Die unerträglichen Machenschaften der Diakonie – „Rummelsberger Anstalten“


Quelle: blog.consilia-sozial.de

Die Kirche ist keine Firma
Die Rummelsberger Anstalten haben sich über Jahre als Sozialkonzern aufgestellt. Das ist der Diakonie-Einrichtung schlecht bekommen. Nun soll gegengesteuert werden.

Von Joachim DankbarFrankenpost

Bad Alexandersbad – Nichts fürchten große Unternehmen mehr als die Beschädigung dessen, was sie der Öffentlichkeit als ihren „Markenkern“ vermittelt haben. Genau dies ist den „Rummelsberger Anstalten“ widerfahren, mit rund 5000 Beschäftigten einer der zehn größten diakonischen Dienstgeber in Deutschland und der zweitgrößte in Bayern. Ins Licht einer breiten Öffentlichkeit waren „die Rummelsberger“ 2008 gerückt, als ihr damaliger Rektor Karl-Heinz Bierlein von einem Tag zum anderen seinen Stuhl räumen musste. Wenig später wurde er wegen sexueller Bedrängung und körperlicher Misshandlung von Diakonen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Angeschlagen waren die Rummelsberger Anstalten allerdings schon vorher gewesen. Innerhalb weniger Jahre waren sie von einer Diakonischen Einrichtung zu einem Sozialkonzern geworden – mit den meisten hässlichen Begleiterscheinungen einer entfesselten Marktwirtschaft. In schonungsloser Offenheit rechnete Dr. Günter Breitenbach nun bei einem „Sozialpolitischen Gespräch“ des Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrums Bad Alexandersbad mit einem Denken ab, das kirchliche Einrichtungen als Marktteilnehmer sieht. Breitenbach ist seit 2010 neuer Rektor der Rummelsberger Anstalten, vorher war er Dekan in Würzburg.

Mit ihm war seine Vorstandskollegin Andrea Heußner nach Bad Alexandersbad gekommen. Seit 2006 ist sie in Rummelsberg mit Krisenbewältigung und Neuausrichtung beschäftigt. Zuvor war sie Jugendreferentin im Dekanat Wunsiedel gewesen und hatte maßgeblich den bürgerlichen Widerstand gegen die alljährlichen Heß-Märsche organisiert. Heußner war es auch gewesen, die nach dem unrühmlichen Abgang Bierleins ein System von Boni aufgedeckt hatte, die in die Taschen der leitenden Mitarbeiter geflossen waren.

Kritik an Ausgliederung

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war vor allem für die Mitarbeiter der Rummelsberger Anstalten das Maß endgültig voll. Viele von ihnen hatten Abgruppierungen und schlechtere Bezahlung hinnehmen müssen, während ihr Arbeitgeber allein 450 000 Euro für die Abfindung eines Geschäftsführers aufgewendet hatte. Die Rummelsberger Anstalten hatten vorher das Gesicht eines Konzerns bekommen. Unter dem Dach einer Holding gibt es mehrere gemeinnützige GmbHs, die die Dienste für junge Menschen, Senioren und Behinderte betreiben. Besondere Kritik erregte innerhalb der Kirche, dass Putzfrauen und Hausmeister in eine weitere – diesmal allerdings nicht gemeinnützige- GmbH ausgegliedert wurden. Die Rummelsberger Servicegesellschaft hat nicht weniger als rund 1000 Beschäftigte. Das Ziel war eine Spreizung der Löhne. Gering qualifizierte Beschäftigung sollte schlechter bezahlt werden. Was man als Leistung ansah, sollte besser honoriert werden. Die ständig wechselnden Diakonie-Manager gründeten überdies eine eigene Zeitarbeitsfirma namens PAKT mit zeitweilig rund 200 Beschäftigten. Kurzum: Nach Ansicht vieler Beschäftigter und vieler Stimmen aus Kirche und Öffentlichkeit geschah in Rummelsberg genau das, was die Kirche in Denkschriften der freien Wirtschaft gern als verantwortungslos und unchristlich vorhält.

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