Bäderregelung: Kubicki-Kritik an Kirchen


Quelle: welt.de

In der Debatte um die Zukunft der Bäderregelung hat sich der Ton verschärft. Der Fraktionsvorsitzende der FDP in Schleswig-Holstein, Wolfgang Kubicki, kritisierte im Interview mit der NDR 1 Welle Nord die Haltung der evangelischen und der katholischen Kirche im Norden. Sie wollen gerichtlich gegen die Verordnung vorgehen, die in Urlaubsgebieten die Ladenöffnung an bis zu 45 Sonntagen im Jahr erlaubt. Kubicki warf der Kirchenleitung vor, die wirtschaftliche Existenz der Bewohner in den betroffenen Orten zu gefährden.
„Bäderregelung ist ein Erfolg“

NDR 1 Welle Nord

Kubicki sagte, er sei ein gläubiger Christ. Für das Vorgehen der Kirchen im Norden habe er jedoch kein Verständnis. Die Tatsache, dass die Kirchen leer seien, habe nichts damit zu tun, dass die Menschen am Sonntag auch einkaufen könnten, meinte der FDP-Fraktionschef. Er verweist darauf, dass von der Sonntagsöffnung in den Urlaubsgebieten auch Arbeitsplätze abhängen. Selbst viele Kirchen in den Bädergemeinden seien daher mit dem Vorgehen ihrer Leitung nicht einverstanden, meint der Liberale. „Doch offenbar ist die Selbstbefriedigung einiger Kirchenfunktionäre wichtiger als die Frage, was Menschen in Schleswig-Holstein dient.“

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2 Comments

  1. Vielleicht hat Kubicki es bisher ja versäumt, die Religioten auf die im Grundgesetz verankerten säkularen Richtlinien hinzuweisen, welche die strikte Trennung von Politik und Religion festschreiben. Leider wird der Säkularismus immer wieder – der vorliegende Fall ist ein Beweis dafür – von „christlich“ orientierten Politikern unterlaufen. Dass sich die Kirchen seit eh und je in die Politik einmischen, ist eine hinlänglich bekannte Schweinerei. Allein schon das „C“ im Namen einer sich christlich nennenden Partei stellt meines Erachtens einen Verstoß gegen säkulare Prinzipien dar. Und weil das so ist, quasselt unsere Bundeskanzlerin bei jeder sich bietenden Gelegenheit von der „christlichen Leitkultur“, der sie und ihre Partei sich verpflichtet fühlt. Privat kann sie dies zwar tun, aber nicht in ihrer Eigenschaft als politische Mandatsträgerin.

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