NRW: Politik im homöopathischen Vollrausch


32 Comments

  1. Zitat Argus7: „Wer andere als die geltenden wissenschaftlichen Prüfregeln fordert, sollte zumindest in der Lage sein, für solche veränderten Regeln konkrete Vorschläge zu unterbreiten.“

    Rep. „DZVHÄ“: Das sehen Sie richtig und das wird bereits getan. Diese Frage ist jedoch schlecht dazu geeignet im Kommentarbereich eines Blogs dargestellt und diskutiert werden zu können.

    Hic Rhodus, hic salta!

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  2. @ amardeo:
    Die DFG zur Versorgungsforschung: „Versorgungsforschung hat sich in Deutschland in den letzten zehn Jahren zu einem eigenständigen transdisziplinären Forschungsgebiet zwischen und in enger Verbindung mit der klinischen und Public Health-Forschung entwickelt. Ihr komplexer Gegenstand ist die gesundheitliche und – bei enger Definition – die medizinische Versorgung unserer Bevölkerung, ihre Planung, Organisation, Regulierung, Evaluation und Optimierung.“ Selbstverständlich spielt in diesem Rahmen die Wirksamkeit von Therapien unter alltäglichen Praxisbedingungen eine zentrale Rolle – auch wenn Sie das verneinen.

    Sie stellen richtig fest, „der Forschungsbereich befindet sich noch in der Entwicklung.“ Vor diesem hintergrund ist Ihre andere Aussage, der dzvhä verbiege die Versorgungsforschung für Fragen, für die diese nicht gedacht sei, unverständlich. Es ist eben noch nicht abschließend geklärt, wofür dieser Forschungsbereich gedacht ist. Die bisherigen Ergebnisse sprechen jedoch zweifellos für die Wirksamkeit der Homöopathie unter alltäglichen Praxisbedingungen – und die medizinische Praxis ist aus meiner Sicht doch sehr relevant. Sie sprechen daher ganz richtig an, dass die Studien aus der Versorgungsforschung zu selten in Fachzeitungen und -zeitschriften publiziert werden. Der Evidenzlevel sei nicht hoch genug. Aus meiner Sicht ist eine stärkere Orientierung der Wissenschaft und Forschung an der medizinischen Praxis nötig.

    @Argus7:
    Auf den sachlichen Gehalt Ihres Beitrags beziehe ich mich gerne, den Rest werde ich einfach mal amüsiert ignorieren…

    Sie sagten: „Wer andere als die geltenden wissenschaftlichen Prüfregeln fordert, sollte zumindest in der Lage sein, für solche veränderten Regeln konkrete Vorschläge zu unterbreiten.“

    Das sehen Sie richtig und das wird bereits getan. Diese Frage ist jedoch schlecht dazu geeignet im Kommentarbereich eines Blogs dargestellt und diskutiert werden zu können. Falls Sie ein ernsthaftes wissenschaftliches Interesse an der Methodologie in diesem Bereich haben, empfehle ich Ihnen die Wssenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie (WissHom): http://www.wisshom.de Hier befassen sich Wissenschaftler u.a. mit Ihrer Frage. Nehmen Sie doch an dieser Entwicklung teil und bereichern Sie WissHom mit Ihrer Kritik.

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  3. @ dzvhä schreibt an mich gerichtet:

    „@argus7: Schade, dass Sie meinen letzten Kommentar gelöscht haben, obwohl dieser nur eine sachliche Information artikuliert. Warum tun Sie das?“

    Meine Antwort: Ich habe keinen Einfluß auf die hier veröffentlichten Kommentare. Ich bin auch nur – so wie du – ein Kommentareschreiber in diesem Blog. Offenbar hast du zwei grundlegende Probleme: 1. Scheinst du nicht zu kapieren, wie das Internet funktioniert und 2. Scheinst du trotz vieler Argumente nicht zu kapieren, dass es für die Homöopathie
    leider immer noch keine wissenschaftlich fundierte Wirkungsnachweise gibt.

    Sag uns doch bitte einfach mal, wie denn die auf die Homöopathie angepassten Prüfungskriterien aussehen oder konzipiert werden sollen, damit sie die von dir gewünschten Wirkungsnachweise bringen könnten ? Ich befürchte, dass du und die von dir vertretene Homöopathie-Lobby nicht mal dazu in der Lage sein werden. Mit anderen Worten: Wer andere als die geltenden wissenschaftlichen Prüfregeln fordert, sollte zumindest in der Lage sein, für solche veränderten Regeln konkrete Vorschläge zu unterbreiten. Ich – und viele andere Leute in diesem Blog – erwarten voller Neugier deine Vorschläge.

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  4. Es ist schon ziemlich dreist, wie der Vertreter des dzvhä versucht, Wissenschaft in seinem Sinne zurechtzubiegen. Worum es bei der Versorgungsforschung wirklich geht kann man hier nachlesen. Es geht da gerade nicht darum, die Wirksamkeit von Therapien, Medikamente oder Verfahren zu belegen. Dafür wird sogar explizit auf RCT, also doppelblind durchgeführte kontrollierte Studien hingewiesen.
    Die Fragestellungen in der Versorgungsforschung sind ganz andere, und keine der Beispiele (Seite 29) hat damit was zu tun zu klären, ob eine einzelne therapeutische Methode funktioniert oder nicht. Es geht eher darum, Fragen zu beantworten, wie was die unterschiedliche Versorgung zum Beispiel anhand des Geschlechts oder der sozialen Lage determiniert. Offenbar kennt der dzvhä die Versorgungsforschung selber nicht oder verbiegt sie bewusst, um Fragestellungen zu behandeln, für die sie nicht gedacht ist.
    Der Forschungsbereich befindet sich ausserdem noch in der Entwicklung. Deshalb gibt es noch kein einziges Journal auf diesem Gebiet mit hohem Citationsindex, und auch die Studien aus der Versorgungsforschung sind schwer in Zeitungen mit einem solchen hohen Citationsindex, wie Nature und Science unterzubringen, eben weil der sogenannte Evidenzlevel nicht hoch genug ist. Wenn dieser Bereich sich Freunde aus der Homöopathie bedienen sollte, wovon ich nicht ausgehe, wird sie sich selbst einen Bärendienst erweisen.

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  5. Lässt man einmal die ständig repetierten, angeblich so aussagekräftigen Versorgungsstudien von Witt und Co. außer acht, weil diese ohnehin nur die Macht von Denk – und Wahrnehmungsfehlern (non sequitur, cum post hoc ergo propter hoc) zeigen, und wendet sich der Homöopathie in der täglichen Praxis zu, in der links auf dem Schreibtisch des Therapeuten der Boericke und rechts der Hering zu stehen hat, so findet man dort die wirklichen Quellen homöopatjische Irrsinns.

    Liest man beispielweise Herings „Vorlesungen“ zur Homöopathie, so ergibt sich ein Bild des Jammers:

    Die dort zu findende Auflistung der möglichen Reaktionen auf die homöopathische Mittelgabe – gedacht wohl als Entschuldigung dafür, warum´s mit der Heilung sofort, nicht sofort, nicht so richtig, nicht so ganz vollständig, oder eben überhaupt nicht geklappt hat – ist eine konsequente Weiterentwicklung der Hahnemannschen Exkulpation, zu lesen in der Fußnote zu § 260 des Organons.

    Nach Herings Auffassung gibt es folgenden Reaktionen auf die Mittelgabe:

    1. Eine rasche Heilung findet statt, ohne Verschlechterung der Symptome
    2. Die Verschlechterung verläuft schnell, kurz und heftig, gefolgt von rascher Besserung des Patienten.
    3. Lange Verschlechterung mit abschließender und langsamer Besserung des Patienten.
    4. Lange Verschlechterung mit abschließendem Verfall des Patienten.
    5. Andauernde Besserung der Symptome ohne spezielle Linderung.
    6. Zuerst Besserung mit nachfolgender Verschlechterung.
    7. Zu kurze Linderung der Symptome.
    8. Alte Symptome erscheinen.
    9. Neue Symptome tauchen auf, nachdem das Mittel verabreicht worden ist.
    10. Patienten, die jedes verabreichte Mittel prüfen.
    11. Die Symptome schlagen die falsche Richtung ein.

