Hohn und Spott für Reform-Katholiken


Quelle: wir-sind-kirche.de

Aufstand der Frustrierten
Friedrich Nietzsche spöttelte über Christen, die, wiewohl Empfänger einer frohen und erlösenden Verheißung, oft so unerlöst und wenig fröhlich dreinschauten. Und wo er recht hat, hat er nun einmal recht.

Von Marcus BauerKath.net

In der dialoggeschwängerten Atmosphäre der deutschen Kirche kursieren derzeit diverse Heilsverheißungen, die von Befreiung und Aufbruch aus „autoritären Strukturen“ raunen, nach Jahrhunderten der Knechtung durch „die Institution“ und ihre „Leibfeindlichkeit“ quasi einen „Katholizismus mit menschlichem Antlitz“ in Aussicht stellen und der wahren und befreienden, jedoch vom Repressionssystem Kirche seit Anbeginn unterdrückten Botschaft des Evangeliums zum erlösenden Durchbruch verhelfen sich anschicken.

Wir kennen sie ja, diese Schmankerl und „Highlights“ linkskatholischer Betroffenheitsliteratur: „Freiheit der Kinder Gottes“ des BDKJ, das berüchtigte „Memorandum“ oder — sehr lesenswert — die „Leserinitiative Publik e.V.KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche Ökumenisches Netzwerk Initiative Kirche von unten“ (sic!). Wenn eine freudige Botschaft, um glaubwürdig zu sein, auch in adäquater Form zum Ausdruck gebracht werden sollte, dann stimmt mit den in vorgenannten Dokumenten sich manifestierenden Initiativen irgendetwas nicht. Stellen wir uns nämlich nicht nur dem Inhalt, sondern auch der sprachlichen Physiognomie dieser Texte, kommt man um das Resümee nicht herum, dass es sich um einen Stapel regelrechter Frustpapiere handelt, die in ihrer bedrückenden Übellaunigkeit und Freudlosigkeit selbst den lebensfrohesten Leser noch mit „runterziehen“ können.

Ein aufrüttelnder Enthusiasmus der Befreiung, der diese Texte trüge und überstrahlte, kann in der düsteren Stimmung gar nicht erst anheben, welche die hochfrequente Taktung deprimierender Begriffe wie „Anonymität“, „Heimatlosigkeit“, „Resignation“, „Missbrauch“, „Verlust der gesellschaftlichen Anschlussfähigkeit“, „rigorose Moral“, „verknöcherte Strukturen“ verbreitet und insbesondere das unvermeidliche Klagegeschrei nach Sex, Sex und noch mehr Sex. Keine Spur von Hoffnung und heiterer Zuversicht, die sich auch in schwerster Bedrängnis und scheinbar auswegloser Situation durchhält und demjenigen nicht gegeben ist, der nur noch auf die eigenen Kräfte und die menschliche Machbarkeit via Gremium, Mehrheitsentscheidung und Verordnung vertraut.

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Ein Gedanke zu “Hohn und Spott für Reform-Katholiken

  1. Argus7

    Den Hohn und den Spott dem frustrierte Christen seitens der Kirchführung ausgesetzt sind, kann ich zu meinem eigenen Erstaunen sehr gut nachvollziehen. Es stellt sich schließlich die Frage, weshalb diese frustrierten Christen sich überhaupt den Zwängen der kirchlichen Institutionen unterworfen haben ? Es kann sie doch niemand zwingen, diesem religiotischen Schwachsinn aufzusitzen und das damit verbundene selbstherrliche Autoritätssystem zu ertragen !? Wer sich freiwillig diesem Unterdrückungssystem aussetzt, hat sich den Hohn und den Spott doch redlich verdient, zumal diese Kränkungen ja von der Führung dieser Institution selbst ausgehen.

    Die Mängel, Fehler, Irrtümer und Schwächen des kirchlichen Systems haben die Frustierten ja offenbar bereits erkannt. Jetzt sollten sie sich nur noch darüber klar werden, dass auch die christliche Lehre selbst ein einziges Lügengebäude ist, einzig und allein dem Zwecke dienend, Macht über die Köpfe der gläubigen Gemeinde auszuüben. Die Logik müßte einem doch sagen, dass von einer autoritär geführten Institution keine glaubhaften Wahrheiten verkündet werden. Die angebliche göttliche Botschaft ist lediglich ein von Menschen inszenierter Reli-Zauber, dessen Wahrheitsgehalt mehr als nur zweifelhaft ist. Rund 2.000 Jahre hat der Schwindel allerdings gut funktioniert. Kein Wunder, dass seitens der christlichen Führung an der Aufrechterhaltung dieses faulen Zaubers nach wie vor großes Interesse besteht. Abweichler und Kritiker können deshalb nicht damit rechnen, dass es gelingen könnte, demokratische Strukturen in dieses System einzubringen. Das wäre nämlich dazu angetan, das gesamte Beherrschungssystem ins Wanken bringen.

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