Die römische Spukgestalt besucht die schleimigen Erdlinge


Im Herbst wird Benedikt XVI. im Bundestag erwartet – Die Propaganda der Frommen läuft quer durch die Fraktionen

„Papa ante Reichstag“, titelte der Tagesspiegel vergangenen Dezember, nicht ohne den (sehr bewussten?) Anklang historischer Doppelbödigkeit. Worum geht’s? Um eine Premiere im Bundestag: Papst Benedikt XVI. ist eingeladen, als erstes katholisches Kirchenoberhaupt vor dem deutschen Parlament zu sprechen. Bereits im September 2010 hatte der Pontifex in Großbritannien als erster Papst in der traditionsreichen Westminster Hall in London gesprochen – vor etlichen Parlamentariern.

Von Arno Kleinebeckeltp

Die Reaktionen auf den angekündigten Auftritt in Deutschland sind auf den ersten Blick uneinheitlich. So hat Christian Ströbele bereits angekündigt, den Plenarsaal verlassen zu wollen: „Unserem Heiligen Vater nehme ich besonders übel, dass er sich in Lateinamerika nicht zu seiner Schuld und der seiner Kirche bekannt hat.“ Was genau der grüne Vorzeigepolitiker wohl mit der Floskel von „Unserem heiligen Vater“ meint?

Während sich die einen ärgern, die andern sich freuen und eine schweigende Mehrheit business as usual betreibt – heißt auf Deutsch: Abwarten und notfalls Kuschen -, fordert Robert Zollitsch als selbsternannter päpstlicher Hofmeister kniefälligen Gehorsam von den Abgeordneten. Zollitsch, seit 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und für sechs Jahre gewählt, beansprucht in gewohnt gebieterischer Manier Anwesenheit bei der Rede von Papst Benedikt XVI. im Reichstagsgebäude und versteigt sich zu so brisant weltklugen Aussagen wie der folgenden: „Die demokratische Grundeinstellung unserer Abgeordneten wird sich an deren Präsenz im Bundestag während der Rede zeigen“, sagte der Oberhirte mit erhobenem Zeigefinger gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus und orakelt weiter: „Es würde für sich sprechen, wenn jemand aus Protest dieser für unser Land historischen Stunde fernbliebe.“

weiterlesen

1 Comment

  1. Möge doch dieser Krug an uns vorüber gehen ! Damit dieser Wunsch in Erfüllung geht, würde ich glatt eine heilige Messe spendieren ! Leider stehen uns armen, gottverlassenen Atheisten keine vergleichbaren Reli-Zaubereien zur Verfügung, um ein solches Unglück zu verhindern.

    Aber vielleicht macht es ein gütiges Schicksal ja möglich, dass anläßlich des Papstbesuches unversehens ein paar Tomaten und faule Eier durch die Luft fliegen mögen, um diesem Oberpopen aufzuzeigen, was der aufgeklärte Teil der Menschheit von ihm hält. Für die Verwirklichung dieses Wunsches würde ich glatt zehn Vaterunser beten, wenn’s denn helfen würde !

    Liken

Kommentare sind geschlossen.