    Man stelle sich kurz vor, was wohl passiert, wenn die ganzheitlich heilsbedürftigen Homöopathie-Klienten anstelle des üblichen emphatischen Vortrags zu Heilung jenseits des Verstandes, diese Auflistung im Rahmen der obligatorischen Patientenaufklärung zu hören bekämen:

    „Tja, Frau Müller-Lüdenscheid, Lachesis C30 gegen ihren primärfamilienkonfliktbedingten Fersensporn (schmerzhafter in Ballerinas, weniger schlimm bei hochgelegter Haxe), das kann helfen.
    Wir müssen aber auch anderes einkalkulieren: Möglicherweise tut´s erst einmal noch mehr weh, aber dann wird´s besser, oder es tut gaaaanz lange weh und dann erst wird´s dann langsam besser – aber dafür auf Dauer. Möglicherweise aber schmerzt es außerordentlich lange und sie gehen daran auch elend zugrunde.
    Was noch passieren kann: Sie fühlen sich nur ein wenig besser, aber der Fersensporn bleibt, oder es geht Ihnen morgen ein wenig besser, aber übermorgen fällt Ihnen die Haxe ab.
    Möglicherweise fühlen Sie sich heute noch ein wenig erleichtert, das war´s dann aber auch.
    Ach, bevor ich es vergess´: Natürlich ist es auch möglich, dass der Hallux Valgus wieder kommt, oder dass sich zum Fersensporn auch noch ´ne Achillessehnenreizung (besser bei Vollmond, schlechter bei Höhenwandertouren) addiert.
    Last but not least: Was wir nicht wünschen, womit wir aber rechnen müssen, ist, dass Sie alle 1345 beschrieben Symptome von Lachesis entwickeln und möglicherweise auch noch ein paar andere dazu, was dann natürlich „hochspannend“ wäre.
    Aber, Kopf hoch! Irgend etwas wird schon passieren.“

    Was meinen Sie, DZVHÄ, welche Ergebnisse wohl zukünftige Versorgungsstudien zeigen würden, wenn homöopathische Patientenaufklärung in dieser Form betrieben würde?

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  6. Ich hatte früher mal die Grünen gewählt. Für mich ist die esoterische Verseuchung dieser Partei schon lange ein Grund, weshalb ich sie nicht mehr wähle.

    Esoterik ist, wenn die Cellulite vom Hintern ins Hirn wandert! (Stefan Aust)

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  7. @ Subkuttan:
    Und hiermit wollen Sie das Scheitern der Forderer eines Homöopathieverbots (in sämtlichen Staaten) begründen, anstatt anzuerkennen, dass die Homöopathie in der alltäglichen Praxis gegenüber Placebo signifikant wirksam ist, wie es die Versorgungsforschung zeigt:

    „Homöopathie ist weltweit ein Milliardengeschäft, dahinter steckt eine mächtige Lobby, die dafür sorgt, dass entsprechende Interessen nicht zu kurz kommen auch in der Politik.“

    Anstatt Ihre unvollständige Faktenlage und damit auch Ihre Schlussfolgerungen zu korrigieren, schieben Sie eine „machtvolle Homöopathie-Lobby“ als Erklärung vor. Das tun auch alle Anhänger von Verschwörungstheorien, die nur auf diese Weise ihre Ansichten aufrechterhalten können: „Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!“ [Albert Einstein]

    Schauen Sie sich die Zahlen doch einfach mal an: dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/140710035253_pm_homoeopathie_im_spiegel.pdf

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  8. @subkuttan:

    Anstatt auf meine Fragen einzugehen, schwärmen Sie von Ihrer eigenen Argumentation und Qualifikation … um dies (schon wieder) zu konterkarieren, indem Sie zwei boulevardeske Videos posten. Die plakativen Äußerungen – und insbesondere die vermeintliche Globuli-Überdosis im Frühstücksfernsehen – haben überhaupt keinen Wert, um in einer Debatte über Homöopathie-Forschung oder Wirksamkeit eine Aussagekraft zu besitzen. Und das wissen Sie doch selbst. Das ist einfach nur Kampagne.
    Ein Kommentar zu Spiegel TV: dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2389

    Ihre Redebeiträge offenbaren Ihre Vorurteile, und die pauschalen Beschimpfungen, von denen Sie immer noch nicht lassen können, sprechen für sich (aber nicht für Ihre Umgangsformen).

    Ich beschreibe Ihnen eine Ihrer Engstirnigkeiten: Sie wollen nicht einsehen, dass die Wissenschaft und ihre genutzten Methoden zum Erkenntnisgewinn einem ständigen WANDEL unterliegen – wie alles in der Welt. Wissenschaft ist kein starres System und Ihre Ergebnisse sind nicht einfältig, eindeutig und dogmatisch (dieser Eindruck entsteht bei Ihnen) – sondern vielfältig, heterogen und temporär. Was haben Sie eigentlich dagegen, wenn Frau Steffens adäquate Methoden zur wissenschaftlichen Untersuchung der Homöopathie fordert?

    @argus7:
    Schade, dass Sie meinen letzten Kommentar gelöscht haben, obwohl dieser nur eine sachliche Information artikuliert. Warum tun Sie das?

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  9. @ dzvhä

    Was das Duzen anbetrifft, so gilt im Internet schon immer das Du. Ich persönlich halte es so, dass ich „Du“ dann groß schreibe, wenn mir die angesprochene Person persönlich gut bekannt oder auch nur sympathisch ist. Bei den anderen schreibe ich das „du“ klein. So wie z.B. bei dir !

    Was das jetzt wieder sichtbare Video anbetrifft: Eine tolle Anti-Werbung für die Pseudowissenschaft Homöopathie. Dieses Video sollte ganz Deutschland sehen. Von mir aus darf es gerne weiter im Internet stehen. Wenn ich allerdings Barbara Steffens hieße, würde ich mir gut überlegen, ob ich mich weiter mit einer solchen Aussage öffentlich blamieren möchte ! In Stuttgart ist übrigens noch ’ne grüne MdB, die sich als Homöopathie-Freak verkauft. Biggy Bender heißt sie. Für mich war übrigens die Einstellung der Grünen zur Homöopathie der Grund, niemals mehr diese auch von der Heilpraktiker- und Anthroposophen-Lobby verseuchte Partei zu wählen. In diesem Haufen tummeln sich außer diesen Leuten auch etliche Esoterikanhänger. Der ganze geballte pseudowissenschaftliche Schwachsinn auf einem grünen Haufen.

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  10. @dzvhä

    wenn Sie meine Kommentare und Links aufmerksam gelesen hätten, wären Ihnen die Antworten auf Ihre Fragen nicht verborgen geblieben, wenn es Ihnen wirklich darum ginge. Unvoreingenommene Leser, die sich für die Thematik interessieren, werden es sofort registrieren. Von Ihnen ist nur zu erwarten, dass Sie Ihre Quacksalberei bewerben und rhetorisch verteidigen mit Strohmännern, die Sie auf jede Seite kopieren. Verstehen Sie denn eigentlich selbst, was Sie überall mit copy & paste verbreiten?

    Über meine Qualifikation muss ich Ihnen bestimmt keine Auskunft geben, denn meine Argumentation spricht für sich. Sie können sich jedoch sicher sein, dass ich mehr nachzuweisen habe als einen Hauptschulabschluss und in Folge eine multiple-choice Heilpraktiker Prüfung.

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  11. @Subkuttan:
    Schade, dass Sie nicht auf meine Fragen eingehen – während ich mich Ihren Fragen stelle. Sie eichen einer Stellungnahme der von mir genannten Punkte aus. Das spricht für sich…

    Zur Erinnerung einige Punkte:

    Ganz sachlich gefragt: Welche Qualifikation haben Sie denn?

