Ungefährliche christliche Radioaktivität


Quelle: idea.de

Kritik am „überstürzten deutschen Ausstieg“ aus der Atomkraft hat der christliche Unternehmer und Energieexperte Prof. Wolfgang Leisenberg (Gießen) geübt. In der Zeitschrift „Faktor C“ des Verbandes „Christen in der Wirtschaft“ (Wuppertal) vertritt der promovierte Ingenieur die Ansicht, dass die Entscheidung, die „derzeit sichersten Atomkraftwerke der Welt“ abzuschalten, das Ergebnis einer „angstgetriebenen irrationalen Energiepolitik“ sei.

idea.de

Die Umstände des Unfalls in Japan seien keineswegs mit der Situation in Deutschland vergleichbar. Aufgrund der journalistischen Gewichtung der in Deutschland verfassten Berichte über die Katastrophe in Japan entstehe der Eindruck, dass die über 15.000 Toten eher dem Reaktorunfall zuzuschreiben seien als dem Tsunami. Leisenberg: „Wenn man vorsichtig darauf hinweist, dass der Reaktorunfall in Fukushima bisher nur ein einziges Opfer mit unklarer Todesursache gefordert hat und das Krebsrisiko der dort beschäftigten Arbeiter lediglich von 25 auf 27 Prozent gestiegen ist, klingt das in deutschen Ohren schon fast zynisch.“

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4 Comments

  1. @Joe: zugestanden, da fehlen 3 Nullen. Hätte nachschlagen sollen. Aber trotzdem werden in der ganzen Diskussion über die radioaktiven Strahlen ständig Dinge durcheinander geworfen. Es gibt genau drei Arten von radioaktiven Strahlen (alpha,beta,gamma), jedes Atome eines radioaktiven Atoms zerfällt nur einmal. Daraus resultiert: intensive Strahler zerfallen schnell, niedrig-intensive Strahler zerfallen langsam. Die „Ewigkeits-Aufgabe“ Endlagerung wird dadurch nicht gelöst, aber ein klein wenig entspannter.

    Im Gegensatz zur Endlagerung von ausgefälltem CO2, das tatsächlich auf ewig eine Bedrohung darstellt. Wenn man die Ausstiegsdebatte in Deutschland auch auf Zwischentöne absucht, wird offensichtlich, dass wir uns schon darauf einstellen, die durch die Abschaltung entstehende Lücke mit Verbrennungskraftwerken zu schliessen (vgl. durchgefallenes Gesetz zur Finanzierung der Erforschung der Machbarkeit der CO2 Abscheidung).

    Ich wollte eigentlich hier nur sagen, dass die Nukleardebatte jede Menge „Glaubenselemente“ enthält, speziell auf der Seite der AKW-Gegner, die teilweise in geradezu religiöser Weise fanatisiert sind und Fakten nur partiell wahrnehmen.

    Nicht dass die Gegenseite mit besonderem Geschick operieren würde.

    Was wir brauchen ist eine vorurteilsfreie auf Fakten beruhende Diskussion, die ökologische Bilanzen und Risiken der einzelnen Technologien, auch und gerade vor dem Hintergrund eines global immer grösser werdenden Energiehungers abwägt.

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  2. @ Kurt52:

    „Und es verwundert schon, dass hier gleich jeder, der sich für ein naturalistisches Weltbild einsetzt, auch für so „vernünftige Sachen“ wie den Atomausstieg sein muss.“

    Muss man nicht. Wenn du argementativ etwas FÜR Atomkraft sagen willst, bin ich ganz Ohr.

    „Also: Plutonium nach 240 Jahren unter der Nachweisgrenze.“

    Kann es sein dass du ein paar Nullen vergessen hast? ^^

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  3. Lassen wir doch mal die „Kirche im Dorf“ – auch wenn das Bild hier vielleicht nicht so passt. Es hat offenbar auch ausserhalb der Kirchen und Religionsgemeinschaften jede menge kämpferischen Irrationalismus. Und es verwundert schon, dass hier gleich jeder, der sich für ein naturalistisches Weltbild einsetzt, auch für so „vernünftige Sachen“ wie den Atomausstieg sein muss. Die Durchdringung der Grünen mit einer neuartigen Christlichen Strömung sollte da schon eine kleine Warnung sein.

    Zur Diskussion: Nach 10 x Halbwertszeit ist die die Intensität der Radioaktivität auf weniger als 1 Promille des Ausgangswertes abgesunken. Zwei hoch minus 10 ist 1/1024, also etwas kleiner als 1/1000. Ich führe das als Beispiel an, weil in der Altersbestimmung prähistorischer Funde immer als Nachweisgrenze genutzt wird. Genauso könnte man 13 Generationen nehmen, dann wäre man bei 1/10000. Also: Plutonium nach 240 Jahren unter der Nachweisgrenze. Uran 235 und Uran 238 lasse ich nicht gelten, da sie nicht typischerweise als Produktion von AKWs auftreten, sondern in der Natur reichlich vorhanden sind (und zwar überall, nicht nur in sogenannten Fundstellen. Es gibt so etwas wie natürliche Radioaktivität).

    Aus meiner Sicht ist die radioaktive Endlagerung einfacher zu bewerkstelligen als etwa eine Einlagerung von CO2 aus fossilen Kraftwerken. Das bleibt bis in die Ewigkeit, und wehe wenn es mal instabil wird. Und dass wir die ganze Merkelsche Energiewende ohne zusätzliche Verbrennung schaffen, ist doch nur Illusion, und bedarf eines festen Glaubens, den zu kritisieren dieser Seite gut zu Gesicht stehen würde.

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  4. Ein professoraler Dummkopf, der nicht in der Lage ist, zwei entscheidende Aspekte auseinander zu halten. Selbst wenn man unterstellt, dass die Atomtechnik nach menschlichem Ermessen sicher ist, bleibt die Endlagerung hochradioaktiver, abgebrannter Brennelemente ein völlig ungelöstes Problem. Wir reden hier immerhin von rund 400 Tonnen, die derzeit allein in Deutschland jährlich anfallen.

    Ich möchte nicht wissen, wie unsere Nachkommen dereinst über die ihnen hinterlassenen Atom-Lagerstätten denken werden. Ich führe hier nur mal die Halbwertszeiten von Plutonium = 24.110 Jahre, Uran 235U = 704 Mio. Jahre und Uran 238U = 4,468 Milliarden Jahre an.

    Daraus wird ersichtlich, was für bescheuerte, einseitige Ansichten dieser christlich motivierte Vollidiot vertritt ! Es gibt offenbar nicht nur Menschenrechtsverbrecher, sondern – wie dieser Fall beweist – auch
    Generationen-Verbrecher

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