Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


 

Quelle: bruedergemeinde.de

Holocaust-Leugner Williamson erneut verurteilt, jedoch nur zu 6500 Euro
[…]Das Landgericht Regensburg hat den wegen seiner Holocaust-Leugnung heftig umstrittenen Bischof Richard Williamson zu einer Geldstrafe in Höhe von 6500 Euro verurteilt. Damit kam das Landgericht am Montag wie schon im vergangenen Jahr auch das Regensburger Amtsgericht zu dem Schluss, dass sich der 71-jährige Brite der Volksverhetzung schuldig gemacht hat. Das Gelicht bleibt mit seinem Urteil unter der Forderung der Staatsanwaltschaft: Diese hatte eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro gefordert. Der Angeklagte war bei der Urteilsverkündung nicht anwesend … Vor Gericht ging es im Berufungsverfahren vor allem um die Frage, ob Williamson als britischer Staatsbürger überhaupt verurteilt werden kann, wenn er auf deutschem Boden – das Interview wurde in einem Priesterseminar in der Nähe von Regensburg aufgezeichnet – für einen ausländischen Sender ein Interview gibt. Die Verteidigung hatte zudem betont, dass Williamson medienrechtlich nicht dafür verantwortlich sei, wenn entgegen den Absprachen mit den Journalisten das Interview in Deutschland veröffentlicht wurde. Ihr Plädoyer: Freispruch … Wie weit die Distanzierung wirklich reicht, ist allerdings ungewiss. Unübersehbar war indes während des Prozesses die Begeisterung für Williamson in der Neonazi-Szene: Ein offenbar rechtsextremer Zuschauer beschimpfte etwa in den Sitzungspausen regelmäßig die Journalisten. Beim ersten Williamson-Prozess hatte der Mann auf dem Flur des Amtsgerichts sogar selbst den Holocaust geleugnet – und war prompt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Auch Sylvia Stolz saß in den Zuschauerreihen und notierte eifrig mit. Die in rechtsextremen Kreisen geschätzte Rechtsanwältin ohne Zulassung ist erst vor kurzem aus der Haft entlassen worden – nach einer Verurteilung wegen Volksverhetzung.[…]

Georgien: Orthodoxe Kirche geht brachial gegen Religionsfreiheit und Körperschaftsrecht für religiöse Minderheiten vor
[…]Mehrere Tausend Menschen haben am Wochenende gegen das neue Gesetz zum Status religiöser Vereinigungen demonstriert, dass in der vergangenen Woche vom Parlament in Georgien verabschiedet worden war. Die Demonstrationen fanden an beiden Tagen des Wochenendes statt.
Der Protestmarsch am Samstag, meldete die georgische Nachrichtenagentur Interpressnews, war eine der größten Demonstrationen der vergangenen Jahre. Nach dem Ende der Demonstration versammelten sich Gläubige in der Sameba-Kirche, um dort an dem Gottesdienst teilzunehmen, den der Patriarch der georgisch-orthodoxen Kirche Ilia II. dort hielt. Dabei nahm der Patriarch zu dem Gesetz Stellung. Er sagte, die Angriffe auf die Kirche hätten sich in der letzten Zeit gehäuft. Diejenigen, die sich gegen die Kirche gewandt hätten, werden bestraft, so der Patriarch. Zudem wies der Patriarch auf die wichtige Rolle der Kirche zur Bewahrung der georgischen Nation in den vergangenen Jahrhunderten hin. Wenige Stunden später machten sich Tausende Demonstranten auf den Weg zum Parlament, angeführt von Priestern. Am späten Nachmittag erreichten sie den Rustaweli-Prospekt und marschierten weiter zum Parlament. Wie Civil Georgia weiter berichtete, sei für den Sonntag ein Treffen der Heiligen Synode einberufen worden, dem höchsten Entscheidungsgremium der georgisch-orthodoxen Kirche. Es scheine, dass dieses Treffen wegen der aktuellen Entwicklungen einberufen worden sei. Die Gesetzesänderung habe zu einer der ernsthaftesten Auseinandersetzungen zwischen der Kirche und der Regierung Saakaschwili entwickelt, so Civil Georgia.[…]