    Sie sprechen von evidenzbasierter Medizin und wissen scheinbar nicht, dass nur ein Bruchteil der konventionellen Medizin überhaupt evidenzbasiert ist. Sie scheinen auch nicht zu wissen, dass Medizin (auch die Konventionelle) nur zu einem kleinen Teil exakte Naturwissenschaft ist und zu einem großteil eine Erfahrungswissenschaft darstellt, was Ihnen Mediziner aller Fachrichtungen gerne bestätigen werden. Sie machen sich über den (bisher) unbekannten Wirkmechanismus der Homöopathie lustig und wissen scheinbar nicht, dass beispielsweise jeder Anästhesist Ihnen bestätigen wird, dass die Wirkmechanismen der meisten Medikamente, die er nutzt, (bisher) ungeklärt sind. Sie sprechen vom Placebo-Effekt als hätten Sie diesen Begriff spielend begriffen und erklären auch gleich, was für diesen Effekt verantwortlich ist (Entweder sind Sie der gesamten Placebo-Forschung um Längen voraus… oder aber Sie haben keine Ahnung und verkürzen Sachverhalte, damit Sie in Ihr Weltbild passen, der sog. Aha-Effekt in der Psychologie… Zur Anregung zum Thema Placeboforschung: http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2557)

    Und diese Fragen an Sie beschäftigen mich auch noch:

    Was meinen Sie, weshalb es so ist, dass Ernst in Großbritannien mit seiner Forderung gescheitert ist, die Homöopathie aus dem NHS (National Health Service) auszuschließen? Was meinen Sie, warum die Homöopathie in der Schweiz nach eingehenden Untersuchungen zur medizinischen Grundversorgung zählt und die Homöopathie in Deutschland – insbesondere nach dem im letzten Jahr geforderten und gescheiterten „Homöopathieverbot“ für Krankenkassen – auf einem hohen Niveau steigende Akzeptanz findet? Richtig, alles verblendete „Volksverdummer“ was?
    Und kommen Sie mir doch nicht mit den USA als vermeintliche Homöopathie-Kritiker! Die USA erkennen klar: Wissenschaft und Homöopathie sind keineswegs Gegensätze, es besteht vielmehr weiterer Forschungsbedarf. Die USA machen es vor: Was in Deutschland fehlt, ist eine öffentliche Forschungsförderung durch die DFG. Zum Vergleich: In den USA wurde das National Center for Complementary and Alternative Medicine (NCCAM) mit einem jährlichen Budget von 120 Millionen US Dollar eingerichtet. Ein ähnliches Vorgehen würde dem Interesse der deutschen Bevölkerung an Homöopathie Rechnung tragen. 57 Prozent der Bevölkerung nutzen bereits homöopathische Mittel, und nur 2 Prozent der Bevölkerung halten homöopathische Arzneien für unwirksam, (repräsentative Allensbach-Umfrage von 2009). Was Patienten an Homöopathie schätzen? http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45954/Was_Patienten_an_Homoeopathie_schaetzen.htm
    Und dann zum Arzneimittelgesetz (AMG) samt dem Ihrer Ansicht nach „unsäglichen Gesetz der ‚Besonderen Therapierichtungen‘“. Wenn Sie Ihre Sicht vom Kopf auf die Füße stellten, würden Sie erkennen, dass die Ausnahmeregelungen für die Besonderen Therapierichtungen vor dem Hintergrund der praktischen Erfolge sehr sinnvoll sind. Deshalb blieben die Ausnahmeregelungen auch mit der Novellierung (durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, AMNOG) in diesem Jahr ausdrücklich bestehen! Warum tun politische Entscheider dies nach eingehender Beratung mit Experten? – Richtig, alles verblendete „Volksverdummer“.

    @argus7:
    Ich kann mich nicht erinnern, Ihnen das Du angeboten zu haben 🙂 Und natürlich ist das Video noch online: http://www.youtube.com/watch?v=cWyYn_8t_jg (!!!) – Aber süß wie wichtig Sie sich nehmen und sich einbilden, dass Ihre „Intervention“ das Absetzen des Videos verursacht hätte. Aktualisieren Sie lieber Ihre Seite!!!

    Und ein Witt-Zitat gegen die Ergebnisse der Versorgungsforschung? – Zu schwach… Ein langweiliges Ernst-Interview gegen die Meinungen anderer führender Forscher in der Komplementärmedizin? – Zu schwach… Und blamieren? Davor scheinen Sie sich mehr zu fürchten als ich… Wer sind Sie noch gleich? Stehen Sie doch mit Ihrer person offen zu Ihren aussagen! Ich bin gespannt.

    @subkuttan: Quacksalber-Verein..? Schade, dass Kommunikation ohne Beleidigungen hier doch nicht möglich zu sein scheint. Soviel zu der Idee Ihres „pluralistischen“ Blogs.
    Ich freue mich auf Ihre Antworten.

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    1. dzvhä

      Ich kann mich nicht erinnern, Ihnen das Du angeboten zu haben 🙂

      Völlig unwichtig, ob das Angebot ergangen ist. Hier im Blog wird geduzt, wer das nicht will hat Pech. Got it?

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  12. Zur Belustigung der Leser, hier mal die Anleitung Hahnemanns , was bei einer homöopathischen Behandlung strikt zu vermeiden sei :mrgreen: :

    Organon der Heilkunst, 6. Auflage
    Samuel Hahnemann

    § 260

    Für chronisch Kranke ist daher die sorgfältige Aufsuchung solcher Hindernisse der Heilung um so nöthiger, da ihre Krankheit durch dergleichen Schädlichkeiten und andere krankhaft wirkende, oft unerkannte Fehler in der Lebensordnung gewöhnlich verschlimmert worden war 2).

    2) Kaffee, feiner chinesischer und anderer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht, sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure, alle Arten Punsch, gewürzte Schokolade, Riechwasser und Parfümerieen mancher Art, stark duftende Blumen im Zimmer, aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus. Riechkißchen, hochgewürzte Speisen und Saucen, gewürztes Backwerk und Gefrornes mit arzneilichen Stoffen, z. B. Kaffee, Vanille u.s.w. bereitet, rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen, Gemüße von Kräutern, Wurzeln und Keim-Stengeln (wie Spargel mit langen, grünen Spitzen), Hopfenkeime und alle Vegetabilien, welche Arzneikraft besitzen, Selerie, Petersilie, Sauerampfer, Dragun, alle Zwiebel-Arten, u.s.w.; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, (Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen; Salate aller Art), welche arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen als jedes Uebermaß, selbst das des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige, nicht mit viel Wasser verdünnte Getränke; Stubenhitze, schafwollene Haut-Bekleidung, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere, bloß negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), übermäßiges Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Lesen in wagerechter Lage, Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Onanism oder, sei es aus Aberglauben, sei es um Kinder-Erzeugung in der Ehe zu verhüten, unvollkommner, oder ganz unterdrückter Beischlaf; Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, übertriebene Anstrengung des Geistes und Körpers, vorzüglich gleich nach der Mahlzeit; sumpfige Wohngegend und dumpfige Zimmer; karges Darben~ u.s.w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder gar unmöglich gemacht werden soll. Einige meiner Nachahmer scheinen durch Verbieten noch weit mehrer, ziemlich gleichgültiger Dinge die Diät des Kranken unnöthig zu erschweren, was nicht zu billigen ist.

    http://www.homeoint.org/books4/organon/org260.htm#p260

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  13. @dzvhä

    als Pressesprecher Ihres Quacksalber-Vereins müssen Sie ja eigentlich Faktenresistent sein, was bleibt Ihnen auch anderes übrig.

    Ich stehe nicht auf Wiederholungskonzerte aber hier nochmals: Homöopathie ist Volksverdummung!

    Bei kontrollierten und randomisierten Doppelblindstudien geht es nicht darum herauszufinden wie eine medizinische Behandlung funktioniert, sondern nur OB damit jemand geheilt wird. Selbstverständlich kann man die Methoden der wissenschaftlichen Medizin auch auf die Homöopathie anwenden und das wurde mehr als oft genug getan mit dem Ergebnis der Unwirksamkeit der Homöopathie. Zur Homöopathie existiert kein reproduzierbares positives Ergebnis durch Doppelblindtests. Auch Hahnemanns Selbstversuch: die Einnahme von Chinarinde mit dem Ergebnis Malaria ähnlicher Zustände, konnte bis heute nicht reproduziert werden.

    Die Verfechter der Homöopathie verschweigen das gerne und verweisen meist nur auf die Metaanalyse von Linde (1997) oder auf Beobachtungsstudien wie jene von Witt (2008), weil diese zu für die Homöopathie scheinbar positiven Resultaten kommen.
    Lindes Metaanalyse hatte methodische Mängel, wie er selbst längst zugeben musste. Sämtliche Re-Analysen seiner Daten, die die Qualität der untersuchten Studien berücksichtigen, kommen zu negativen Resultaten. Beobachtungsstudien sind eben weder dafür gedacht noch geeignet, etwas über die Wirksamkeit einer Therapie auszusagen.

