes, die immer mehr um sich greift». Der Dachverband evangelikaler Christen vertritt nach eigenen Angaben mehr als eine Million Gläubige in Deutschland[…]

Bischof Friedhelm Hofmann:
[…]Bischof Friedhelm Hofmann kritisiert diese Entscheidung scharf. „Die mehrheitliche Entscheidung des Deutschen Bundestags für eine begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) bedauere ich zutiefst.“, so der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann in seiner Stellungnahmen. Es sei ein schwarzer Tag für den Schutz des menschlichen Lebens, so Hofmann weiter. Die katholische Kirche hatte sich im Vorfeld für ein völliges Verbot der PID eingesetzt. Bei der PID besteht die Möglichkeit Embryonen auf mögliche Erbkrankheiten oder Behinderungen zu untersuchen. „Die Selektion von menschlichen Embryonen verstößt gegen das Gebot der Achtung der Menschenwürde, die jedem Menschen von Anbeginn zuteil ist.“, kritisiert Hofmann weiter. „Mit der Zulassung der PID wird ein fatales Zeichen gegenüber Menschen mit Behinderungen unter uns und ihren Angehörigen gesetzt. An alle Menschen guten Willens appelliere ich in dieser Stunde, angesichts Behinderung, Krankheit und Leid vieler Menschen Solidarität zu zeigen und zu praktizieren.“ Auch viele Behindertenvertreter hatten sich für ein Verbot eingesetzt. Abschließend rief Friedhelm Hofmann in seiner Stellungnahme zu Wachsamkeit gegenüber künftigen Entwicklungen auf. Er beführte, dass aus der Zulassung der PID sich eine langfristig veränderte Sicht menschlichen Lebens entwickeln werde, die mehr und mehr zwischen wertem und unwertem Leben unterscheiden wird.[…]

Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann:
[…]Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, hat enttäuscht auf die begrenzte Zulassung von Gentests an künstlich erzeugten Embryonen reagiert. «Hier wird menschliches Leben nach bestimmten Merkmalen ausgewählt, selbst wenn es für das Verfahren strenge Richtlinien geben wird» … Die Landesbischöfin sieht damit ein «fragwürdiges Selbstverständnis» wachsen, nach dem «gelingendes Leben von gelingender Technik abhängig» werde. «Dieser Logik bedingter Menschenwürde widerspreche ich entschieden.»[…]

Bischof Heinz Josef Algermissen:
[…]Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hat die Entscheidung des Bundestages zur Zulassung von Gentests an Embryonen kritisiert. Algermissen bezeichnete das Votum in Berlin als „Dammbruch“. „Der Mensch wird immer mehr zum Instrument“, kritisierte der Fuldaer Bischof. „Die Starken und Gesunden dürfen leben, die Schwachen werden selektiert.“[…]

Erzbischof Ludwig Schick:
[…]Nach der Entscheidung des Bundestags hat sich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erneut vehement gegen die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) ausgesprochen. Das Recht auf ein Kind könne nicht absolut sein – auch dafür gebe es Grenzen, teilte er am Freitag mit. „Die entscheidende Grenze ist die Tötung beziehungsweise das Sterbenlassen eines Menschen.“ Denn das sei die erste Konsequenz der PID. Der Bundestag hatte am Donnerstag grünes Licht für die weitere Nutzung der umstrittenen PID gegeben. Das menschliche Leben sei durch die PID nicht mehr in all seinen Phasen geschützt, sagte Schick weiter. „Wenn ein Mensch im Frühstadium ausgesondert werden darf, warum nicht in anderen Phasen des Lebens, beispielsweise im Alter?“ Zudem würden Menschen mit Behinderung stigmatisiert, wenn ein Embryo getötet werden dürfe, weil er behindert sein könnte. Das Lebensrecht Behinderter werde so grundsätzlich infrage gestellt[…]

Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein:
[…]Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, hat den Bundestagsbeschluss zur Zulassung von Gentests an Embryonen bei künstlichen Befruchtungen kritisiert. Er habe stets einen restriktiven Kurs gegenüber der Präimplantationsdiagnostik (PID) unterstützt und bedauere die Entscheidung des Bundestages, sagte Hein am 7. Juli in Kassel dem epd. Er werde weiterhin aufmerksam darauf achten, dass die Bedingungen der PID nicht ausgeweitet würden.Vor allem wolle er genau im Blick behalten, ob sich das gesellschaftliche Klima im Umgang mit behinderten Menschen nach der PID-Freigabe verändere, kündigte Hein an. Sollte dies der Fall sein und „behindertes Leben als prinzipiell lebensunwert“ gelten, werde die evangelische Kirche ihre Stimme erheben.[…]