PID: Die Angst vor dem Unbekannten


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Die Anwendung der PID in Deutschland ist nicht verboten worden. Hinter diesem kleinen Erfolg stehen auch die Plädoyers gläubiger Menschen. Doch mit seinem recht progressiven Votum scheint das Parlament von Mehrheitsmeinungen der Menschen in Deutschland trotzdem noch weit entfernt zu sein. Warum?

Von Arik Platzekdiesseits.de

Eines muss vorweg festgestellt werden, geht es um die Bilanzierung zur heutigen Abstimmung über die Zulässigkeit der Präimplantationsdiagnostik im Deutschen Bundestag. Unter den Befürwortern des weitestgehenden der drei vorhandenen Gesetzentwürfe befanden sich nicht wenige Abgeordnete, die mit ihrem persönlichen Aberglauben nicht hinter dem Berg hielten. Ob es sich um den früheren Pfarrer Peter Hintze (CDU) handelte, die „Christival“-Förderin Ursula von der Leyen (CDU) oder die energische Laizisten-Gegnerin Kerstin Griese (SPD) – im Ergebnis dürften ihre Plädoyers gegen die erklärten Positionen der Amtskirchen also eine nicht zu unterschätzende Wirkung für diesen kleinen Fortschritt gehabt haben. Gleichzeitig machte die PID-Abstimmung klar, wie sehr sich ein erheblicher Teil der deutschen Parlamentarier mit dem Versuch einer Oktroyierung ihrer PID-Verbote von den tatsächlichen Auffassungen großer Bevölkerungsteile entfernt hat.

Dabei hatte insbesondere der katholische Klerus kaum eine Rhetorik ausgelassen, um die für ein totales Verbot nützliche Angstmache gegenüber den Gläubigen zu betreiben. Menschen würden im Falle einer Zulassung am Wegrand liegengelassen, suggerierte der Bischof Felix Genn aus Münster. Die Anwendung der PID stünde für eine Zivilisation des Todes, verkündete der Bischof Reinhard Marx aus München. DBK-Chef Robert Zollitsch aus Freiburg warnte tatsächlich vor einer lebensfeindlichen „Diktatur des Glücks“ – indes samt und sonders finanziert und ausstaffiert mittels fragwürdiger Geldquellen, in welche auch viele Menschen ganz anderer Meinung einzahlen.

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1 Comment

  1. Nach meiner Wertung hat der SPD-Katholiban Thierse mit seinem Statement gegen die PID den zweifellos dämlichsten und unqualifiziertesten Beitrag geleistet. Dieser dodoverdächtige Kandidat hat es doch tatsächlich geschafft, meine nach vielen Jahren mühsam gewachsene und wiederbelebte Sympathie für die SPD brutal im Keime zu ersticken ! Wenn ich mir dann noch die Nahles dazu denke, bleiben absolut keine Pluspunkte mehr übrig, die man der SPD gutschreiben könnte. Daneben wirken ja selbst Ursula von der Leyen und ihr CDU-Parteifreund Peter Hintze als wählbare Lichtgestalten. Vielleicht erkennt man ja auch in der SPD irgendwann, dass dieser Thierse mehr und mehr zu einer Belastung für die SPD wird. Okay, die Nahles kann man da auch noch als belastendes Element dazu zählen.

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