    Die völlige Unwirksamkeit der Homöopathika zeigte sich auch in etlichen sogenannten Massenselbstmordversuchen mit Glaubulis. Selbst die wochenlange Einnahme homöopathischer Schlafmittel in gewaltigen Überdosen führte höchstens zu einem Zuckerschock.

    Martin Lambeck in Ihrem Sinne zu zitieren, ist schon dreist:

    http://blog.gwup.net/2010/04/01/einstein-und-der-medizin-pluralismus/

    http://dieausrufer.wordpress.com/2011/07/10/placebounterstutzte-psychotherapie-nach-hahnemann/

    Und Edzard Ernst liefert natürlich auch entsprechende Antworten:

    TR: Glauben Sie, dass das typische Klientel für alternative Heilmethode sich überhaupt von Ihren Ergebnissen beeindrucken lässt? Mir scheint dort eine gewisse Empiriefeindlichkeit zu herrschen.

    Ernst: Das ist schwer zu sagen. Viele Patienten sind nicht nur wissenschaftsfeindlich, sondern auch völlig uninteressiert und unberührt von dem, was wir so treiben. Und dann sieht man auch wieder gewisse Erfolge. Immer mehr Leute in der Komplementärmedizin denken so wie ich und meinen, dass dieser Bereich auf lange Sicht nirgends landen wird, wenn er sich nicht den Prinzipien der Evidenz basierten Medizin anschließt.

    TR: Sie haben selber eine Ausbildung in der Akupunktur und in der Homöopathie absolviert. Gab es für Sie so etwas wie ein Saulus-Paulus-Erlebnis, das Sie dazu gebracht hat, Teile Ihrer eigenen Ausbildung so systematisch zu hinterfragen?

    Ernst: Von der Homöopathie war ich als Kliniker ja mal ganz beeindruckt. Und als ich dann zur Wissenschaft gewechselt bin, war das Bild für mich zunächst auch nicht schwarz oder weiß. Dann aber hat sich in den letzten zehn Jahren sehr eindeutig herausgestellt: Homöopathika sind Placebos. Für mich war das kein Aha-Erlebnis, sondern ein langer, mühsamer Weg der Erkenntnisgewinnung.

    TR: Würden Sie sich selber mit Homöopathika behandeln lassen?

    Ernst: Auf keinen Fall. Entweder bin ich krank, dann will ich gesund werden und brauche keine Placebos oder ich bin nicht krank, dann brauche ich auch keine Behandlung. Es gibt allerdings Zustände, wo man keine klare Diagnose stellen kann und wo es dementsprechend keine effektive konventionelle Therapie gibt. Ich denke, dass es in diesem Bereich es durchaus vertretbar ist, Homöopathika bewusst als Placebos einzusetzen.

    TR: Aber nur, so lange die Patienten nicht Ihr Buch gelesen haben.

    Ernst: Es kann natürlich sein, dass ich damit das Kind mit dem Bade ausschütte. Aber da sind auch wieder zwei Prinzipien im Widerstreit. Und das Prinzip der Ehrlichkeit gewinnt. Bei mir zumindest.

    TR: Wie waren bisher die Reaktionen auf Ihr Buch?

    Ernst: Die Kreise der Evidenz basierten Medizin haben das Buch sehr positiv aufgefasst, manchmal sogar so positiv, dass ich leicht erröte. Dann gibt es Reaktionen der komplementärmedizinischen Szene, die reicht von enttäuscht über aggressiv bis beleidigend. Dabei finde ich unser Buch eigentlich nicht aggressiv, sondern nüchtern und sachlich. Und um bei den beleidigenden anzufangen: da sind Anwürfe, dass ich mich mit falschen Titeln schmücken würde, dass ich von der englischen Ärztekammer mehrmals gefeuert worden sei, dass wir auf der Gehaltsliste von Big Pharma stünden, dass wir die Daten falsch reproduzieren und so weiter. Das ging so weit, dass wir gesagt haben: Wenn jemand belegen kann, dass Homöopathika wirksam sind, dann geben wir, die beiden Autoren, aus unserer eigenen Kasse 10.000 Pfund.

    TR: Hat sich darauf schon jemand gemeldet?

    Ernst: Da gab es dann nur Hohngelächter – das sei ein Gimmick zur Promotion unseres Buches, und außerdem könne man die schulmedizinische Wissenschaft gar nicht auf Homöopathie anwenden. Homöopathen lieben immer dann kontrollierte, randomisierte Studien, wenn sie positiv ausgehen. Wenn sie negativ ausgehen, was meist der Fall ist, dann behaupten sie, dieses Studiendesign trete die Homöopathie mit Füßen.

    TR: Woher rührt diese Aggression?

    Ernst: Wahrscheinlich kommt sie daher, dass die Homöopathen sich in die Enge getrieben fühlen. Sie können schlecht sagen, dass ich die Homöopathie nicht gründlich genug erforscht habe. Sie können nicht sagen, dass ich die Homöopathie nicht verstehe, weil ich sie als Kliniker selbst angewendet habe. Sie können nicht sagen, dass ich korrupt bin, weil sie mich eigentlich kennen und auch in der Vergangenheit gepriesen haben als unabhängigen Wissenschaftler.

    TR: Gibt es hier überhaupt einen Konsens, klinische Studien als Maßstab zu akzeptieren?

    Ernst: Man kann natürlich sagen, klinische Studien seien nicht das Maß der Dinge. Genauso kann man sagen, der Mond ist eigentlich aus Käse. Die klinische Studie hat natürlich ihre Schwächen, aber die sind klar erkannt und man arbeitet daran, sie zu überwinden. So lange es nichts Besseres gibt, ist es eben die beste Methode, die wir zur Verfügung haben. Zudem schauen wir uns ja keine einzelne klinische Studie an, sondern die Gesamtheit der Studien zu einem Thema. Das ist nun einmal die ganz einfache wissenschaftliche Logik, der sich eigentlich jeder anschließen kann, es sei denn, er betrachtet die Homöopathie nicht als Heilkunde, sondern als Religion. Und da beißt es sich eben fest. Es gibt Leute, die sich nur minimal von religiösen Fanatikern unterscheiden.

    TR: Trotz ihres Heilanspruches sind alternative Heilverfahren viel weniger reguliert als konventionelle. Müssen alternative Heilverfahren ähnlich strikt reguliert werden?

    Ernst: Auch hier tut sich der Wissenschaftler schwer, Empfehlungen abzugeben. Aber ich plädiere dafür, dass man ehrlich ist und die Datenlage den Leuten so sagt, wie sie ist. Dann würden Homöopathika sowieso vom Markt verschwinden, weil sie keiner mehr kaufen würde.

    TR: Was sind Ihre weiteren Pläne?

    Ernst: Unsere wissenschaftliche Arbeit geht weiter, so lange wir Forschungsmittel haben. Das ist natürlich ein heißes Thema für uns, denn mit unserer kritischen Analyse haben wir uns natürlich schon viele Forschungsmittel verbaut, denn die Gelder kommen in den meisten Fällen von den Anhängern der Komplementärmedizin. Und es gibt wenige Anhänger der Komplementärmedizin, die einsehen, dass man als Wissenschaftler eigentlich nur kritische Analysen betreiben sollte, sodass die Forschungsmittel dann an Lehrstühle wie den in Berlin [Lehrstuhl für Komplementärmedizin an der Charité, Anm. d. Red.] gehen – da dürfen Sie lange warten, bis Sie eine wirklich kritische Analyse bekommen.

    http://www.heise.de/tr/artikel/Homoeopathika-sind-Placebos-403607.html

    Homöopathie ist weltweit ein Milliardengeschäft, dahinter steckt eine mächtige Lobby, die dafür sorgt, dass entsprechende Interessen nicht zu kurz kommen auch in der Politik.

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  14. @ dzvhä

    Nimm bitte zur Kenntnis, dass das von dir erwähnte Video mit dem Interview der NRW-Gesundheitsministerium Barbara Steffens vom Nutzer inzwischen zurückgezogen wurde. Es findet sich unter keinem der von dir angeführten Links.