Kirchenlieder von Gewalt geprägt, wen wundert’s
[…]Die Texte von Kirchenliedern sind nach Darstellung der deutschen Literaturwissenschaftlerin Martina Wagner-Egelhaaf häufig von Gewalt geprägt. Kämpferisch-Kriegerisches finde sich bis heute im „Evangelischen Gesangsbuch“ und im katholischen „Gotteslob“, sagte die Germanistin in Münster, wie das Exzellenzcluster „Religion und Politik“ am Mittwoch mitteilte. Als Beispiele nannte sie das Luther-Lied von 1529 „Ein feste Burg ist unser Gott“ und das katholische „Ein Haus voll Glorie schauet“ von Josef Mohr aus dem Jahr 1876. In dem ersten sei von „Wehr und Waffen“ die Rede, im zweiten von Tausenden, die „mit heil’ger Lust ihr Blut“ vergießen. Grund für diese „martialische“ Ausdrucksweise sei, dass früher solche Lieder in religiösen und politischen Konflikten den Gegner einschüchtern sollten, so Wagner-Egelhaaf. Gleichzeitig hätten sie die eigene Identität stärken sollen. So sei in vielen Texten vom „Feind“ die Rede. „Wer damit jeweils gemeint war, das konnte über die Jahrhunderte unterschiedlich gedeutet werden – ob Katholiken, Franzosen, Nationalsozialisten oder Kommunisten“, so die Wissenschaftlerin in ihrem Vortrag im Rahmen einer Ringvorlesung des Forschungsverbundes „Religion und Politik“ an der Universität Münster.[…]

Salzburger Erzdiözese setzt auf Haustür-Mission á la Zeugen Jehovas, einfach ekelhaft
[…]Mit gemischten Gefühlen sieht die Salzburger Erzdiözese den Erfolg der Ak tion „Treten Sie ein“. Wie berichtet, hatte sich die Kirche an Menschen gewandt, die zwischen 2003 und 2008 ausgetreten waren. 91 Pfarren nahmen teil, Hunderte Hausbesuche wurden absolviert. 4500 Briefe gingen an die Haushalte, Freiwillige hängten 50.000 Info-Anhänger an Salzburger Türklinken. Etwa 1000 Plakate ergänzten die Aktion, die mit etwa 25.000 Euro budgetiert wurde. Bisher seien 34 Personen dem Aufruf gefolgt, teilt die Erzdiözese mit. Wobei erst die Hälfte der teilnehmenden Pfarrgemeinden ihre Bilanz bekannt gegeben habe. Es sei daher noch mit weiteren Eintritten zu rechnen. Die besten Erfolge erzielte die Dompfarre mit sechs Eintritten und St. Veit mit fünf … Aufgefallen war, dass viele Briefe der Kirche unbeantwortet blieben – auch, weil die Adressen nicht mehr stimmten. Die beste Erfolgsquote erzielten Pfarrer und Freiwillige dort, wo sie persönlich mit den Ausgetretenen diskutierten.[…]

