David Berger und der „Unheilige Schein“


Lehrer und Kirchenkritiker David Berger. (Bild: Kleinschroth)

Sein kirchenkritisches Buch und sein Outing als Homosexueller haben dem Erftstädter Lehrer und Kirchenkritiker David Berger seinen Lehrer-Job gekostet. In der Aula des Liblarer Schulzentrums nahm er Stellung zu seinem Fall.

Von Alexander KleinschrodtKölner Stadt-Anzeiger

Die große Aufregung um ihn hat sich gelegt. David Berger, Lehrer am Liblarer Ville-Gymnasium, hatte Ende 2010 ein Buch veröffentlicht, es heißt „Der Heilige Schein“. Der Theologe gibt darin Einblicke in die Machtpolitik und die erschreckenden, durchaus fundamentalistischen Ansichten von vielen, die in der katholischen Kirche etwas zu sagen haben. Danach saß Berger in Talkshows, „Die Zeit“ schrieb, sein Buch gehöre „zum Unglaublichsten, was derzeit über die katholische Kirche zu lesen ist“.

In „Der Heilige Schein“ beschreibt Berger zunächst seine eigene Geschichte. Als junger Gelehrter, der in theologischen Fragen entschieden konservative Positionen vertrat, ist er im Apparat der Kirche schnell aufgestiegen, brachte es bis zum Lektor der Glaubenskongregation, einer Art freiem Mitarbeiter der zentralen vatikanischen Behörde. Dabei jedoch geriet er in Kreise, deren Weltanschauung ihn zunehmend irritierte. Es war vor allem die massive Hetze gegen die Homosexualität, die ihn abstieß. Denn dem Katechismus zufolge ist Homosexuellen zunächst „mit Respekt und Takt“ zu begegnen, lediglich das Ausleben der Orientierung wäre in diesem Sinne eine Sünde. Berger selbst lebt seit über 20 Jahren mit seinem Partner zusammen und sagt, dass ihm diese Beziehung weit mehr bedeute als seine Karriere. Zumindest in kirchlichen Kreisen schwieg er sich lange darüber aus.

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