    Den Grund kann ich mir denken. Derzeit warte ich nämlich noch immer auf eine Antwort der Ministerin auf meine Anfrage an sie vom 9.7.2011. In einem Zwischenbescheid wurde mir aber eine Stellungnahme angekündigt.

    Bei den von dir angeführten Personen, die angebliche Wirkungsbeweise für die H. bestätigen, ist auch der Name C. Witt erwähnt. Es handelt sich dabei zweifellos um Claudia Witt (geb. 1969, Berlin), eine deutsche habilitierte Medizinerin und Epidemiologin, Professorin für Komplementärmedizin, stellvertretende Institutsdirektorin und Leiterin des Projektbereiches Komplementärmedizin des Berliner Klinikums Charité. Es handelt sich dabei um eine Stiftungs-Professur (Laufzeit 5 Jahre) der Karl und Veronika-Carstens-Stiftung zur Erforschung der Homöopathie und anderer alternativer Heilmethoden. Bereits in ihrer Dissertation beschäftigte sich Claudia Witt mit Homöopathie. Der Titel der Arbeit aus dem Jahr 1999 an der Humbold-Universität Berlin lautet: „Physikalische Untersuchung homöopathischer Hochpotenzen“. Ein Ergebnis dieser Arbeit lautete: „Es konnte nachgewiesen werden, dass ein großer Teil der bisher veröffentlichten physikalisch-experimentellen Versuche mit homöopathischen Arzneien methodisch nicht valide war.“

    Nimm einfach zur Kenntnis, dass es keine wissenschaftlich belegten Wirksamkeitsbeweise für die Homöopathie gibt. Oder willst du dich weiter mit deinen Behauptungen blamieren, wie z.B. das Pharmakologen-Team der Uni Leipzig im Jahre 2003 ? Klick mal auf den folgenden Link !
    http://www.xy44.de/belladonna/ – Das sollte dir endlich die Augen öffnen !

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  15. @ subkuttan:
    Ich freue mich, dass sich Ihr Vokabular im Verlauf des Gesprächs deutlich verbessert 🙂
    Zu Ihrer wiederholten Frage, warum noch nicht alles Leben auf der Welt durch die Homöopathie vernichtet sei: Meinen Sie das ernst? Ich bin auf diesen Punk nicht eingegangen, weil ich das bestenfalls als qualitätsarme Satire eingestuft habe – nicht als einen ernst gemeinten Standpunkt. Aber mal grundsätzlich, weil Sie sich so am „Wasserspeicher“ stören:
    Kein homöopathischer Arzt behauptet, den Wirkmechanismus der hom. Arzneimittel erschöpfend erklären zu können. Die Wirksamkeit ist dagegen belegt (siehe Versorgungsforschung). Oder anders, mit den Worten des Physikers Professor Martin Lambeck: „Aus dem Umstand, dass ich ein Phänomen nicht erklären kann, schließe ich nicht, dass es nicht existiert, sondern nur, dass seine Existenz geprüft werden sollte, um dem Fortschritt der Wissenschaft zu dienen.“ In diesem Sinne … neugierig bleiben!
    Edzard Ernst? – Mit dem unterhalten wir uns öfter und gerne.
    Aber ist Edzard Ernst die Stimme der Komplementärmedizin-Forschung in Europa, wie es von GWUP und einigen Medien gerne behauptet wird?
    Es gibt an etlichen Hochschulen Institute, an denen im Bereich CAM (Komplementäre und Alternative Medizin) geforscht wird. Andere Forscher äußern sich differenzierter. Klaus Linde vom Zentrum für naturheilkundliche Forschung der TU München schrieb: „Die Debatte unter den klinischen Forschern ist also nicht, ob es positive Evidenz aus placebokontrollierten Studien gibt, sondern ob diese für einen Nachweis der Wirksamkeit der Homöopathie angesichts der aus naturwissenschaftlicher Sicht geringen Plausibilität ausreicht.“ Professor Robert Jütte, Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart, bringt die Kritik in einer Rezension (FAZ, 23. Februar 2009) des Buches Gesund ohne Pillen (Autor Ernst) auf den Punkt: „Auffällig ist die Ignoranz [der Autoren] gegenüber methodischen und sachlichen Einwänden, die führende Forscher auf dem Gebiet der Komplementärmedizin gegen den selektiven Blick dieser beiden ,Experten’ haben. Konträre Ansichten werden nicht erwähnt. Ignoriert wird von den Autoren auch ein detaillierter Health Technology Assessment- Bericht zur Homöopathie im Rahmen des Schweizer Programms Evaluation Komplementärmedizin. Dieser kommt zu dem Schluss, dass es ausreichend Belege für eine präklinische Wirkung und eine klinische Wirksamkeit der Homöopathie (Evidenzgrad I und II) gibt.
    Was meinen Sie, weshalb es so ist, dass Ernst in Großbritannien mit seiner Forderung gescheitert ist, die Homöopathie aus dem NHS (National Health Service) auszuschließen? Was meinen Sie, warum die Homöopathie in der Schweiz nach eingehenden Untersuchungen zur medizinischen Grundversorgung zählt und die Homöopathie in Deutschland – insbesondere nach dem im letzten Jahr geforderten und gescheiterten „Homöopathieverbot“ für Krankenkassen – auf einem hohen Niveau steigende Akzeptanz findet? Richtig, alles verblendete „Volksverdummer“ was?
    Und kommen Sie mir doch nicht mit den USA als vermeintliche Homöopathie-Kritiker! Die USA erkennen klar: Wissenschaft und Homöopathie sind keineswegs Gegensätze, es besteht vielmehr weiterer Forschungsbedarf. Die USA machen es vor: Was in Deutschland fehlt, ist eine öffentliche Forschungsförderung durch die DFG. Zum Vergleich: In den USA wurde das National Center for Complementary and Alternative Medicine (NCCAM) mit einem jährlichen Budget von 120 Millionen US Dollar eingerichtet. Ein ähnliches Vorgehen würde dem Interesse der deutschen Bevölkerung an Homöopathie Rechnung tragen. 57 Prozent der Bevölkerung nutzen bereits homöopathische Mittel, und nur 2 Prozent der Bevölkerung halten homöopathische Arzneien für unwirksam, (repräsentative Allensbach-Umfrage von 2009). Was Patienten an Homöopathie schätzen? http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45954/Was_Patienten_an_Homoeopathie_schaetzen.htm
    Und dann zum Arzneimittelgesetz (AMG) samt dem Ihrer Ansicht nach „unsäglichen Gesetz der ‚Besonderen Therapierichtungen‘“. Wenn Sie Ihre Sicht vom Kopf auf die Füße stellten, würden Sie erkennen, dass die Ausnahmeregelungen für die Besonderen Therapierichtungen vor dem Hintergrund der praktischen Erfolge sehr sinnvoll sind. Deshalb blieben die Ausnahmeregelungen auch mit der Novellierung (durch das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz, AMNOG) in diesem Jahr ausdrücklich bestehen! Warum tun politische Entscheider dies nach eingehender Beratung mit Experten? – Richtig, alles verblendete „Volksverdummer“.
    Und damit der Zirkelschluss zum Auslöser dieser Diskussion: Gesundheitsministerin Barbara Steffens verkörpert eine innovative und zukunftsweisende Gesundheitspolitik, die sich – seien Sie da ganz unbesorgt – durchsetzt und weiter durchsetzen wird. Verbale Kreuzzüge im inquisitorischen Schreibstil werden diesen Prozess nicht stoppen, sondern befördern. Denn das homöopathische Konzept lässt sich auf andere Systeme übertragen: Sie geben einen Impuls (eine Information) in den Körper der Gesellschaft und provozieren damit eine Gegenreaktion (Selbstheilungskraft) der Gesellschaft, die zur Heilung führt. Ihre recht ‚unaufgeklärten‘ Redebeiträge führen (nach dem Ähnlichkeitsprinzip) zu einer Gegenreaktion der Aufklärung (Übrigens: Hahnemann war seinerzeit Aufklärer). – Sie können das bereits und werden das auch weiterhin beobachten!