B16-RatzeBenes Märchenstunde: Der Heilige Benedikt und das heutige Europa, das man wieder aufbauen muss, was nur mit Gottesglauben möglich ist
[…]Benedikt bezeichnet die »Regel« als eine »einfache Regel als Anfang« (73,8); in Wirklichkeit bietet sie jedoch nützliche Anweisungen nicht nur für die Mönche, sondern auch für all jene, die auf ihrem Weg zu Gott eine Anleitung suchen. Durch ihr Maß, ihre Menschlichkeit und ihre nüchterne Unterscheidung zwischen dem Wesentlichen und dem Zweitrangigen im geistlichen Leben konnte sie ihre erhellende Kraft bis heute aufrechterhalten. Als Paul VI. am 24. Oktober 1964 den hl. Benedikt zum Patron Europas erklärte, wollte er damit das wunderbare Werk anerkennen, das von dem Heiligen durch die »Regel« für die Formung der Zivilisation und der europäischen Kultur vollbracht worden ist. Heute ist Europa – das gerade aus einem Jahrhundert gekommen ist, das von zwei Weltkriegen tief verletzt worden ist, und nach dem Zusammenbruch der großen Ideologien, die sich als tragische Utopien erwiesen haben – auf der Suche nach seiner Identität. Um eine neue und dauerhafte Einheit zu schaffen, sind die politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Instrumente sicher wichtig, aber es ist auch notwendig, eine ethische und geistliche Erneuerung zu erwecken, die aus den christlichen Wurzeln des Kontinents schöpft; andernfalls kann man Europa nicht wieder aufbauen. Ohne diesen Lebenssaft bleibt der Mensch der Gefahr ausgesetzt, der alten Versuchung zu erliegen, sich selbst erlösen zu wollen – eine Utopie, die auf verschiedene Weise im Europa des 20. Jahrhunderts, wie Papst Johannes Paul II. festgestellt hat, »einen Rückschritt ohnegleichen in der gequälten Geschichte der Menschheit« verursacht hat (Insegnamenti, XIII/1, 1990, S. 58). Hören wir auf der Suche nach dem wahren Fortschritt auch heute die »Regel« des hl. Benedikt als ein Licht für unseren Weg. Der große Mönch bleibt ein wahrer Lehrmeister, in dessen Schule wir die Kunst lernen können, den wahren Humanismus zu leben.[…]

Na, was dabei wohl rauskommt??
[…]Lob für die Bischöfe: Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken begrüßt die Absicht der Deutschen Bischofskonferenz, den Missbrauchsskandal wissenschaftlich gründlich erforschen zu lassen. Als Teil einer Gesamtkonzeption sei dies ein „richtiger und konsequenter Ansatz, die Ursachen des Missbrauchsskandals aufzuarbeiten, sie zu beseitigen und künftige Fälle verhindern zu helfen“, sagte ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper der Frankfurter Rundschau. Die katholische Kirche sei noch nicht heraus aus der Krise, aber sie mache ihre Hausaufgaben. „Damit kann die Kirche Vorbildfunktion für andere Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen übernehmen“, so Vesper weiter. Am Mittwoch will die Bischofskonferenz in Bonn zwei neue Forschungsprojekte vorstellen, die verlässliche Informationen zu den Fällen des Missbrauchs, zu Vorgehensweise und Motiven der Täter und den Opfererfahrungen liefern sollen. Die auf drei Jahre angelegten
Untersuchungen sollen vor allem zu einer wirksameren Vorbeugung vor sexuellem Missbrauch beitragen.[…]

Männer suchen auch in der Religion Selbstbestimmung
[…]Die Verbindung von Männern zur Kirche ist nach den Erfahrungen der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in den vergangenen zehn Jahren wieder gewachsen. Allerdings suchten Männer auch in der Religion Selbstbestimmung und wollten sich nicht dogmatisch bevormunden lassen, schreibt der Theologe und Historiker Martin Rosowski als Hauptgeschäftsführer der Männerarbeit in der „Evangelischen Zeitung“, die zum Wochenende in Hamburg und Hannover erscheint. Sie wählten daher Formen, die ihrem Lebensgefühl entsprächen. Dazu gehörten Pilgerwege, stille Tage im Kloster oder Vater-Kind-Freizeiten. Die traditionellen Gemeinde dagegen erschienen ihnen häufig als „Orte für andere“: etwa für Kinder und alte Menschen. Nach ihrem Selbstbild benötigten Männer als autonome und leistungsfähige Menschen keine Betreuung[…]

1 Comment

  1. Früher hat man Menschen durch Verbannung bestraft, so kam Leifur Eirikson (Erik der Rote) nach Amerika, weswegen die Statue vor der Hallgrimskirjka in Reykjavík von den USA gestiftet wurden.

    Heutzutage wäre es dann angebracht solche Menschen auf die Rückseite des Mondes zu schicken, wo sie hinpassen und gut aufgehoben sind.

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