Harry Potter und die Angst der Christen-Muggel


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In einer Woche geht’s wieder los: Der letzte Teil der Harry-Potter-Saga kommt in die Kinos und Millionen von Menschen werden sich diesen Film ansehen. Wir vermutlich auch. Aber viel faszinierender fand ich noch die Bücher: Was für eine Welt, die Joanne K. Rowling da aufgebaut hat!

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Noch beeindruckender als die Handlung finde ich fast den Rahmen der Geschichte. Zauberer, die mitten unter uns leben, aber doch ganz anders als wir. Dinge wie bewegte Fotos, die für einen Zauberer völlig selbstverständlich sind, während sie mit einem Telefon gar nichts anzufangen wissen. Eine in sich geschlossene Welt innerhalb unserer Welt – mit anderen Regeln und Traditionen und doch mittendrin. Ich habe die Bücher mit großem Vergnügen gelesen. Irgendwann dann sogar auf Englisch, weil ich unbedingt vor dem Erscheinungstermin des deutschen Buches wissen wollte, wie’s weitergeht. Und ich war zutiefst betroffen vom Tod Dumbledores – konnte aber ein halbes Jahr mit niemandem darüber reden, weil alle anderen auf die deutsche Übersetzung warteten. Ja: Ein großes Vergnügen war es für mich, diese Bücher zu lesen.

Nun gibt es aber auch Menschen, die ihren christlichen Glauben ernst nehmen, die meinen: Solche Bücher darf man als Christ nicht einmal anfassen. Geschweige denn lesen. Denn schließlich gehe es darin ja um – Hilfe! – Hexerei. Zauberei. Kurz: Um extrem gottlose Dinge, die im Alten Testament – und leider auch noch im Mittelalter – mit dem Tod bestraft wurden! Damit dürfen wir Christen nichts zu tun haben, sagen sie.

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4 Comments

  1. Selbst in der Bibel ist doch die Rede von Zauberei und Magie. Natürlich wird es auch dort als schlecht dargestellt und ich kann verstehen,wenn Christen ihren Kindern verbieten,diese Bücher zu lesen. Andererseits denke ich auch wie Argus,dass die Kinder auf jeden Fall selbst in der Lage sind,zu unterscheiden,was fiktiv und real ist.

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  2. @ Sospetto

    Sorry, aber in diesem Fall gehe ich mit Deiner Auslegung mal nicht konform. Kinder erfinden und entwickeln im Spiel schließlich von sich aus jede Menge fiktiver Geschichten, Gestalten und Geschehnisse. Es ist dies ein Hinweis auf einen sich anbahnenden natürlichen, kreativen Entwicklungsprozeß. Selbstverständlich sollten Kinder nur ihrem Alter entsprechend mit fiktiven Geschichten und Märchen konfrontiert werden. Damit meine ich auch Märchen, wie sie die Gebrüder Grimm, Hauff, Anderson usw. geschrieben haben. Dass man den Kindern selbstverständlich stets aufzeigt, was echt und was Fiktion ist, versteht sich von selbst. Dass über das Thema Märchen – wegen der darin teilweise vorkommenden Grausamkeiten – seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert, ist mir bekannt. Deswegen aber Kinder von Märchen oder von Harry Potter-Büchern fernzuhalten, halte ich nicht für angebracht. Die reale Welt ist schließlich auch nicht frei von Grausamkeiten. Und um Kinder auf die nun mal leider nicht ganz heile Welt vorzubereiten, eignen sich Märchen und fiktive Stories durchaus, denn die sich in der realen Welt abspielenden Geschichten sind schließlich zumeist noch um einiges grausamer. Zudem kommen in den fiktiven Geschichten ja nicht nur böse Hexen und böse Zauberer, sondern auch gute Feen und gute Zauberer vor.

    Ich meine: ein Bright muß nicht zwangsläufig gegen Harry Potter sein. Diese Rolle sollten wir ausschließlich den Christen-Muggels überlassen.

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  3. Als Bright bin ich der Meinung, dass man dem kleinen Gehirn von Kindern keinerlei fiktiven Geschichten zumuten sollte und wenn denn sein muss, dann immer und immer wieder darauf hinweisen, dass es keine Feen, Zauberer oder irgenwelche grausamen Götter gibt, sondern dass dies Geschichten sind. Die Natur, unser Leben und das Universaum hat genug interessante Dinge auf Lager, die verstanden und auch erforscht werden wollen.
    Der ganze Religiotenzauber kommt doch genau daher, weil sich der Mensch zu Frühzeiten keinen Reim auf Naturgewalten machen konnte. Eine ganze Industrie von Filmemachern macht heute Kinderköpfe irr und ängstlich. Kein Wunder, das sie dann auch dem Hokuspokus der Religioten alles abnehmen und auf den Leim gehen. Ihre Eltern tun es ja auch und dann kann es doch nicht falsch sein.

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  4. Die ganze Absurdität christlicher Fehlerziehung zeigt sich, wenn „fromme Christen“ sich gegen eine fiktive Geschichte wenden, wie sie Joanne Rowlings in ihren Harry-Potter-Büchern erzählt. Normale Kinder wissen ab einem gewissen Alter (wenn sie bereits lesen gelernt haben) sehr wohl zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Wenn man Kindern allerdings zuvor schon religotischen Schwachsinn als Realität verkauft und eingeimpft hat, kann sich bei solchermaßen fehlerzogenen Kindern das Unterscheidungsvermögen – was ist Realität, was ist Fiktion -verständlicherweise nur eingeschränkt entwickeln. Kinder, die mit verlogenen, religiotischen Geschichten über Himmel, Hölle und dem leibhaftigen Teufel ausgewachsen sind, haben fürwahr ein Problem mit den fiktiven Hexen und Zauberern in den Harry-Potter-Büchern.

    Die kritischen Frommen sollten sich selbst erstmal die Fragen stellen, was sie bei Kindern mit ihrem Reli-Zauber und den blutigen Geschichten in ihrem biblischen Märchenbuch angerichtet haben. Der dabei entstandene Schaden ist real und leider nicht fiktiv !

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