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  16. @dzvhä

    Wo bleibt denn die Antwort auf meine Frage an Sie? Zur Erinnerung

    Die Homöopathie ist nichts anderes als Volksverdummung, denn Menschen wird damit suggeriert, dass Wasser eine Speicherfunktion hätte und zudem je weniger „Mittel“ enthalten, desto stärker die „Wirkung“. Hierzu braucht es keine Wissenschaft, nur den logischen Verstand, um zu registrieren, dass diese Annahme würde sie existieren, längst alles Leben und damit die Menschheit vernichtet hätte. Trinkwasser, Seen und Meere wären so verseucht, dass jeder Schluck ein tödlicher Giftcocktail sein würde. Sie können uns aber ganz bestimmt erklären, warum wir noch leben oder?

    Wussten Sie eigentlich, dass Pseudowissenschaft keine Wissenschaft ist und dass es Naturgesetze gibt, die einen feststehenden Rahmen bilden, wodurch weitere neue Erkenntnisse darauf aufbauen müssen. Dementsprechend können Sie sich drehen und wenden bis zum get no, denn Ihre Vorstellung von einer völligen Relativierung wissenschaftlicher Erkenntnisse ist utopisch. Im Rahmen des Möglichen wurde in den letzten 200 Jahren mehr als festgestellt, dass Homöopathie außerhalb des Placebo-Effekts nichts zu bieten hat. Unterhalten Sie sich dazu doch mal mit Edzard Ernst oder lesen Sie auch mal hier: „Die Homöopathie ist ein großer Irrtum“ http://web.archive.org/web/20071022035056/http://www.promed-ev.de/modules/wfsection/article.php?articleid=3

    Vielleicht schauen Sie sich auch mal die Gesetzeslage zur Zulassung von Medikamenten in Deutschland an, dann müssten Sie eigentlich registrieren, welche Hürden und Studien nötig sind im Vergleich zu dem unsäglichen Gesetz der „Besonderen Therapierichtungen“, welches für Homöopathika keinen Wirksamkeitsnachweis verlangt.

    Zur Wirksamkeit der Homöopathie kann bei Köbberling, Schaffrath, Schäfer, Strubelt u.- Claussen (hier Kritik an der sog. Meta-Analyse von Linde u.a. 1997), Wagner (Situation in den USA) und im Memorandum des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer (1993) nachgelesen werden. Die Homoeopathic Medicine Research Group, der u.a. die deutschen Professoren Fülgraff und Gaus angehören, hat 1996 in einem Bericht für die Europäische Kommission festgestellt, daß bislang ein Wirksamkeitsnachweis der Homöopathie nicht erbracht worden ist, und daß die anerkannten wissenschaftlichen Instrumente adäquat sind, um den therapeutischen Anspruch der Homöopathie wissenschaftlich zu untersuchen. Zum gleichen Ergebnis ist ein speziell mit der Sichtung sog. alternativer Verfahren in den USA von der höchstrangigen Forschungsinstitution NIH (National Institute of Health) betrautes Komitee gekommen. Dies ist in bezug auf die gesetzliche Regelung in Deutschland hinsichtlich der sog. „besonderen Therapierichtungen“ zu bedenken, die im folgenden Abschnitt besprochen werden.

    Ein wesentlicher Mangel betrifft in Deutschland das Arzneimittel-Gesetz (AMG), das der Arzneimittel-Sicherheit dienen und insbesondere für
    Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sorgen soll. Es weicht aber bereits in seiner Fassung von 1976 hinsichtlich der Prüfrichtlinien vom
    internationalen Standard ab und zwar durch die Einführung des Begriffs der „besonderen Therapierichtungen“. Diese wurden im Gesetz durch die Bereiche anthroposophische Medizin, Homöopathie und Phytotherapie konkretisiert. Da ihre Wirksamkeit in kontrollierten klinischen Studien nicht nachgewiesen werden konnte (s.o.), wurden für sie erleichterte Zulassungsbedingungen geschaffen. Damit haben wir einen Doppelstandard, so der Wissenschaftliche Beirat der Bundesärztekammer in seinem Memorandum zur Arzneibehandlung im Rahmen „besonderer Therapierichtungen“ (1993, S. 109). Denn die homöopathischen und anthroposophischen Arzneien werden – bis auf Ausnahmen – lediglich registriert und kommen ohne Angabe eines Anwendungsbereichs in den Handel …

    usw.
    http://www.awmf.org/uploads/media/aej9901.pdf

    http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelzulassung

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  17. @subkuttan:

    Sie behaupten zuerst eine hohe Kompetenz zum Thema zu haben… und konterkarieren dies dann mit Ihren eigenen Aussagen zur Sache. Halten Sie es für nützlich ein antagonistisches Spannungsfeld dieser Art innerhalb Ihres eigenen Beitrags zu entfalten?

    Ganz sachlich gefragt: Welche Qualifikation haben Sie denn?

    Sie sprechen von evidenzbasierter Medizin und wissen scheinbar nicht, dass nur ein Bruchteil der konventionellen Medizin überhaupt evidenzbasiert ist. Sie scheinen auch nicht zu wissen, dass Medizin (auch die Konventionelle) nur zu einem kleinen Teil exakte Naturwissenschaft ist und zu einem großteil eine Erfahrungswissenschaft darstellt, was Ihnen Mediziner aller Fachrichtungen gerne bestätigen werden. Sie machen sich über den (bisher) unbekannten Wirkmechanismus der Homöopathie lustig und wissen scheinbar nicht, dass beispielsweise jeder Anästhesist Ihnen bestätigen wird, dass die Wirkmechanismen der meisten Medikamente, die er nutzt, (bisher) ungeklärt sind. Sie sprechen vom Placebo-Effekt als hätten Sie diesen Begriff spielend begriffen und erklären auch gleich, was für diesen Effekt verantwortlich ist (Entweder sind Sie der gesamten Placebo-Forschung um Längen voraus… oder aber Sie haben keine Ahnung und verkürzen Sachverhalte, damit Sie in Ihr Weltbild passen, der sog. Aha-Effekt in der Psychologie… Zur Anregung zum Thema Placeboforschung: http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=2557)

    Statt dessen stellen Sie munter Behauptungen auf und nutzen Worte wie: Volksverdummung, Klo, Hokuspokus, Abartigkeit, Glaubuli, Irrlehre oder zynisch. – Allein die Konstruktion Ihres eigenen Beitrags ist im Sinne des Wortes zynisch, also mit bissiger Kritik absichtlich verletzend.

    Vielleicht tue ich Ihnen Unrecht und Sie wissen sehr wohl gut bescheid über die oben genannten Dinge – und artikulieren dies bloß nicht. In diesem Fall sollten wir uns im nächsten Beitrag mit Ihren Kommunikations-Motiven befassen.

    Ich freue mich auf Ihre Antwort

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  18. @dzvhä

    machen Sie sich doch nicht lächerlich, ich kenne mich mit dem Thema vielleicht besser aus, als Ihnen lieb ist und Ihre Phrasen, die Sie anführen, sind ein Armutszeugnis. Ihre Argumente bestätigen lediglich den Placebo-Effekt, den NIEMAND anzweifelt. Dieser hat jedoch null mit der Wirksamkeit der Homöopathie zu tun, sondern mit all den Faktoren, die dazu dienen, dass sich der Patient individuell gut versorgt fühlt. Verbesserte Strukturen in der Behandlung und der einhergehende Placebo-Effekt kommen jedem Mediziner zugute, das ist längst bekannt und wird auch immer mehr umgesetzt. Zeit, Einfühlungsvermögen, Zuhören, Verständnis für Patienten und ihre Probleme und eine angenehme Atmosphäre sind Faktoren, die dabei die Rolle spielen. All dies lässt sich in jeder Arztpraxis und in jedem Krankenhaus theoretisch umsetzen, praktisch scheitert es jedoch an den Kosten und damit am Gesundheitssystem. Die Homöopathie ist nichts anderes als Volksverdummung, denn Menschen wird damit suggeriert, dass Wasser eine Speicherfunktion hätte und zudem je weniger „Mittel“ enthalten, desto stärker die „Wirkung“. Hierzu braucht es keine Wissenschaft, nur den logischen Verstand, um zu registrieren, dass diese Annahme würde sie existieren, längst alles Leben und damit die Menschheit vernichtet hätte. Trinkwasser, Seen und Meere wären so verseucht, dass jeder Schluck ein tödlicher Giftcocktail sein würde. Sie können uns aber ganz bestimmt erklären, warum wir noch leben oder?

