Bischof Algermissen: zurück ins „Mittelalter“, was sonst


Quelle: ad-hoc-news.de

Algermissen: Man macht vielfach aus dem Gottesdienst ein banales Event
Je mehr man versucht, durch „zeitgemäße“ Gottesdienstgestaltung den vermeintlichen Erwartungen des modernen Menschen entgegenzukommen, um ihn auf diese Weise in die Kirche zu locken, desto mehr Plätze werden leer

Kath.net

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen suchte in einem Beitrag für das Fuldaer Bistumsblatt „Bonifatiusbote“ nach Ursachen und Lösungsmöglichkeiten für den gegenwärtigen Rückgang der Messbesucher.

Algermissen wies darauf hin, dass die „zeitgemäße“ Gottesdienstgestaltung für Außenstehende nicht wirklich einladend sei, jene anderen aber, die „in Erwartung der authentischen Liturgie der Kirche ohnehin kommen“, würden davon „genervt und gelangweilt“. Denn, so kritisierte der Bischof, „bar jeder Faszination für das Heilige und sich grundlegend unterscheidende Göttliche macht man vielfach aus dem Gottesdienst einen banalen ‚Event‘.“

kath.net dokumentiert den Beitrag von Bischof Heinz Josef Algermissen im Fuldaer Bistumsblatt „Bonifatiusbote“ in voller Länge:

Gottesdienst für uns

Eine schmerzliche Feststellung: Die Zahl der Gottesdienstteilnehmer nimmt nach wie vor kontinuierlich ab. Ein durch Tod oder Wegzug frei gewordener Platz in der Kirche wird in der Regel nicht wieder besetzt. Es gelingt kaum oder nur mit äußersten Mühen, Kinder etwa nach der Erstkommunion durch kirchliche Aktivitäten in Jugend- oder Messdienergruppen bei der Stange zu halten. Wenn die Jugendlichen das Firmsakrament empfangen haben, ist der Auszug fast total. Die Liturgie ist in Not geraten, weil sich immer weniger zu ihrer Feier zusammenfinden. Diese Not versetzt viele in der Kirche Verantwortliche in argen Stress.

Nicht wenige sind der Meinung, die sinkenden Teilnehmerzahlen seien von unzeitgemäßen, auf jeden Fall den heutigen Menschen nicht mehr ansprechenden Gottesdienstformen verursacht. Also müsste die Liturgie mit allen zur Verfügung stehenden Kräften, Mitteln und Medien „gestaltet werden“, auf dass sich der heutige Mensch darin erkenne, nicht nur zur Sprache, sondern nach Möglichkeit auch aktiv zu Wort komme. Dass man trotz aller Anstrengungen um einen zeitgemäßen Gottesdienst der Not, in welche die Liturgie geraten ist, nicht begegnen kann, hat mittlerweile die Erfahrung gelehrt. Im Gegenteil: Je mehr man versucht, durch „zeitgemäße“ Gottesdienstgestaltung den vermeintlichen Erwartungen des modernen Menschen entgegenzukommen, um ihn auf diese Weise in die Kirche zu locken, desto mehr Plätze werden leer.

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4 Comments

  1. Quote: „Es gelingt kaum oder nur mit äußersten Mühen, Kinder etwa nach der Erstkommunion durch kirchliche Aktivitäten in Jugend- oder Messdienergruppen bei der Stange zu halten. “

    Die Indoktrination verliert ihre Wirkung, da junge Eltern selbst nicht mehr an den Hokuspokus glauben und ihre Kinder nicht mehr mit Prügelandrohung zu Pflichtbesuchen in die Kirche jagen. Gott sei Dank! Jetzt muss nur noch die Taufe ausgemerzt werden, dann sind wir noch einen Schritt weiter. Das Pfaffengesindel wird durch Aufklärung dezimiert. Das Wort war schon immer die stärkste Waffe.

    Schopenhauer’s Erkenntnis wird wahr.
    „Wenn die Welt erst ehrlich genug sein wird, um Kindern vor dem 15. Jahre keinen Religionsunterricht zu erteilen, dann wird etwas von ihr zu hoffen sein. „

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  2. Die Katholische Kirche sollte keine Forderungen stellen, sondern all die Katholiken aus der Kirche werfen, die den Lehren dieser Kirche zufolge, keine Katholiken mehr sind. Dies würde zu einem drastischen Einbruch der Mitgliederzahlen führen. Dieser Verein ist nur ein Haufen Memen, die wirklich radikale Schritte scheuen.

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  3. Ich würde es mal so sagen: Je weiter die Menschheit ihren Erkenntnis- und Wissenstand entwickelt, desto mehr werden Plätze in den Kirchen leer. Es ist dies gewißermassen ein von der Vernunft ausgelöster und gesteuerter Automatismus.

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