Abgedroschene Contergan-Polemik


Quelle: The European

Die PID-Zulassung durch den Bundestag ist eine wichtige und richtige Entscheidung. Es geht um einen guten und gleichberechtigten Start ins Leben; daran ist nichts verwerflich. Wir müssen Kranke und Behinderte wo immer wir können unterstützen, am Einsatz gegen Behinderungen ist hingegen nichts Verwerfliches festzustellen.

Von Michael Schmidt-SalomonThe European

Ethische Werte sind uns nicht objektiv vorgegeben, sondern müssen unter den Menschen auf der Basis ihrer jeweiligen Interessen ausgehandelt werden. Auch wenn es Gläubige gibt, die Probleme mit dieser Aussage haben, so ist sie doch Grundlage des „Gesellschaftsvertrags“, auf dem der moderne Rechtsstaat beruht.

Fragen wir uns also, welche individuellen Interessen durch PID berührt werden: Zunächst könnte man meinen, dass in erster Linie die Interessen der Embryonen betroffen seien. Allerdings haben frühe Embryonen, die problemlos eingefroren und wieder aufgetaut werden, keinerlei Empfindungen. Sie kennen weder Lust noch Schmerz. Deshalb verfügen sie auch nicht über Interessen, die in ethischen Güterabwägungen berücksichtigt werden könnten.

Ein Interesse an der Erhaltung menschlicher Embryonen haben daher allenfalls Personen, die sich der Existenz dieser Embryonen bewusst sind. Allerdings bauen nur sehr wenige Menschen emotionale Beziehungen zu empfindungslosen Zellkörpern auf – was insofern sinnvoll ist, da etwa die Hälfte aller natürlich entstandenen Embryonen in den ersten Schwangerschaftswochen abstirbt. Woher stammt also das Interesse am Erhalt der Embryonen?

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2 Comments

  1. Ich möchte mal einen anderen Punkt ansprechen… noch gar nicht so lange her, da wurde bei jeder GEburt eines Kindes mit Besonderheiten herumgemunkelt, „die hat doch da was gemacht“.
    Noch bis in die 70er hinein wurde jeder Mutter eines behinderten kindes unterstellt, sie hätte das Kind durch einen illegalen und untauglichen Abtreibungsversuch vorsätzlich geschädigt…

    Das waren genau dieselben Leute, die sich nun drauf berufen, daß Voruntersuchungen zu Behindertenfeindlichkeit führten. Dabei brauchts gar nix, um Behindertenfeindlichkeit zu forcieren, man braucht sich nur ein behindertes Kind zuzulegen um zu erkennen, daß das sowieso vorhanden ist.

    Ja, die Moral der Moralisten ist schon was. Auffällig.

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  2. Die Gegner der PID sind so bescheuert, dass sie wahrscheinlich noch zum Herrn beten er solle ihnen ein behindertes Kind schenken. Das natürlich alles nur um ihm wiederum zu beweisen wie aufopfernd und liebend und fromm sie sind. Was aus den armen Würmchen wird und wie die ihr Dasein fristen müssen, interessiert dabei nicht. „Pfui Teufel“.

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