    Die Anamnese ist das Mittel zur Verdummung der Homöopathen selbst, denn um die Tausenden von Mittelchen und Mittelbilder zu lernen, werden Jahre lange private Ausbildungen angeboten, die für viel Geld zu haben sind. Wer mal in dieses Klo gegriffen hat, wird nie zugeben können, dass der eigene große Einsatz umsonst war und es piep egal ist, welches Mittel oder Konstitutionsmittel verabreicht wird, denn alle sind ja nichts anderes als nur Zuckerkügelchen. Die Verdienstspanne ist da natürlich gigantisch und die Unbranche hat es ja geschafft, enorme Umsätze zu erwirtschaften, von diesem Kuchen möchten auch immer mehr Ärzte etwas abhaben, denn das ist gutes Geld, das dazu verdient werden kann. Ob diese nun an den Hokuspokus glauben oder nicht, spielt keine Rolle, denn falsch machen können sie sowieso nichts. Die Abartigkeit fängt jedoch da an, wo Medizin- und Pharmabashing zur Bewerbung der Glaubuli-Irrlehre dienen und sich bei Patienten dadurch bei jeder nötigen Evidenz basierten Behandlung oder Therapie ein Nocebo-Effekt einstellt. Wie viele wirksame Maßnahmen dadurch abgelehnt wurden, mit welchen Folgen und wie viele Kinder unter ihren Glaubuli-Apologeten-Eltern sinnlos leiden mussten und leiden, darf ja gar nicht hinterfragt werden. Wer dann noch davon redet, dass homöopathische Behandlungen doch so viel günstiger seien, als „schulmedizinische“, der ist nur noch zynisch.

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  19. @subkuttan:
    Es gibt weitere Fakten: Wer glaubt, dass die Wissenschaft objektive Erkenntnisse und damit Gesellschaft und Politikern „die eine Wahrheit“ als Entscheidungsgrundlage bereitstellen kann, täuscht sich über die Möglichkeiten der modernen Wissenschaft. Nicht allein anhand der Homöopathieforschung lässt sich zeigen, dass die Wissenschaft und ihre Ergebnisse sehr heterogen, sogar widersprüchlich sein können.

    Sind Sie Arzt? Kennen Sie die Versorgungsforschung?
    Die moderne klinische Forschung konzentriert sich nahezu ausschließlich auf die Wirksamkeit der homöopathischen Arzneimittel, wobei dann die Rolle der Anamnese oder die Art und Weise, wie man das homöopathisch passende Arzneimittel findet, in der Regel ausgeblendet wird. In einem reduktionistischen Ansatz wird meist das Gesamtpaket der homöopathischen Behandlung in Einzelteile zerlegt, deren Effekte losgelöst von den anderen Teilen bewertet werden. Dass Homöopathie jedoch mehr ist als die Summe ihrer Einzelteile, zeigt sich in der täglichen ärztlichen Praxis, der Patientenzufriedenheit und nicht zuletzt an dem Zulauf von Ärzten, die sich homöopathisch ausbilden lassen. So hat sich die Zahl homöopathisch ausgebildeter Ärzte von 1995 (rund 3.000) bis heute (über 7.000) mehr als verdoppelt. Für die einen ist dies ein Zeichen für die Verblendung des ärztlichen Berufsstandes, für die anderen die schlüssige Durchsetzung einer funktionierenden Heilmethode.

    Den Gegensatz zum reduktionistischen Forschungsansatz findet man in der sogenannten Versorgungsforschung. Dieser Forschungsbereich untersucht per Definition die Versorgung von Patienten unter Alltags- und Praxisbedingungen. Hier findet die Homöopathie als ganzheitliche Heilmethode Berücksichtigung. In der Versorgungsforschung gilt die Wirksamkeit der Homöopathie selbst unter Kritikern als belegt. Neben dem oft erwähnten Schweizer HTA-Bericht gibt es dazu einschlägige Studien der Charité Berlin.

    Insgesamt zeigt die Versorgungsforschung, dass die Homöopathie in der Praxis effektiv wirkt und dabei kostengünstiger ist als schulmedizinische Verfahren.

    Können Sie diese Fakten bitte in Ihre Darstellung einfließen lassen und sich in Zukunft eingehender informieren, bevor Sie von „Verdummungsstrategien“ sprechen?

    Studien der Versorgungsforschung belegen die Wirksamkeit ärztlicher Homöopathie:
    Becker-Witt C, Lüdtke R, Weißhuhn TER, Willich SN. Diagnoses and treatment in homeopathic medical practice. Forsch Komplementärmed Klass Naturheilkd 2004;11:98-103.

    Witt C, Lüdtke R, Baur R, Willich SN. Homeopathic medical practice: Long-term results of a cohort study with 3981 patients. BMC Public Health 2005;5:115.

    Witt C, Lüdtke R, Willich SN. Effect Size in Patients Treated by Homeopathy Differ According to Diagnosis – Results of an Observational Study. Perfusion 2005;18:356-360.

    Witt C, Keil T, Selim S, Roll S, Vance W, Wegscheider K, Willich SN. Outcome and costs of homeopathic and conventional treatment strategies: A comparative cohort study in patients with chronic disorders. Compl Ther in Med 2005;13:79-86.

    Forschung am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité

    Weitere Informationen zu den Veröffentlichungen und eine Studienübersicht zur Homöopathieforschung unter: http://www.cam-quest.org

    HTA-Bericht zur Homöopathie: Schlussbericht des Programms zur Evaluation in der Komplementärmedizin (PEK) des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) in der Schweiz.

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  20. @dzvhä

    Man sollte den Fakten und Tatsachen endlich ins Gesicht schauen können, weitere Verdummungsstrategien sind zwecklos.

    Kein Nachweis der Wirksamkeit :
    In mehr als 100 wissenschaftlichen Studien konnte kein belastbarer Nachweis für eine Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel erbracht werden, die über den Placebo-Effekt hinausgehen würde.[169]
    Eine erste Metaanalyse von Klaus Linde und Mitarbeitern aus dem Jahr 1997 kam zwar zu dem Schluss, dass die Gesamtheit der Ergebnisse der Studien nicht vollständig durch den Placeboeffekt erklärbar waren und dass einige der untersuchten Homöopathika folglich wirksam sein müssten.[180] Bei weiteren Untersuchungen fanden die Autoren allerdings, dass Studien geringerer Qualität bessere Ergebnisse für die homöopathische Behandlung zeigten als Studien mit strengen Kriterien.[181] Linde räumte daher ein, dass die damalige Schlussfolgerung so nicht haltbar ist und die Metaanalyse die Effekte zumindest deutlich überschätzt haben dürfte.[182]
    Eine Studie aus dem Jahr 2003, die angeblich einen empirischen Nachweis der Wirksamkeit hochpotenzierter Homöopathika geliefert hatte, wurde Ende 2005 zurückgezogen. Ein Forschungspreis, der den Forschern (der Apothekerin Franziska Schmidt und den Pharmakologen Karen Nieber und Wolfgang Süß) zugesprochen worden war, wurde zurückgegeben. Der Chemiker Klaus Keck (Konstanz), der Mathematiker Gerhard Bruhn (Darmstadt) und der Geophysiker Erhard Wielandt (Stuttgart) hatten zuvor öffentlich bemängelt, dass die Ergebnisse der Studie „nicht auf objektiven Messungen, sondern auf vorurteils- und methodisch bedingten Messfehlern“ beruhten.[183] Selbst erklärte Befürworter der Homöopathie haben diese Fehler bestätigt.
    Entgegen der Studienlage bestehen Befürworter der Homöopathie darauf, dass eine Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln über den Placebo-Effekt hinaus wirke.[184][185][186][180] Oftmals werden dabei jedoch Einzelfälle oder Selbsttests als Beleg angegeben. Auch kann der Rechtfertigungsdruck, der auf alternativen Methoden lastet, dazu verführen, hauptsächlich Erfolgsgeschichten zirkulieren zu lassen. Solche Anekdoten besitzen wissenschaftlich keine Relevanz, weil hierfür eine Doppelblindstudie mit einer Kontrollgruppe, die Placebos erhält, notwendig wäre. Um festzustellen, ob zwischen einem homöopathischen Wirkstoff und einem Placebo ein nennenswerter Wirkungsunterschied besteht, benutzen Statistiker zum Beispiel den Vierfeldertest. An Einzelfällen lässt sich dagegen nicht eruieren, auf welchen Effekt eine Genesung zurückzuführen ist, und ob eine andere Behandlung andere Ergebnisse gebracht hätte.
    Zudem können Erfolge, die der Homöopathie auch von unabhängigen Studien nachgesagt wurden, nach strengen wissenschaftlichen Anforderungen mit methodischen Schwächen und anderen verzerrenden Einflüssen erklärt werden, wie eine Metaanalyse zur Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen betont, die 2005 in der renommierten Medizinzeitschrift The Lancet von Shang et al. dokumentiert wurde[169] und laut dem Kommentar des Herausgebers das „Ende der Homöopathie“ markiere.[187] Eine schweizerisch-britische Forschergruppe hatte insgesamt 220 Studien in Bezug auf den Behandlungserfolg verschiedenster Erkrankungen mit homöopathischen oder schulmedizinischen Methoden ausgewertet. Es zeigte sich ein vergleichsweise schlechteres Abschneiden der Homöopathie, bei der die gemessenen Effekte nicht gegen die Annahme der Nullhypothese (die Homöopathie beruhe einzig auf dem Placebo-Effekt) sprechen. Auch bestätigte die breitangelegte Metauntersuchung die Vermutung, dass Studien mit wenigen Teilnehmern und niedriger Qualität eher nichtvorhandene Wirkungen vorspiegeln als solche mit einer höheren Teilnehmerzahl und guter Qualität. Die erwähnte Metastudie wurde 2006 von dem österreichischen Homöopathie-Befürworter Friedrich Dellmour[188] und dem Schweizerischer Verein Homöopathischer Aerztinnen und Aerzte[189] hauptsächlich mit dem Argument kritisiert, dass sich die Homöopathie nicht für Doppelblindstudien eigne und nur deshalb keine Wirksamkeit feststellbar sei. Außerdem gab es von mehreren Seiten Kritik an der Methodik der Metastudie.[190][191]
    Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass nicht wissenschaftlich fundierte Therapieeinrichtungen – darunter die Homöopathie – solche Besonderheiten geltend machten, um sich der wissenschaftlichen Prüfung ihrer Hypothesen zu entziehen. Sowohl prinzipiell als auch in der Praxis, sei die Durchführung sauber geplanter und durchgeführter placebokontrollierter, doppelblinder Studien möglich. Zudem würden diese auch durchgeführt. In solchen Untersuchungen zeige sich kein Unterschied zwischen der homöopathischen Behandlung und der Placebomedikation. Untersuchungen ohne solche Kontrolle, wie sie teilweise auch von Krankenkassen veranlasst und gefördert würden, seien zum Nachweis der Wirksamkeit nicht geeignet. Auch der oft zitierte Satz „Wer heilt hat recht“ könne die Beweispflicht für die Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Prinzipien nicht ersetzen.[192]

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie

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  21. Möchten Sie konstruktiv zum Thema diskutieren? Dann tun Sie das doch beispielsweise auf ZEIT Wissen: facebook.com/ZeitWissen
    Falls Sie sich dort um ein etwas anderes Vokabular bemühen (verzichten Sie doch bitte insbesondere auf „ausrotten“), setzen wir uns gerne an der Sache orientiert auseinander.
    Hier finden Sie auch Informationen zur Richtigstellung Ihrer pauschalen und unrichtigen Tatsachenbehauptung, es gebe keine wissenschaftlich stichhaltigen Belege zur Wirksamkeit der Homöopathie. (Zum Thema Medienethik in der Homöopathie-Berichterstattung: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/presserat_pfeift_das_magazin_zurueck_1.10304580.html )
    Grüße aus Berlin Mitte.

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  22. Nachtrag:

    Ich wollte den Lesern dieses Blogs noch mitteilen, dass ich der grünen Gesundheitsministerin Barbara Steffens diesen Blogbeitrag, inklusive meinem Kommentar, an deren E-Mail-Anschrift barbara.steffens@landtag.nrw.de übermittelt habe. Sicher wird sich Frau Steffens über weitere E-Mails zu diesem Thema „freuen“ !!!

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  23. Es darf einfach nicht wahr sein ! Seit nunmehr rund 200 Jahren wartet die Welt auf einen echten, nach weltweit anerkannten wissenschaftlichen Regeln erbrachten Wirkungsbeweis für die Homöopathie. Da es aber einen solchen Beweis – trotz vielfacher Bemühungen – nicht gibt, fordert nun auch Barbara Steffens, die grüne Gesundheitsministerin aus NRW, dass dann eben nach Möglichkeiten gesucht werden müsse, wie man solche Beweise nach anderen als den allgemein gültigen Regeln erbringen könnte !?

    Vergleichbar ist eine solch hirnrissige Forderung, mit einem
    aussichtslosen Olympiakandidaten in der Disziplin Hochsprung, dem man das Erreichen der Olympiaqualifikation dadurch ermöglichen möchte, indem man die Meßlatte für ihn erheblich niedriger anlegen würde, so dass er die Quali problemlos schaffen kann. Man könnte zudem die Bedingungen insofern ändern, indem man dem Kandidaten zugesteht, dass er nicht über die festgelegte Qualifikationshöhe springen, sondern unterhalb der Latte durchkriechen dürfe !!! Hauptsache, er hat die geforderte Höhe geschafft, egal, ob oben drüber oder unten durch !!!

    Es ist einfach unfaßbar, wie sich eine fachlich völlig inkompetente Politikerin mit solch einem total neben der Kapp‘ liegenden Statement in die Öffentlichkeit trauen und sich auf diese Weise unsterblich blamieren kann ! (Sie ist beileibe nicht die Einzige ! Auch ihre Parteifreunding Biggy Bender, MdB aus Stuttgart hat die gleiche Forderung erhoben.) Aber nachdem mehr und mehr offenbar wird, dass Bündnis90/Die Grünen längst mit esoterischem Gedankengut infiziert und in die Pseudowissenschaften Homöopathie und Anthroposophie verstrickt sind, wundert man sich bei diesem Verein über rein gar nichts mehr. Man stelle sich vor: Frau Steffens will schlicht und ergreifend weltweit anerkannte und gültige wissenschaftliche Regeln der Beweisführung – so mir nichts, dir nichts – aushebeln und durch „andere“ Kriterien ersetzen ?

    Vom Wirken des menschlichen Immunsystems, welches rund 80 % aller Krankheiten von sich aus heilt, weiß man bei den Grünen immer noch nichts. Die Homöopathen freut’s, denn bei der grünen Volksverdummungspolitik erfahren die Bürger eben nicht, dass es nicht die Homöopathen und deren Globulis sind, die eine Heilung bewirken, sondern – wer weiß es ? Richtig ! Das menschliche Immunsystem ! Gäbe es diese Selbstheilungskräfte nicht, hätte die Menschheit nämlich nicht bis ins 21. Jahrhundert überleben können. Nicht zu vermeiden war, dass das Immunsystem auch das Überleben der grünen Volksverdummer ermöglicht hat. Und so müssen wir uns damit abfinden, dass die menschliche Dummheit leider nur sehr schwer auszurotten ist.

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  24. „Die Patienten wollen das“

    Die Patienten wollen auch womöglich das ewige Leben, soll man jetzt auch die Kirchensubventionen direkt mit in die Krankenkassen-Beiträge übernehmen?

    Und so eine Person ist Gesundheitsministerin eines der grösseren Bundesländer? Wer hat die denn gewählt?

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  25. Wow… wie verblendet kann man sein… „[…] jegliche Form der Akupunktur effektiver war als die medikamentöse Behandlung.“ … Ja ne ist klar! m(
    Eine Wirksamkeit der Homöopathie, die über den Placeboeffekt hinaus geht, ist und bleibt nicht bewiesen. Wie wäre es mal, wenn die für Studien nötigen Ressourcen für richtige Medikamente mit Potential verwendet werden, statt immer mehr Homöopathiestudien rauszuhauen?

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